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Der Israelit · 1903-05-28 · Heft 41-42 (28.5.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 41-42 (28.5.1903)
Date
1903-05-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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915 der Bitte uns auch fernerhin ein berathender Lehrer und Freund zu sein. Mehrere Schüler und Kollegen. Kouiy, 26. Mai. Auf dein Friedhofe zu Könitz ist auf dein Grabe des ermordeten Gymnasiasten Ernst Winter ein Denkstein errichtet worden, der folgende Aufschrift trägt: „Hier ruht in Gott Ernst Winter, von ruchlosen Händen geschlachtet. Seines Körpers Ueberreste wurden, soweit ste aüfgefunden, am 27. Mai 1900 zur Ruhe bestattet. Geboren 27. September 1881. Gestorben 11. März 1900." Der Ausdruck „Geschlachtet" hätte von der Behörde nicht gestattet werden dürfen. Rußland. Petersburg, 26. Mai. Der „Regierungsbote" meldet: In einigen ausländischen Blättern erschienen Meldungen, die die am 19. und 20. April stattgefundenen Unruhen in Kischinew in einem falschen Lichte darstellcn. Die Meldungen beziehen sich auf einen Brief des Ministers des Innern an den Gouverneur von Bessarabien, in welchem der Gouverneur aufgefordert wird, Mittel auszufinden, etwa ausbrechende Unruhen unverzüglich auf dem Wege der Ermahnung zn unterdrücken, ohne jedoch die Waffen zu gebrauchen. Diese Meldungen sind erfunden. Ein Brief des Ministers vorstehenden Inhalts an den Gouverneur ist nicht vorhanden und eine Mittheilung, welche die bessarabischen Behörden auf die Unruhen vorbereitet, nicht erfolgt. Kowno. In dem kleinen Städtchen Willi am Ujeman ereignete sich ein Vorfall, welcher für die traurige Stellung unserer Volksgenossen unter den Christen sehr charakteristisch ist. In diesem Städtchen befand sich eine Synagoge, welche durch ihr Alter stündlich einzustürzen drohte und so eine Gefahr für die Andächtigen bildete. In Folge Verfügung des Gouverneurs wurde die alte Syna'goge gänzlich gesperrt. Dies gab aber zu dem Gerüchte Anlaß, die Juden hätten ein Christenmädchen in der Synagoge eingespcrrt. Die katholische Bevölkerung schenkte diesem Gerüchte Glauben und machte Miene, die Juden zu überfallen und zu mißhandeln. Der Jsprawnik erschien alsbald im Städtchen, öffnete die Synagoge und suchte die aufgeregten Bauern von der Lügenhaftigkeit dieses Gerüchtes zu überzeugen. Allein die Bauern wollten dem Jsprawnik nicht glauben. Erst das Erscheinen des katholischen Priesters und sein ernstes Mahnwori bewogen die Menge, auseinander zu gehen und ihr Vorhaben, die Juden zu züchtigen, aufzugeben. Rumänien. Jassy, 26. Mai. (R u m ä n i e n b e k o m t Ang st.) Das „Bukarester Tageblatt" schreibt: Die Jassyer Behörden haben -den strengsten Auftrag erhalten, den Eintritt der Juden aus Bessarabien zu verhindern. Die Negierung hat nämlich den Verdacht, , daß die russischen Juden aus Furcht vor neuen Metzeleien oder gezwungen von den dortigen Polizeibehörden, sich auf rumänisches Territorium flüchten. Aus dieser Ursache wurden auch die Wachposten am Prutufer verstärkt. J>m Anschlüsse an diese Privatmeldung liegt folgende offiziöse Notiz vor: „Angesichts der Einwanderung einer großen Anzahl von Juden aus Vessarabien, welche heimlich die Grenze überschreiten, hat der Minister des Innern beim Kriegsminister intervenirt, daß er Maßregeln ergreife, um die Grenzwachen gegen Bessarabien zu verstärken. Es ist selbstverständlich, daß weder für die mit regelrechten Pässen aus Rußland kommenden Fremden noch für Reisende aus andern Ländern irgend welche Einschränkung auferlegt wird." Gibt es noch Juden, die üch nach Rumänien flüchten? — Briefkasten -er Redaktion 4l. H. in Prefrburg: Herr Rabbiner Dr. Cohn in Basel wird gewiß bereit sein. Ihnen alles Wünschenswcrthe mitzutheilen. L. K. in F.: Sic dürlcn aus dem “i2D nicht vorlcsen, geben Sie es möglichst bald einem tüchtigen 121V zum Verbessern. H Z. in B: 23. Februar 1S91, gleich lö.Adarl 5651. Die Sldra ist Ntt'n ’D. ' Wersetzang ans dem Jfonrnal '»Ml«: 1. Freilich »kt ein Siinkr»»« Mensch. Unter dein obigen Titel erhalten wir mm unserem Landsmann Herrn Eue D. Gaginlescu folgende Zeilen zur Veröffentlichung, denen wir mit Vergnügen in unserem Blatte Raum geben. Braila. 15. März 1002. Herr Direktor: Zu meinem Leidwesen litt ich mehr als zehn Inhre on der schrecklichen Hernio. einer Krankheit, welche nur Lene, die das Unglück hoben an derselben zu leiden, beurteilen und die Quoten derselben kennen. Lu meiner Verzweiflung Hobe ich kein Opfer gescheut und mich mehreren Aerzten onoertrout. ober olle mir gereichten Medi» foineilte hotten zu meinem Leidwesen gor keinen E'-folg. Ais ich bereits jedwede -Hpsfnung onf eine Besserung verloren. und mich nun lebenslänglich verurteilt glaubte diese schmerzhofte Krankheit nicht los zu werden, erfuhr ich mm einem Bekonnten ons Lemberg, daß nch dort ein gewisser -Herr M. Freilich, ein wohrer Wnndermensch. befindet, und dos; snmmtlichc Aerzte und viele drte über ihn und seine Aedondluug. welche nur kurze Zeit dauert, staunen. Do ich nichts mehr zu verlieren hotte, reiste ich sofort noch Lemb erg. kehrte in die Anstalt des Herrn M. Freilich Grodecko 35, welch e derselbe selbst leitet, ein »nd wie durch ein Wunder wurde ich non ilim ohne jedwege Schmerzen im Beriousevvn 10 Tagen vollständig geheilt und vestiide mich sehr in bester Gesundheit, gerade nls wenn icb nicmols tranf gewesen wäre. Lch sehe mich also verpflichtet. Herrn M. Freilich, der es verstonden. mich uns meinem schmerzvollen Leiden zu erretten, öffentlicli meinen besten Donk hiermit ouszusprechen mit dem Bemerken. dost ich ihm lebenslang dankbar lein werde und glaube auch. Xenjemgen durch Berönentlichung dieser Zeilen eine Wvhlthol zu crweiien. welche an der schrecklichen Hernia leiden und von der Existenz des Herrn M. Freilich, eines Menschen, welcher Wunder schont und unzählige Belobungen erhalten, nicht wissen^ Lndem ich Lhuen. Herr Direktor, für die Berönentlichung dieser Zeilen da uke. empsongeu Sie gleichzeitig meine Hochachtung. Eue D. GagiulesciU 8

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