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Der Israelit · 1903-05-28 · Heft 41-42 (28.5.1903) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 41-42 (28.5.1903)
Date
1903-05-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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bic reifen, vom Tage vorher bereits ausersehenen und durch Schnüre zusammengehaltenen Halme abgeschnitten. Mit leichten Staben wurden diese ausgellopft und die hierdurch gewonnenen Fruchtkörne: im Feuer geröstet und gemahlen. Das Mehl wurde dreizehnmal gesiebt; hierbei Schrot und Kleie immer beseitigt, bis der letzte Rückstand, ein Omer, ein zehntel Epba, das feinste Kernmehl ergab, welches dann in Form der Minochaus mit Oe! und Weihrauch dargebracht wurde. Fünfzig Tage hiernach wurde wieder ein Erstlingsopfer dargebracht; die ar:? .-L' die zwei Brode. welche aus der Frühreife des Weizens bereitet wurden. Die in angeführter Schriftstelle erwähnten neunundvierzig Tage bilden also die Zwischenzeit zwischen dem ersten und zweiten Ersilingsovfer, zwischen Omer und Bikurim. Wenn aber diese Tage weiter nichts zu bedeuten hätten, als jenen Zeitunterschied eben zu fixieren und ihn durch's Zählen bervorzuheben, dann wäre dieses Zählen heute nicht am Platze, heute, .177? da wir kein Omer und kein Bikurim haben: und doch ist Mizwas Sfiras Omer r.',r, nach vielen Poslim sogar eine rr.:rn p ein schriftliches Gebot. Es liegt sonach auf der Hand, daß die Bedeutung desselben auf einem Gebiete zu suchen ist, das stets aktuell bleibt, in die Heutzeit und in alle Zeiten hineinreicht. Lesen lvir also die Schriftstelle es*? ar*5CJ u. s. w. im 3. B. M., Cav. 23. V. 15 und lesen und lernen wir hierzu die Erläuterung, die im Sohar, diesem hehren, gedankentiefen und gedankenhohen Thorakommentar niederaelegt ist. Es ist dies die Sohar-Partie. mit welcher wir das Lernen in der Schowuaus-Racht beschließen. Dort finden wir in Wort und Bild den Gedanken ausgedrückt und veranschaulicht, daß diese Tage von Pesach bis Schowuaus Tage der Reinigung und Heiligung, des Emporstrebens und Emporhebens sein sollen. Wie einst das aus Egypten ziehende Volk alle dort angelegte Schlacke und Unreinheit in diesen neunundvierzig Tagen abgelegt und zu solcher Heiligkeit sich emporgerungen hat, daß es am fünfzigsten Tage fähig war, das Gotteswort mit lebendigem Leibe zu hören, so sollen diese Tage bleiben für alle Zeiten und für alle Geschlechter als eine Zeit der Reinigung und Heiligung. Und sie sollen deshalb ganz sein nc’cn diese neunundvierzig Tage, und man soll sie deshalb zählen, diese neunundvierzig Tage! Sinnig bemerkt w'N "1 in Midrasch rabbah: ws wpa bv wn pt?iy bu-L-'M nyps mtrcnp. Wann sind diese Tage ganz, wann Israel den Willen Gottes vollzieht. Haben wir also das Omerzählen stets mit diesem Vorsatze begleitet, und tragen wir diese Gesinnung hinein in die nunmehr kommende Zeit, dann hat das Omer mn p?a seinen Zweck, seinen hehren Werth. Ze.tungSuachrlchte» unv Eorresponveujtt». Deutschland. Strnsrlmrg. 26. Mai. Der „Verein jüdischer Studenten" feierte am Samstag, den 16. Mai seine Anirittskneipe, zu der sich sowohl hiesige Philister und auswärtige 53. I. St—er eingefunden hatten. Bbr. C a h e n eräffnete als erster Chargierter die Kneipe mit dem Salamander auf seine Majestät den Kaiser und begrüßte darauf die erschienenen Gäste. Die Kneipe nahm einen fröhlichen und würdigen Verlauf. Tie Tendenzrede hielt Bbr. P e r l i tz, der in kernigen Worten die Ziele und die Zwecke des V. I. S. darlegte und zum Schluffe die Grüße und Wünsche des „B. I. C." überbrachte für seinen jüngsten Kartellverein. Ihm antwortete Dr. Westheimer in einer vollendeten Rede auf den Bund, die mit einem Salamander auf diesen schloß. Ferner sprachen noch Bbr. Meyer auf die Philister, Dr. Ster n-Baden- Baden gedachte seiner früheren Studienjahre und verglich sie mit den heutigen Zuständen an unseren Universitäten. Zum Schluß ergriff noch Dr. Z 0 l i x das Wort zu einer launigen, humorvollen Ansprache, die allgemeinen Beifall fand. Eine fröhliche Fidulität hielt die Bbr. noch lange beisammen. Den Ertrag einer Kollekte für Kischinew, die wir während der Kneipe veranstalteten, führten wir zusammen mit dem bewilligten Betrag aus der Vereinskasse an den Berliner V. I. St; ab. Zu Chargierten für dieses Semester wurden gewählt: Cahen, B er mann, Weil. Höchst i. O., 26. Mai. Am 1. Juni d. I. (1. Tag Schowuoth) sind es 30 Jahre, daß Herr Isaak Ehrmann das Amt eines Religionslehrers und Kantors in der Gemeinde König mit seltener Pflichttreue versieht. Er hat es verstanden, während seiner langjährigen Amtsthätigkeit sich nicht nur das'volle Vertrauen und die Liebe seiner Gemeinde, sondern auch die Achtung der gesummten Bürgerschaft zu erwerben. Besonders verdient hervorgehoben zu werden, daß Herr . Ehrmann stets mit größter Zufriedenheit rw ccP seinen heiligen Dienstpflichten nachkommt und nicht amtsmüde wurde, obwohl er eine nach den heutigen Begriffen mehr als ungenügend zu bezeichnende Besoldung bezieht. Seine Schüler und Kollegen, die ihm manche nutzbringende Anregung verdanken, vereinigen sich deshalb in diesen Tagen in dem Wunsche, daß es ihm noch recht lange vergönnt sei. in Frische des Geistes und Körpers die Früchte zu genießen. die sein fegenvolles Wirken hervorbringt, rr-n cbwb 'b rap ppm Dem Jubilar selbst aber rufen wir ein herzliches ra w* und inniges so bia zu. mit

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