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Der Israelit · 1903-05-25 · Heft 40 (25.5.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 40 (25.5.1903)
Date
1903-05-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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zer Kinder unterstützt und für deren Erziehung und Verpflegung 220,813 Mt. aufgewendet. Zur Zeit sind 31 Kinder in der Obhut des Vereins. Sämmtliche übrigen Mainzer jüdischen Wohlthätigkeitsvereine waren durch Deputationen bei der heutigen Generalversammlung im Gemeindehause vertreten und uberbrachten der Schwesterinstitution ihre Glückwünsche. Der Präsident der Jsr. Gemeinde, Herr Justizrath Dr. Ferd. PH. Mayer, warf in einer längeren Ansprache einen Rückblick auf die halbhundertjährige Wirksamkeit des Vereins und zeigte, wieviel Segen er der hiesigen Glaubensbruderschast gebracht. Herr Rabbiner Dr. Salfeld feierte ebenfalls den Verein in längerer gehaltvoller Rede. Herr Bertram Vondi sprach im Namen der Jsr. Religionsgesellschaft und schlug vor, statt des äusscheidenden Herrn Jos. Reinach den bekannten Philanthropen Herrn Bankier Eduard Simon in den Vorstand neu zu wählen; es erfolgte dessen Wahl seitens der Mitglieder mit Stimmencinheit. Der Saal, in dem die Feier stattfand, war mit Blumen auf's Schönste verziert. Auch uns sei es gestattet, dem Verein ein kräftiges Masseltof zuzurufen. Hamburg, 19. Mai. Der „Verein zur Förderung Israel. Speisehäuser" (Sitz Hamburg) hat sich neuerdings die Ausgabe gestellt, koschere Fleisch- und Geslügelkonserven unter der eigenen Marke „Machol" dem reisenden Publikum in bequemer Weise dadurch zugänglich zu machen, daß diese Conserven bei den Bahnhofsrestaurateuren und auf transatlantischen Dampfern zunächst auf den Dampfern der Hamb.-Amerika-Linie zu haben sein werden. In anerkennenswerther Weise hat das Proviantamt dieser größten Dampfschiffsahrtsgesellschaft der Welt, diese Idee acceptirt und sofort eine entsprechende Ordre dem Vereine aus seine Marke „Machol" ertheilt. Die Passagiere — zunächst der ersten und zweiten Kajüten — brauchen sich nur an ihre Stewards zu wenden und nach der Marke -Machol" zu fragen, worauf ihren Wünschen auch betreffs der weiteren rituellen Zubereitung derselben vollends entsprochen werden wird, während für die Zwischendecke fortan in anderer, wahrscheinlich noch radikalerer Weise für koschere Verpflegung gesorgt werden wird. Zu diesem Zwecke hat sich die Direktion der Hamburg- Amerika-Linie an den Vorstand des hiesigen Jsr. Vereins für Obdachlose gewandt, der bekanntlich auch die Sorge für die isr. Auswanderer übernommen (siehe meinen jüngsten Bericht hierüber) und um geeignete diesbezügliche Vorschläge gebeten. Diese Angelegenheit dürfte sich unter Mitwirkung des erstgenannten Vereins befriedigend regeln lassen, worüber ich Ihnen gelegentlich weiter berichten werde. Inzwischen wäre"' es die Ausgabe der jüdischen Presse, die Bestrebungen des Vereins für Forderung Jsr. Speise- Häuser dadurch zu unterstützen, daß durch geeignete Reklame, die von dem Vereine mäßig honörirt werden; das Publikum auf die Marke „Machol" aufmerksam gemacht und zur Nachfrage veranlaßt werde. Jede Dose trägt den Doppel-Siegel des Vereins und wird die Marke „Machol" äußerlich kenntlich zeigen. Die Herstellung der Fleisch- resp. Geflügelkonserven geschieht unter strengster Observirung der rituellen Vorschriften. - — In Nr. 32 des „Israelit" wurde von hier über die Errichtung eines großen Seehospiz in Cuxhaven berichtet, welches aus dem Rest der Hinterlassenschaft des sel. Herrn Marcus Nordheim — es sind dies ca. VA Million Mark — erbaut und unterhalten werden soll. Der Testator hätte als Präses der hiesigen „Deutsch-Jsr. Gemeinde" zunächst für' die Bedürfnisse dieser sorgen sollen; er beschränkte sich jedoch nur auf den Wunsch, die Testamentsvollstrecker möchten diese in erster Linie berücksichtigen. Das geplante Hospiz dürfte dem Wunsche des Testators kaum entsprechen, indem es wohl isr. Kinder so wie diejenigen aller anderen Konfessionen aufnehmen wird, ohne sich aber um die rituellen Bedürfnisse ersterer in irgend einer Weise zu bekümmern. Aus diesem Grunde wurde der bekannte Verein zur Unterstützung schwacher isr. Kinder (Ferienkolonie), Vorsitzender Herr Ludwig Mathiasson, bei den Testamentsvollstreckern vorstellig; es gelang ihm nach längerem Verhandeln und unter Hinweis auf des Testators im Testament niedergeschriebenen Wunsches, aber nur die bescheidene Summe von 40,000 Mk. zur Unterstützung des bereits ebenfalls in Cuxhaven (Däse) im Bau begriffenen Jsr. Kinderhospiz bewilligt zu erhalten. Aus der etwa zwölf Millionen Mark betragenden Hinterlassenschaft des Gemeindcpräses Herrn Marcus Nordheim s. A. (der keine Kinder hinterließ) hat die Gemeinde somit nur wenig aufzuweisen. '12^ w»3,jn» ths b Oesteiieich. Krakau, '22. Mai. (Gegen das Gesetz über die Sonntagsruhe.) Gestern fand eine Versammlung jüdischer Kaufleute unter dem Vorsitze des Kultuspräsidenien Dr. Leo H o r o w i tz statt. Die Versammelten erklärten, daß sie die Interessen der jüdischen Kaufmannschaft, welche beinahe 70 pCt. des galizischen Handelsstandes bildet, durch die projektirte Äenderung des Gesetzes über die Sonntagsruhe sehr gefährdet sehen, und beschlossen, wenigstens eine sechsstündige Verkaufszeit zu verlangen und eine diesbezügliche Resolution an den Polenklub und die polnischen Abgeordneten zu senden. RußkanK Petersburg, 22. Mar. (E in e S y m p a t hie - kundgebüng für die Opfer von Kisch i ne w.) Wie die „Ruk. Wjed." mittheilen, hat der

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