Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 92 (19.11.1903)
- Date
- 1903-11-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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2019 -LN-,' die Säulen für das Himmlische wanken und schwanken und zeigen sich dem Strome der Zeit nicht gewachsen. Bei solchen und ähnlichen Gedanken möchte der besorgte Jehudi verzweifeln, und es bleibt ihm keine Hoffnung, keine Zuversicht, als mit der klagenden Mischna auszurufen: 'res b$?sVV.-H i;S n" -a bv c-arro nur eine Stütze haben wir noch in unserem himmlischen Vater, der die Seinen nicht verläßt, der uns die Versicherung gegeben, daß Seine heil. Thora nicht vergessen. Sein Gesetz und Sein Volk nie aufhören werden zu bestehen-." Wohl haben solche Befürchtungen und Ahnungen einige Berechtigung, aber zur Verzweiflung baben wir leinen Grund, bsiV' pbr» sd '2 ganz verwaist wird Israel seiner Führer nicht sein; das jüngere Geschlecht wird sich wieder ermannen, wird den Weg zur Gesundung einer richtigen Lebensanschauung, zur nun. nresi wieder finden, und diejenigen, welche dazu berufen, werden nach besten Kräften bestrebt sein, zu beleben. zu erwärmen und zu begeistern, damit sie sich einst sagen können i:rr;pT ns r-wz ste r:n-.nb' '-nrs „Heil, daß wir schon in unseren jüngeren Jahren suchten für das Judenthum zu wirken, und nicht damit warteten bis zu unserem Altern." So läßt so mancher unserer jüngeren Rabbiner auf ein wirksames Eingreifen hoffen, und gibt Beweise seines ernsten, eifrigen Strebens zum Bessern, sucht durch begeiferte Worte auf Geist und Gemüth in seinem Kreise zu wirken und Alt und Jung für Thora und Emunah, für Gesetz und Glauben, für Tugend und Sitte zu gewinnen. Als ein Zeichen solchen Strebens darf wohl vorliegendes Schriftchen, eine Gelegenheitsrede, die Herr Rabbiner Simon B a m b e r g e r zu Wandsbeck bei Uebergabe einer neuen Sefer Thora in das Heiligthum, aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des -Vereins zu Wandsbeck, in der Synagoge gehalten, angesehen werden. In geistreicher Ausführung sucht der Redner die Widmung einer Sefer Thora und die Hingebung an narr bv “cn rh'zi, worin sich der Verein auszeichnet. zu verbreiten, die hohe Bedeutung beider darzustellen und ihre Wechselbeziehung nachzuweisen. Schon in dem Ausdruck r.esi ncn sind die beiden Faktoren verbunden, die rroi in res als die höchste Wahrheit, die Hebung reiner, selbstloser Wohlthaten. Liebesdienste an Hingeschiedenen in res “en. Die Durchführung dieses Gedankens fördert so manche herrliche Erklärung von Schrift- und Midraschstellen zu Tage. In Anwendung auf die Tagesfeier führte der Redner aus. wie sehr er die hohe Bedeutung dieser beiden Begriffe erkennt, sie zu würdigen und in Wirksamkeit zu setzen versteht. Mit einem aus tiefer Seele sprechenden Gebete auf das fernere Gedeihen und Blühen des Vereins .und dem Wunsche, daß es nach ferneren hundert Jahren von demselben heiße “p6 ctf'i veyc schließt die herrliche Rede. , Wir wünschen dem jungen Herrn, der ja einer her- ' vcrragenden Rabbinerfamilie mit den besten.Vorbildern entstammt, auf diesem Wege tapfer fortzuschreiten und eine in noch weiteren Kreisen gesegnete Thätigkeit. Würzburg, 25. Marcheschwan. Eine seltene und sehr erhebende Feier vollzog sich dahier am gestrigen Abend. Herr Philipp Wolf, Weinhändler hier> stiftete eine neue Sefer Thora zu seinem: Privatgcbrauche im Hause und veranstaltete in seiner Wohnung zu deren Einlveihung unter Einladung und Hinzuziehung einer stattlichen Zahl von Interessenten,: eine dem heil. Akte entsprechende Feier. Nachdem die Versammlung in die festlich beleuchteten Räume getreten. wurde das neue Sefer in seiner Ausschmückung und Ausstattung besichtigt, die noch unvollendeten Schlußworte vom Eigenthümer und den Gästen vollendet. hierauf die letzte np-is daraus vorgetragen und dem Spender ein puinn pm zugerufen. Daran schloß sich ein solennes Festmahl an. wobei in sieben Tischreden herrliche min '-in mit Bezugnahme aus die Feier gesprochen und die besten Wünsche den Ver-. anstaltern, dem jungen Ehepaar, gewidmet wurden. Den Schluß dieser Reden bildete eine solche vom Gastgeber selbst, in welcher er unter Anwendung der Worte, welche der treue Knecht Abrahams bei Erfüllung seiner Aufgabe in der Sidra gesprochen, den Dank gegen den Allgütigen für die n'27 dieser ritte in ihrer ganzen Bedeutung, sowie auch den Dank an die Gäste und Tbeilnehmer in sehr gelungener Weise zum Ausdruck brachte. Das saun rc-o wurde versteigert und ergab ein beträchtliches Resu.ltat. Man trennte sich lange nach Mitternacht mit dem Bewußtsein, eine wahre ritte stt' nr.ctr witgefeiert zu haben. Rußland. Petersburg. Die russische Regierung hat, wie verlautet, neue Maßregeln gegen die Juden getroffen. Sie betreffen die kranken Juden. Der Minister des Innern hat durch einen besonderen Erlaß bekannt ge-" geben, daß es den Juden verboten ist, nach Moskau zu kommen, um in den dortigen Kliniken Aufnahme zu suchen. Gleichzeitig ist den kranken Juden „strengstens verboten" worden, den bekannten Luftkurort Aalta (Krim) und den ganzen Kreis von Mlia aufzusuchen. Somit sind die wichtigsten Luftkurorte der.Krim den kranken Juden versperrt. Die Heilbäder des Kaukasus sind es schon seit vielen Jahren; ebenso'die Seebäder der Ostseeprovinzen und Finnlands. Diese Maßregel, für die man beim besten Willen keinen vernünftigen Grund finden kann, sei er wirtschaftlicher oder politischer Natur, zeigen, daß der russische Antisemitismus, in eine sinnlose Verfolgungssucht ausgeartet ist. Der j Kongreß russischer Badegäste ist kürzlich.gegen die genannten Verfügungen bei der Negierung vorstellig geworden, wie schon früher andere russische Qrganr-