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Der Israelit · 1903-11-19 · Heft 92 (19.11.1903) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 92 (19.11.1903)
Date
1903-11-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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2020 faiionen, die für die Interessen der Volksgesundheit Verständnis haben. Alle diese Vorstellungen waren erfolglos: . . P a l a st i n a. . Jerusalem. Die Halbseiertage des Lauhürten- und Peßachfestes bilden hier die Saison für Versammlungen. So wurden auch wahrend der letzten Sukkostage.in Jerusalem verschiedene Versammlungen abgehalten.. Das "Zentralkomitee der Lehrer hielt mehrere Sitzungen/ 'in welchen die Ausarbeitung eines einheitlichen Programms für die Schulen einzelner Kolonien besprochen'wurde. Dieses Programm must jedoch als' provisorisch betrachtet werden, da der Veschlust gefaßt wurde,'im Frühjahre eine Sitzung der Komitees scnnmtli-che-r Gelilim einzuberufen, um ein für alle jüdischen Schulen Jerusalems bindendes einheitliches Lehrprogramm festzusetzen. Las Odeffaer Komitee hat beschlossen. 10,000 Frcs. zur Verbesserung der Lage der jüdischen Handwerker in Jerusalem flüssig zu machen. Letztere hielten auch eine Versammlung ab, in welcher über ein Projekt zur' Hebung des Handwerkes in Jerusalem berathen ' Ungefähr 25' Juden gründeten hier vor kurzer Zeit/ .einen Kolonisationsverein. Jeder von ihnen machte 'eine Einlage von 2000 Frcs. Das Odessaer Komitee hat ihnen bereits ein Darlehen von 25,000 Frcs. bewilligt und wie verlautet, wird die „I. C. A." ihnen auch ein größeres Darlehen bewilligen. Man spricht hier von der Gründung mehrerer solcher Kolonltn, welche in nächster Zeit entstehen sollen. Die kleine Kolonie.'„Mauzo" wurde seinerzeit mit Hilfe der „Benei Verith" von drei Kolonisten gegründet. Jetzt befinden sich dort bereits 12 Kolonisten und es heißt, daß das Odessaer Komitee für dieselben noch weiteres Land ankausen werde. ''Äm letzten Eholhamoed war bereits eine Kommission aus Jaffa hier, um die betreffenden Landtheile zu besichtigen. In Jerusalem sind die Häuser zum "größten Lheile in Gruppen gebaut, 40 bis 50 Hauser bilden gewissermaßen ein abgeschlossenes Städtchen für sich. Jedes solche Städtchen hält einen eigenen Nachtwächter» welche bei einem Monatsgehalt von 8 bis zehn Rubel bis jetzt fast ausschlietzlich Neger oder Mofiarnnjebcmet:’ -nuäi Marokko waren. In letzterer Zeit beginirt/ Wass'chakdäische Juden für diesen Dienst ju verwenden und eignen sich dieselben in Folge ihrer Körper kraft und ihres Muthes für solche Dienste ausgezeichnete Es gibt unter den Juden solche, die wohl nicht daran denken.^sich bei Lebzeiten in Jerusalem mit ihrem Vermögen mederzulassen» dafür aber sich ein ewiges Nuheplätzchen im heiligen Lande nach dem Tode sichern. So wurde dar einigen Wochen der verstorbene Millionär CH. Basis aus Tunis hierher gebracht, um seinem letzten Wunsche entsprechend auf dem Oelberge begraben zu werden. Tie Beerdigung ging unter Theilnahme fast der ganzen Stadt mit großer Parade vor sich. Während der letzten Feiertage hatten wir mehrere Gäste aus Rußland und Amerika, welche das Sukkoihfcft hier feiern wollten. Einer derselben,'Herr Mankewiisch aus Wilna, spendete eine bedeutende Summe für den Tau eines neuen Pavillons im jüdischen Altersversorgungshause. In diesem Pavillon werden vier Personen Versorgung finden. Die Grundsteinlegung dieser neuen Abtbeilung, welche den Namen „Mankewitsch-Siistung" tragen wird, fand unter großer- Betheiligung am letzten Halbfeiertage statt. Zur selben Zeit wurde auch im großen Hospital „Share-Zedek", in welchem bis jetzt blos Frauen und Kinder Aufnahme fanden, eine Männerabtkeilung mit 12 Betten eröffnet. Ebenso wurde auch das „Meier-Anschel Rothschild- Spital" eröffnet und zum Chefarzt für dasselbe der gewesene Arzt des Pariser Rothschild-Spitals Dr. Michalowitsch, ein rumänischer Jude, bestellt. F e ui Ile t o n. Mi %m lob Hum Mer. i7i Von Heinrich Lebermann. ' xv. In Wahrheit mutz ich sagen, obwohl mein Vater in Wien, viele Freunde unter den Juden hatte, so war doch nur ein einziger da, dem sein Leid wirklich zu Herzen ging; und der Eine war ich.*) Denn als ich. horte, daß er in Fesseln lag und so viel zu ertragen, hatte, hatte ich mich am liebsten zu seinen Füßen ge-, werfen und die Fesseln frei in die Luft gehoben, damit sie seine Glieder nicht beschweren und um ihm auch sonst sein Leid durch meine Anwesenheit zu mildern. Als nun am 20. Tamms das Verhör vor der Kommission stattgesunden hatte, gelang es mir endlich, am folgenden Tage meinen Vater zu sehen. Aber nur mit großer Muhe war dies zu ermöglichen. Als ich bei ihm eintrat, traf ich ihn, mit einem Buche in der Hand, auf seinem Lager sitzend. Nur schwer erkannte ich ihn wieder. Tenn in den vier Jahren, während welcher ich ihn nicht gesehen hatte, war er ein Greis geworden: Das Gesicht, saht, mit lang herabhängenden Wangen, d.ie Augen ein-; gefallen und trübe vom.Weinen, das Haar silberweiß.. Kurz. wir betrachteten uns lange, bevor wir uns wiedecerkannten. Dann rief mein Vater laut: . ' *) Tie ZmammcintellunL dtcscs.^atzes mit dom vorangebenden foficmt ainudeuten bog der «oftn mit dem Ratb die Vermittlung deS tcanzomchen Gesandten er,r spater zu erbitten, nickt enrversranden war. Als lunaer Mann konnte er sich aber dem seüienr. Vater beigegebencn »kechtsbeistand.e nicht widersetzcn. AuL dem Verlaut de» Ganzen crgiebt sich, wie viel besser eS gewesen wäre, .sofort den Gesandten anzugehen. a ' *u“«v

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