Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 92 (19.11.1903)
- Date
- 1903-11-19
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449974--59479-2522737- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ton Wittwen und Waisen bildet. Es half ihm nichts. Die Griechlinge verleumdeten ihn obendrein und brachten es durch ihre Ränke dahin, daß Onias sein Hohepriesteramt nicht mehr erhielt. Damals herrschte Antiochus IV. od. Epiphanes. d. h. der Edelmüthige. Ihn beredeten die Hellenisten, ihrer Partei das Hohepriesteramt für Geld zu übertragen. Lo wurde Josua, ein Bruder des abgesehten Onias, aber ,ein fanatischer Hellenist, Hohepriester. Sofort nahm er. um Antiochus zu gefallen, den griechischen Namen Jason an. Auch hatte er. eine große Summe Geldes dem Antiochus für das Priesteramt übergeben. In Jerusalem richtete Jason eine Stätte ein für Leibesübungen, wie sie die Griechen liebten, Gymnasium genannt. Hier erschienen jüdische Jünglinge halbnackt nach Hellenenart. Noch größeres Aergerniß mußte es bei den Gesetzestreuen erregen, daß Jason die Priester verleitete, den Opferdien.st zu verlassen und sich an den Spielen zu betheiligen. Ja, er selbst schickte eine hohe Summe Geldes für Götzenopfer bei den heidnischen Kampfspielen in Tyrus. Gegen solche frivole Sünde sträubte sich sogar der Sinn seiner eigenen Boten und sie gaben die Geldsumme zu einem anderen Zwecke hin. Selbst aber dieser Jason war dem Volke nicht griechisch genug gesinnt. Bald brauchte Antiochus wieder große Summen zum Kriegführen. Er verkaufte daher das Priesteramt, für das ein gewisser Menelaus eine größere Summe bot als Jason. Auch versprach .Menelaus, noch eifriger für das Griechenthum zu wirken als Jason. Menelaus frevelte noch mehr als Jason, der sich wegen seiner Absetzung gekränkt zurückzog und auf Rache sann. Menelaus raubte ebenfalls Tempelschätze, und als der noch lebende Onias ihn dafür des Temvelraubes anklagte, wurde der fromme Priester listigerweise ermordet. Menelaus setzte den Tempclraub immer noch fort, und es kam zum Kampfe zwischen ihm und dem Volke. Durch Menelaus wurde auch Antiochus Epihancs aufgestachelt, die jüdische Religion mit Gewalt zu unterdrücken, wovon wir noch hören werden. (Abfragen!) Vis wann fand das Griechenthum nicht Eingang in Judäa? - Durch wen ging die ptolomäische Herrschaft zu Ende? Um lvelche Zeit? Wie heißt das Königsgeschlecht des Antiochus von Syrien? Wie waren die Seleuliden gegen die Juden gesinnt? Warum änderten sie später ihr Verhalten? Was bedeuten die Bezeichnungen „Chassidäer", ..Hellenen"? Erzähle von den Bestrebungen der hellenistischen Partei! Was muß uns am meisten mißfallen? Wer hätte dem Volke mit gutem Beispiele vorangehen sollen? Welche Frevel kamen im Gottesheiligthum vor? Welche drei Priester nannte ich?. Wie war Onias gesinnt? Woran sieht man seine Frömmigkeit und seine Gerechtigkeit? Welchen Racheplan ersannen die Hellenisten gegen ihn? Welche Folgen hatte die Verleumdung des Onias? Was bedeutet der Name Antiochus-Epiphancs? Wie zeigte Josua seine hellenistische Gesinnung? Wodurch aber erregte er das größte Aergerniß? Auf welche Weise ward Menelaus Hohrrpriester? Wohin ging Jason nach seiner Absetzung? Welche Folgen hatte die Tempelberaubung durch Menelaus? Welche traurige Folgen hatte für Israel späterhin noch das Wirken Menelaus' und seiner Anhänger? Erzähle von dem Hohenpriester Onias! — Bon Jason! — Von Menelaus! . Gib mit wenigen Worten den Unterschied an zwischen dem Griechenthum in Egypten und jenem in Palästina! .. Vergleiche das Verhalten der Ptolomäer mit dem der ersten Seleukiden! Warum verdient besonders das Betragen der Priester unseren Abscheu? (Uebergangsfrage zur Assoziation!) . . Z. Assoziation, r». Welche Pflichten hätten gerade in jener Zeit die Priester gehabt? Mit welchem' sündigen Könige in Israel lassen sie sich vergleichen? (Auch Achab verfolgt die wahren Propheten und speist an seinem Hofe die falschen; er verbreitet den Götzendienst.) Wie wohlgefällig wirkt hingegen das Bild eines Moses, der sich als ein treuer Hirte für sein Volk erweist. Nicht nur bei voller Lebenszeit möchte er dem Volke Lehrer sein; auch vor dem Tode ermahnt er cs eindringlich für alle Zukunft. Ebenso Josua. Samuel predigt überall. Es sind eben treue Hirten! h. Auch wir beschäftigen uns heutzutage mit Künsten und Wissenschaften. Wir kommen mit Nichtisraeliten, mit nichtjüdischen Schulen und Lehrern dabei in Berührung. Wir freuen uns mit allem Guten und Schönen, das wir lernen, und sind auch jedem dafür dankbar. Wird aber unser Glaube dabei leiden dürfen? Werden wir uns unseres Glaubens schämen oder gar ihn herabsctzen? Werden wir uns dadurch einschmeicheln dürfen bei Nichtisraeliten? Welche Juden dürfen wir uns zum Beispiel nehmen? Welche nicht?