Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 41-42 (28.5.1903)
- Date
- 1903-05-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449929--58312-2522680- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
■y ' - - . . ' .. Aufschluß zu ertheilen im Stande ist und der Vers sich x veranlaßt sieht, zweimal auf den anspn 2x:r? ix: hinzuweisen. Ihre Arbeit verrichtet Ruth stehend t^irrxrn) wohl auch, um ihre Sittsamkeil im Kreise , Fremder zu wahren. Daneben nennt sie der Text in . dieser Schilderung mehrmals tt-xv: , vielleicht in der Absicht, uns darauf hinzuweisen, daß sie diese hehren Eigenschaften mit aus zw gebracht. Ist so die Moabiterin. wie wird sie erst als Jüdin sein. Das Feld, aus welchem sie arbeitete, gehört einem nahen Verwandten der 2x2, ein Umstand, der für: die Zukunft von 7>n entscheidend war. vz ' war nicht zugegen, als r:i mit der Arbeit begann. Desto unbefangener konnte er vielleicht das Verhalten seiner neuen ■ Dienerin beobachten und würdigen. Wie tief er empfunden, wie hoch er den sittlichen Adel der m zu schätzen wußte, zeigte er in den Anordnungen, die er seinen Angestellten betreffs ihres Benehmens dem Mädchen gegenüber gab. Auch ivz gegenüber legt sie ein würdiges Benehmen an den Tag. Wohl nicht umsonst schildert der Vers die Ankunft des Herrn auf dem Felde, (vs cr6 irre S2 1x2 nn), Der Herr grüßt seine Diener im Namen Gottes. Einstimmig schallt der Segensspruch der Dienerschaft, welcher gleichfalls im Namen Gottes ergeht, über die Korneswogen dahin. Wie erhaben zeigt sich rin. wenn sie am Schluffe ihrer an 'vz gerichteten Dankwortc auf ihre Abstammung hinweist. Im Ebor der Juden, in deren Reihen der Gottesgedanke so mächtig lebt, daß die Aehre auf dem Felde von ihm getragen und das schlichteste Gespräch, ja, der in anderen Kreisen oft so fade Gruß von ihm durchweht ist, fühlt sie die Niedere des Heidenthnms gar tief. Das N'022 '222 in ihrem Munde ist eine Perle in der hehren Kette ihrer hervorragenden Eigenschaften. rin blieb auf dem Felde der '>2x2 von der Gersten- bis zur.Weizenernte und lernte so die Lehre kennen, welche den Juden alljährlich die Gerste als seine körper- - liche Existenz, und den Weizen als seine höhere menschliche Nahrung hinstcllt. Sie hatte gewonnen, w2 tvar der Mann, deffcn Denk- und Empfindungsweise der ihrigen innig verwandt war. Das Wort der Mutter “vc ist inhaltsschwer. Er hatte sie erkannt und versprach ihr bald, daß er sich ihrer annehmen werde, wenn nicht ein ihr noch näher stehender gewisser Verwandter gewillt sein sollte, sie als Gattin hennzusühren. In der That hegte dieser Verwandte nicht die Absicht, nn Gatte zu werden. Wohl tvollte er das Besitzthum von welches dieser scheinbar vor seinem Auszuge aus 'rr verkauft, mit seinem Vermögen zurückerwerben. Allein zu einer Heirath mit nn war er nicht zu bewegen. Es ist interessant, mit welchen Einzelheiten der Text diese Thatsache berichtet. Greifen wir aus demselben dasjenige Moment hervor. welches für unseren Zweck am Wichtigsten ist. Der Name des Verwandten wird nicht erwähnt. Unter der Bezeichnung '2?brr *;b-2 wird er uns vorgeführt. Der Grund seiner Weigerung, nn zu heirathen, bestand noch der Lehre unserer Weisen, in seiner Unkenntnis des Gesetzes, 7?2rr'2 rrbi 'zxr; ,rrrz7 *6: Es scheint, daß es sich hier nicht blos um Unkenntniß des Gesetzes, sondern zu gleicher Zeit um Mangel an Verständniß für den Geist dieses Gesetzes handelt. Er war eben kein 7x2. nicht ein ^Tt 1722, ein Held der wackeren Tbat und der gereiften Erkenntniß. Indem er sich weigert, die Ehe einzngehen, interessirt uns sein Name, nicht. Da er uns gleichwohl vorgeführt wird, so erkennen >vir darin den Grundton der ganzen 2^23. daß nämlich 7m aus einem edlen Menschen zu einer edlen Jüdin wurde. Und dazu bedurfte sie eines besonders sür sie geeigneten Gatten, den sie an W2 fand. Mit ihm gemeinsam legte sie den Grundstock zu der herrlichen Geschlechtskctte, an welcher der unsterbliche Sängerkönig ein hervorragendes Glied bildet. Zeitungsnachrichten und Corresponderneir. Deuts chland. Berlin. Der „Hilfsverein der deutschen Juden" hat, wie uns derselbe mittheilt, sogleich ein Mitglied seines Eentralkornitee's nach Kischinew entsandt, um die durch die Massacres geschaffene Lage zu prüfen. Die Aufnahmen, die der Abgesandte an Ort und Stelle vorgenommen bat, liegen nunmehr vor. Danach ergibt sich folgende Sachlage. Die Zahl der zerstörten Häuser in Kischinew beträgt in runder Summe 700; außerdem sind 600 Geschäfte zerstört. während die Häuser, in denen die betreffenden Geschäfte sich befinden, nicht stark gelitten haben. Die Zahl der Menschen, die obdachlos geworden sind, ist ans 1.0,000 resp. 2000 Familien zu schätzen. Die Familien sind mittlerweile bereits untergebracht. die einzelstebenden Personen nur zum Theil, geiödtet auf der Stelle wurden bei den Massacres 4» Personen, schwer verwundet 84. leicht verwundet mehr als 500. Bisher wurden für die Betroffenen 60.000 Rubel verausgabt; vor allem, um ihnen Nabrung und, soweit es nothwendig Kleidung zu schaffen? Eharakteristischerweise haben die Mttwen sich gescheut selbst Geld anzunehmen, weil sie für die russischen Pfingsten neue Plünderungen befürchteten und annahmen, durch ihren Besitz die Plünderer aus <ich zu ziehen. Die Zahl der Personen, die nur mittelbar von den Ausschreitungen betroffen wurden, ist auf 20,000 zu schätzen. Sie sind dadurch geschädigt, daß