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Der Israelit · 1903-05-28 · Heft 41-42 (28.5.1903) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 41-42 (28.5.1903)
Date
1903-05-28
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Mission, welche zur Ausführung der Idee mit der Gesellschaft Fühlung nimmt, damit letztere das zu Erstrebende als eigenen Zweig ihrer Thätigkeit zur Ausführung bringe. Herr Klausner glaubt, daß gegen den Vorschlag, eineKommission zu ernennen, nichts eingewendet werden könne; die Kommission werde erst nach der Aufbringung des erforderlichen Kapitals etwas thun können. Rabbiner Dr. Eschelbacher betont das dringende Vedürfniß nach einer Volksu. Jugendlitteratur; aus alten Jahrgängen jüdischer Zeitungen, aus alten Kalendern, ließen sich vorzügliche Erzählungen zusammenstellen, welche für ein paar Jahre Material bilden und zum Muster für andere Jugendschriftsteller dienen würden. Herr Willibald Löwent h a l bittet dringend den Verband, geschäftlichen Unternehmungen sich fern zu halten. Die Idee sei nur ausführbar, wenn ein tüchtiger Buchhändler zur Leitung des Unternehmens gewonnen würde. Der Referent ist mit der Uebergabe der Ausführung an einen Buchhändler vollständig einverstanden. Die Wahl der Kommission wurde einstimmig genehmigt und in dieselbe die Herren Dr. Karpeles, Klausner, K a h, Bambus und Dr. Eschelbacher gewählt. Die Konferenz hat sich alsdann noch mit den bis zum Schluß zuriickgestellten Berliner Anträgen zu befassen. In mehrfach erregter Debatte wurde gegen die Verbindung der drei Anträge protestirt und ihre Einzelberathung deshalb beschlossen. Der bereits im Berliner Litteraturverein angenommene Antrag Willibald Löwenthal: „Die Generalversammlung beschließt, eine kurz gefaßte Schrift von circa drei Bogen herauszugeben, in welcher die im Reuen Testament enthaltenen Lehrsätze den entsprechenden Quellen aus dem jüdischen Schristthum gegenübergestellt werden. Den Verbandsvereinen sind Exemplare für jedes ihrer Mitglieder zur Verfügung zu stellen," wird ebenfalls genehmigt, linb die Abfassung der Schrift den Herren Prediger Dr, L e v i n und Dozent Dr. E l b o g e n übertragen. Ein Antrag Bambus: „Der Verein beauftragt seine Delegirten, auf dem Verbandstage zur Sprache zu bringen, in welcher Weise wissenschaftliche Forschungen ans dem Gebiete der jüdischen Kulturgeschichte anzuregen sind." wird der „Ges. zur Förd. der Wissenschaft des Judenth." überwiesen. Es folgt zum Schluß folgender Antrag Vernfeld und Levin: „Es soll die jüdische Geschichte von Esra bis zur Gegenwart nach einem bestimmten Plane in kurz bemessenen Zeiträumen behandelt werden, in deren Mittelpunkt stets eine hervorragende Persönlichkeit zu stellen ist. Die Zeiträume sind in Vorträgen darzustellen. die den Rednern des Verbandes der Litteraturvereine zu übertragen wären. Rach Jahren sollen dicke Vorträge von einem Redaktions-Bureau aneinandergereiht und so ein Volksbuch geschaffen werden, welches die Religions-, Litteratur-, Leidens-, Emancipations und Kulturgeschichte, die das jeweilige Leben pations- und Kultur geschilpte, die das jeweilige Leben uieinem Beifall aufgenommenen Ausführungen begründet der eine der Antragsteller, Herr Prediger Dr. Levin, kurz diesen Antrag. Er führt die Mängel. der bisher vorliegenden Werke an. welche in keiner Weise Volksbücher seien; das zu schaffende Werk, dessen Ausführung er im Einzelnen angibt, solle nicht nur das Volksgemüth ergreifen, sondern auch den Volksgeist beleben. Die Form des Vortrages, welcher eine gewisse strenge Wissenschaftlichkeit voraussetzte, würde der Sache am besten dienen. PersonenkultuK solle in dem Werke'auf keinen Fall getrieben werden, die Persönlichkeiten seien nur als Vertreter einer bestimmten Zeit zu betrachten. Der Verband sollte eine bestimmte Zahl von Rednern auswählen, um die Vorträge — etwa 30 — halten zu lassen. In drei bis vier Jahren könnte das Werk abgeschlossen sein. Die Idee begegnete bei allen Rednern in der Debatte freudiger Zustimmung und der Antrag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. Punkt 2 der Tagesordnung betreffend die Organisation von Provinzialverbänden findet dadurch seine Erledigung, daß, nachdem Rabb. Dr. Freund- Ostrowo das Tätigkeitsgebiet der Provinzial- und Bezirks-Verbände umgrenzt und Dr. Karpeles die Rothwendigkeit einer Errichtung von zwei Provinzialverbänden in Schlesien, zwei in der Rheinprovinz und je eines in Ost- und Westpreußen dringend hervorgehoben hatte, Prediger Ellg u t h e r - Reiste sich bereit erklärt, ein Verband für Schlesien in die Wege zu leiten. Damit war um 7 Uhr Abends die Tagesordnung erschöpft. Redakteur Klausner dankte dem Vorsitzenden der Versammlung für die „energievolle Nachsicht", mit der er die Verhandlungen geleitet, Dr. K a r p e - l e s versicherte, daß der Verband das beste wolle, und daß. wenn der Verband die nöthige Unterstützung finde, auch aus den heutigen Beschlüssen etwas Gedeihliches ersprießen werde. Die Delegirten trennten sich, augenscheinlich befriedigt von dem günstigen Eindruck der Verhandlungen, welche für die Fortbildungslurse, die Bezirksnnd Provinzial-Verbände und für die litterarifchen Publikationen hoffentlich gute Resultate zeitigen werden. Zeitungsnachrichten und Corresporrdenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem Jahresbericht der „Israelitischen Volksschule" in Frankfurt a. M. (1902) entnehmen wir: Das abgelaufene Jahr ist eines der wichtigsten in d-'r ganzen nunmehr 22jährigen Geschichte der Israelitischen Volksschule. Hatten wir in unseren

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