Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 92 (19.11.1903)
- Date
- 1903-11-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2017 in Italien bei einem gewesenen Minister, dessen Namen in aller Munde ist, Vorkommen mag." Ja, die Antisemiten sollen diesmal recht behalten: Wir sind stolz darauf, daß ein solcher Glaubensgenosse im Nathe der italienischen Krone sitzt. Hamburg, 13. Nov. („E s r a", Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Iuden in Palästina und Syrien.) Gestern am 13./II.'Abend, 9 Uhr, sprachen im großen Saale' der „Erholung" die Herren Dr. Alfred N o s s i g und Prof. Dr. Otto Marburg aus Berlin über das Thema „Unser Kolonisationsprogramm". Der große Saal der „Erholung" war voll besucht. Es hatte sich ein sehr zahlreiches, distinguirtes Publikum einaefundcn. Auch mehrere Herren des Central-Komitees in Berlin waren anwesend. Herr Dr. Rostig sprach anderthalb Stunden. Den Inhalt seiner Rede kann ich nicht wiedergeben, sehr häufig widersprach er sich: es war nicht herauszufinden, was er eigentlich wollte, ec sprach für Palästina und gegen Palästina, für Ostafrika und gegen Ostafrika, dann führte er in seiner Rede an, daß man ihn auf dem Baseler Krongreß nicht verstanden — man verstand ihn aber hier auch nicht. Nach ihm sprach der hochangesehene Prof. Marburg, dessen Rede großen Beifall fand. Er sprach kurz und klar und deutlich, schilderte die traurige Lage der Juden, und bemerkte, daß alljährlich 100,000 Juden planlos auswandern, es sei nothwendig, etwas dafür zu thun. Er brachte Beweise, daß die Juden sich für Feldarbeit sehr gut eignen und das geeignete Land dafür sei Palästina oder Syrien. Redner gibt auch einen genauen Bericht über die jüdischen Kolonien Palästinas, welcher mit Freuden ausgenommen wurde. Seine Worte fanden solchen Beifall und wirkten so anregend, daß Viele sich als Mitglieder einschreiben ließen. Nach dieser Rede fand eine rege Diskussion statt. S. M. Hamburg, 12. Nov. Der Präses des Kranken-' haus-Eollegiums, Herr Gemeindevorsteher Marcus V c i t h,. beging unlängst sein 23jähriges Jubiläum als Mitglied desselben, in welcher Veranlassung seine Eollegen ihm unverhoffte Ovationen bereiteten, indem sie ihm zu Ehren eine Festmahlzeit im Sitzungssaal des Zsr. Krankenhauses veranstalteten, zu welchem auch einige Honoratioren geladen waren. Nachdem Herr Bcith hier die Glückwünsche seiner Collegen entgegengenommen hatte, dankte er in formvollendeter Rede für die ihm erwiesene Ehre, die, weil er nur im Dienste der heiligen Sache seine Pflicht zu erfüllen sich bemüht habe, für sich allein nicht in Anspruch nehmen wolle, und sprach die Hoffnung aus, der Allmächtige möge ihm noch recht lange die Kraft zur Ausübung jener Obliegenheiten verleihen, welchem Wunsche auch wir uns anschließen. .. . . H. V. - Gleiwitz, 16. Nov. (Die Einweihung b.e's neuen jüdischen Friedhofes.) Zahlreiche Theilnehmer versammelten sich gestern Vormittag. um an der Feier der Einweihung des neuen. , jüdischen Friedhofes am Stadtwald theilzunehmen.. Als Vertreter des Magistrats, erschienen Erster. Bürgermeister Mentzel, Bürgermeister Miethe und Stadtrath' Rawitz, die Stadtverordneten vertraten die Vorsteher Neumann und Marlo. Pünktlich um 10 Uhr leitete - Gesang die Feier ein. Dann ergriff als Erster Archi- . tekt Fleischer aus Wien, dessen Kopf die Pläne für den Bau entsprungen sind und der die Leitung' des.. Baues übernommen hat, das Wort und führte aus, daß '' sich große Schwierigkeiten ihm entgegengestellt Hätten,'/ als man ihn berief, um der Gemeinde bei der. Anlegung, dieser Stätte der ewigen Ruhe und des ewigen Friedens \; behilflich zu sein. Wenn ihm dies nach Abänderung/ des eigentlichen Bauplanes und nach Ueberwindung"' aller der anderen Schwierigkeiten möglich geworden," ein Werk zu errichten, das für die verschiedenartigen/' Funktionen und Eeremonien seinen Zweck erfülle, der'/ Gemeinde zur Ehre und der Stadt zur Zierde gereiche, ' so danke er hierfür in erster Linie dem allmächtigen. Weltbaumeister, unter dessen Schutz der Bau empor-/ wachsen durfte, ohne irgend einen ernsten Unfall; so habe er aber ferner dem Gemeindevorstand, den Ge-.' meinderepräsentanten und allen denen, die bei der Aus- ' führung des Baues behilflich waren, in erster Ljnie/ seinem Vertreter Architekt Johann Miedet und den/ Vautechnikern Andreas Holzenpfeil und Oskar Start-/ jura, zu danken. Er übergibt das Gebäude mit dem /. Wunsche, daß die Benutzung der Gemeinde noch'recht lange erspart bleiben möge. Rechtsanwalt S <H.ii l l e t/ hält es als Vorsteher der Synagogen-Gemeinde für angebracht, heute an dieser Stätte einen kurzen Blick rückwärts zu werfen. Als man vor Jahrzehnten mit dem Vau des Gotteshauses zugleich einen Friedhof an-; legte, glaubte man für lange Zeit vorgesorgt zu haben./ Aber mit dem schnellen Wachsen der Stadt GlerwiH/ nahm auch die Gemeinde schnell zu und dementsprechend hielt auch der'Tod eine reiche Ernte, so daß gar. bald/ Stimmen laulwurden, die auf die Unzulänglichkeit des - bisherigen Friedhofes hinwiesen und für - Errichtung - ' eines neuen Sammlungen veranstalteten.- Wennjetzt/ ein Bauwerk errichtet sei, das, von einem ausgezeichite-' ten Meister ausgeführt und entworfen, eine Zierde sei - und den Todten zur Ehre gereiche, so danke-er allen,, die daran mitgewirkt; in erster Linie den städtischen/ Behörden, die den Grund und Boden zur Verfügung stellten, dem Meister, den Architekten/' den Bauleuten, den Mitgliedern des Friedhofausschusses, den - Ge-" meindeyertretcrn. der Gemeinde und nicht zum min/ besten denen, die sich so gepnS in den Dienst der Wohl-- thätigkeit gestellt haben, den. Mitgliedern des Be- - erdigungsvereins. Er übernimmt den Friedhof....und hofft, ..daß. "er ein Hort des Friedens für/die Dahin.-../ geschiedenen sein möge, die hier ihren. Frieden'finden,.:. ein Hort des Friedens für die Lebenden,' die' hier los'-' gelöst von dem Hasten und Treibenhks.Älltagslebens/