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Der Israelit · 1903-11-19 · Heft 92 (19.11.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 92 (19.11.1903)
Date
1903-11-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2016 lang allein saß ich Tag für Tag Lei b-Y nrx, unt Thora in althergebrachter, Weise zu lernen. Bald - - waren es die schwierigsten Parthien von rrn* ttx, ' bald non rrrrvracri bald von px. welche behandelt wurden. Alles aber wurde von der jrs: oder von der auf geschöpft, mit den z'rvxr bis zu den S’;!Tnx behandelt, und immer war das ein- . zige Bestreben, vm b? r,zbr. -rzb zu sein. Es waren keine Vorlesungen oder Vorträge nach bestimmt abgemessener Zeit, sondern lange Sommervormittage oder ' lange-Winterabend; erschienen oft noch zu kurz, um ein ^2 pzj zu sein. Ewig unvergeßlich sind mir auch diese Zeiten, in welchen ich das Glück hatte, auf diese Weise, unter solcher Leitung in der Thora zu forschen. Ter ganze Verkehr zwischen Lehrer und Schülern athmete nur Liebe und Freundschaft. In seiner übergroßen Bescheidenheit wollte der Rabbi seine Talmidim ' als c^zr. 311 sich Heraufziehen. Wir können überhaupt - die -große Bescheidenheit als eine der hervorragendsten Eigenschaften vp;n p^-tt bv bezeichnen, 'ab-az ■ In seinem ganzen Auftreten war er ängstlich bestrebt,' stets nur als einfacher, schlichter Jehudi zu erscheinen. Alls Bescheidenheit war er auch jeder Bethätigung von wrcn nach außen abhold. Die gedankenlose Menge brachte ihm dadurch auch viel weniger Ehren entgegen, als er in so reichem Matze verdient hätte.' Es tritt nun noch eine eigenthümliche Erscheinung, -die gerade in Süddeutschland zu beobachten ' war. hinzu. Dadurch, daß die alten C'arn ^»"1 wahre waren und gar keine äußeren Ehren beanspruchten, glaubten so Viele, daß sie auch Alles lind Jedes gegen diese n’crn sich erlauben dürften, und so zeigte sich so mannigfach, daß in manchen wbnp gar keine Spur von mn7: ~azz mehr zu finden war. Kam der iivn yx zufällig aber in einen Kreis, in welchem man noch mm zu üben verstand, dann wurde er mit Ehren überhäuft, was er sich in seiner großen Bescheidenheit oft gar nicht zu erklären verstand. Wie mir berichte! wird wJc: Vvtj -rlv2 \b. Durch ein Unwohlsein war es mir leiden nicht möglich, bei der mb selbst anwesend zu sein.''Uns aber gereicht zum Tröste die Erklärung, welche -.iv:n p'-flnben Worten gegeben: ran? rx ~.vz •' z'ab'rz i;«n 'jvs. Wenn Gott die Gefangenen Zions zurückführt, sind wir wie Träumende gewesen. Der- '' jcnige, ' ' welcher' aus einem schweren Traume erwacht, 5 1 freut sich, daß das Erlebte nur ein Traum war. und :bte Wirtlichkeit sich schöner gestaltet. Derjenige aber, * Welcher einen lieblichen Traum geträumt, findet es - .schmerzlich, daß all dies Herrliche nur ein zerronnener - Äcküm gewesen. So ist es.auch nach dem Wort der ''''i' Weisen'' /xw ’ v»n xobjn; tjü jv.-p p-tn xabyz nm ps H- Köbjfz nr> nw 3; V i ^srßer in dieser Wflt. derpMt des Traumes, groß erscheint, wird in der We^deh,wahren Lebens klem erscheinen. Wer aber in dijAr Welt als klein betrachtet wird, wird in der Welt derÄahrheit als groß vasreherr." So wird auch ~rz~x der in dieser Welt so wenig der äußeren Ehren genoffen, um so viel größer jetzt sein, rspp-r 1tzbzz, wie ja der p:s sagt cs r» bx-r) zrb'zzrzr. rr. zrzb ::r:: -p'^-w srp-,1 -2Nrw. Straßburg. Rabb. I. A. Buttenwieser. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. Berlin, im Nov. 'Auch in dem neuen italienischen Ministerium sitzt — zum nicht geringen Aerger unserer Antisemiten und Agrarier — ein Jude. Wie gemelde: wird, ist Luigi Luzzati zum fünftenmal zum Scha§- minister ernannt worden! Ein agrarisches Blatt mach: seinem Aerger in folgenden Sätzen Luft: „Durch Herrn Luzzati ist. dafür gesorgt, daß auch das neue Kabinet, das. den jüdischen Kriegsminister Ottolenghi nicht miiübcrnehmen konnte, ein jüdische- Mitglied hat. Im klebrigen hat sich Herr Luzatti durch eine unberufene und nicht übermäßig bescheidene Kritit der Handelspolitik anderer Länder, namentlich Deutschlands, einen „Namen"- gemacht; bekannt ist sein Ausspruch, die deutschen Agrarier seien „die gefräßigste Raffe der Welt." Daß sich Luzzati durch eine unberufene Kritik der deutschen Handelspolitik einen Namen gemacht hat. ist — höflich gesagt — durchaus unrichtig. Der beste Gegenbeweis ist der, daß . er bei den gegenwärtigen Handelsvertragsunterhandlungen zwischen Deutschland und Italien die Hauptrolle spielt. Aber eine andere Reminiscenz dürfte bei dieser Gelegenheit von größerem Jntereffe sein. Als am 7. Mai d. I. in Rom der internationale historische Kongreß abgehalten wurde, wurde das Thema „Bibel und Babel" zur öffentlichen Diskussion gestellt. Bei dieser Gelegenheit erösfnete nun Luzzati die Debatte mit einer glänzenden Rede, die mit den Worten schloß: „Ungeachtet aller Anstürme präsentirt auch heute noch die Bibel das lebendige Wort Gottes. Sie wird auch dem Ansturm des Herrn Delitzsch widerstehen. Der deutschen Wissenschaft wird es durchaus nicht gelingen, ste zu Tode zu kritistren. Selbst der bekannte Brief des Kaisers Wilhelm II. an den Admiral Hollm^nn wird an der Bedeutung der Bibel nichts ändern." r " Der „Ztg. d. Judenth." lourde damals über diese Rede berichtet: „Luzzatis Einführung war eine Kidusch Haschem im vollen. Sinne des Wortes! Eine Offenheit, Zuversichtlichkeit. Bekennerfreudigkeit, wie ste nur

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