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Der Israelit · 1903-05-28 · Heft 41-42 (28.5.1903) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 41-42 (28.5.1903)
Date
1903-05-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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44, Jahrgang. me Rückblick auf die Minertage. Von Ludwig Krautz. Die Omcrtage gehen zu Ende. Langsam und stetig folgte einer auf den andern und füllte allrnählich die ihnen' zugemessene Zahl. — Neunundvierzig gezählte Tage waren es! Jeder repräsentirte seinen. eigenen Werth, wie gezähltes Gut jedes Stück seinen Werth repräsentirt; und da sie nun zu Ende gehen, diese gewählten Tage, mögen wir noch einmal denkend auf sie zurückblicken, ihren Werth abschätzen, ihre Bedeutung würdigen und das durch sie zu erstrebende Ziel und den durch sie zu erreichenden Zweck mit dem erstrebtem Ziel und dem erreichten Zweck einer prüfenden Vergleichung unterziehen. Omerzählen und Omertage hatten einmal — wenn auch nicht einen an-' deren Werth — aber eine andere Bedeutung.- Der Werth der Mizwoh iü freilich unveränderlich: er steigt und fällt nicht wie ein Handelsartikel; ,er hängt nicht von der vermehrten und verminderten Nachfrage ab, sondern er bleibt sich gleich wie die Tugend, zu der sie erzieht, die sie ansirebt. Wechseln an der Mizwoh kann blosi die Art, durch welche sie zum Ausdruck kommt, was aber nur in Fällen eintrifft, in denen neue Geschichtswendungen die ursprüngliche Darstellungsart verdrängt haben und ihre Anwendung vollends ausgeschlossen erscheint. Zu diesen Mizwohgattungen zählen alle pxr nvbr“ das sind alle jene Mizwaus, die vom Besitze des heiligen Landes abhangen, ferner olle auf Tempel, Altar und Heiligthum Bezug nehmenden Gottesgebotc, ebenso die Tummoh-Beseitigung und -Fernhaltung behandelnden Gesetzesvorschriften, wie die unter „Dinin" zu begreifenden Rechtsordnungen, die eine unabhängige, mit Bollziebungskraft ausgestattete Rechtspflege voraussetzen. Die Zeit, die nie rastende, die stetig an hem Weltall modelt, feilt und ändert; die zerstört und aufbäut, niederrcisi.t und aufrichtet, auflöst und zusammensetzt; die Zeit, dieser mächtige Wühlwurm, hat den Boden dieser Mizwans durchnagt. Der Tempel ist. gestürzt.^ der, Staat zusammengebrochen und ein ganzes Heer von Mizwans ist ihm ..zum Opfer gefallen! Dieses Sturz — so erschütternd . er war ..-7tödtlich war er nicht. Nur dje Hülle vermochte er'zu zerschmettern, die.Seele' blieb'unversehrt: und wenn Assaf in den Psalmen Davids (Eäv.?9) des. .Tempelverfalles/ge-' Lenket'und wehmuthsvoll.ausrnft: „Gött, . Völker'sind in Dein Erbe gekommen', haben die Machtstäne D,eines Heiljgthgms vcrunläutert, haben Ieruschaläim' Zu Trümmern gemacht", so ist es immerhin ein Mismaur, ein Gesangeslied — und keine nz'p kein Klagelied, das. da in' herrlichen.Accorden seiner Harfe entströmt; denn es waren ja doch nur die c's?, das Holz und die Steine^ die die Völker in Schütt und Asche verwandelt; das, was das Holz und die Steine zum Ausdruck gebracht, die Gedanken und den Geist.' vermochten sie nicht zu vernichten, und sie. haben, sich erhalten in Tauroh und Tfilloh. Wenn wir Morgens und Abends unser Parschas-Hakor.bonäüs andachtsvoll sprechen und mit. Sehnsucht am die Wiederhersitllüng der Korbouaps denken; -venu wir die Halachas über Mikdosch - Einrichtung .und -Heilighaltung, .über' TruPmoh., Masers Schwiis, Hikurjm lernen; wenÜ . wir.' die viel '.verzweigten '..und.', Inhattstiefen ' Ge-.' setzesvorsch'riften' der Tum.moh und Tahar'oh lernen; toen-n wir die jüdische Rechtswissenschaft lernen, diese geistvollen Thesen, hieselühnen Voraus-, setzungen, diese. haarscharfen.^Schlüssewenn wir. üü's hieran erheben; hieran erwärmen und 'begeistern;' wenn diese Dinim, Halachas und Wissenschaften herzvcredelnd, geistklärend, gemüthläuternd, gedankenreinigend auf uns ivirken und wir durch sie edler, geläuterter, reiner geworden, daun — ist der Tempel nimmer verbrannt, der Altar besteht hoc^ unb mit ihm die heiligen und heiligenden'Opfer. ' " , Diese Anschauung bringt die OinermiZwoch, ''wie sie' jetzt in der Diaspora zur Geltung" sommt, züin Ausdruck.' '''' .' , Die ursprüngliche Fgssüng dieser Mizwoh/' die durch, die' hereingebrochene ' Staätskätästrophe'' eine' wesentliche.Einbusie erlitten, lautet also:;,Wenn ibr zu dem Lande kommt, das ich euch.gebe und seine Ernte' schneidet, so bringet ihr das Erstlingsömer eures Schnittes zum Priester. And er wendet das Omer vor Gott zum Ausdrück eures Willens, ' am Tagenach' dieses Sabbat wendet es der Priester. Und ihr zählet' euch von dem'Tage'nach diesem Sabbat,'/ von' denk Tage 'eurer Darbringung ' des Omers, der' 'Wende: sieben volle Sabbate sollen, es'sein; bis 'zu.m'Tagc nach dem siebenten Sabbat"zählt' ihv fünfzig Tahe'; und' bringet 'dann Gott eine Üeue Hüldrgüngsgabe'- nähe," (2/B, M/23,-10, 11'. Au'Sfnstrnisg gekomckew.' . . Am ersten Nachmittage des'/P'esvrch'fesw^^begab''sich^ die" Gemeind'? in^errrs'chakgir!?' /n'it.dM 'Ms-D.!ü an der WpißejchegleitekÄb'ördttüntwn -her dci? O rtf.chä fteii,' nnf * ein' Metrei'd'e fe kt? '8e'^ - näch'sM Uni-' gehung,/'dy^.^ reif?. Gerssensatiiew''gezelUgt Nacht wurde abgewartet und nach Einbruch derselben

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