Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 39 (20.5.1903)
- Date
- 1903-05-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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zur Freude seiner ehrwürdigen Gattin, die n-rzz .-©i» 7^3 ic wenig in die Oeffentlichkeit tritt und doch ein Leben opferfreudiger Thätigkeit führt im Dienste ununterbrochener Wohlthätigkeit. die den leider iwnier seltener werdenden Typus der altjüdischen Frauengestalten in edelster Weise verkörpert. . Zur Freude seiner Schüler, denen der weise Rath des Alten immer reichlicher Belehrung zu spenden vermag, zur Freude seiner Gemeinde, der sein Ruf immer zahlreichere Mitglieder werben wird, zum Heile der gesammten Judenheit dxnv" xv die nicht verwaist ist, so lange es solche Söhne in seiner Mitte zählt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. - Deutschland. Frankfurt a. M. Dem zehnten Rechenschaftsbericht des Vereins „Gumpertz'sches Siechenhaus" in Frankfurt a. M., für das Jahr 1902, entnehmen wir: Den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr haben wir mit der dringenden Bitte geschlossen, die baldige Erweiterung unserer Anstalt uns zu ermöglichen. . Den diesjährigen Geschäftsbericht müssen wir mit der gleichen Bitte beginnen. Die Verhältnisse nöthigen uns. die Erweiterung der Anstalt in Angriff zu nehmen. Die Gesuche um Aufnahme häufen sich, die Hülflosigleit der Unglücklichen, denen unser,Verein so gerne beistehen möchte, macht es uns zur unabweislichen Pflicht, Mittel und Wege zu finden, um die Wohlthaten der Anstalt den vorhandenen dringenden Bedürfnissen auch nur einigermaßen anzupassen. Leider gestatten es unsere Mittel immer noch nicht, zur Ausführung unseres langgehegten Wunsches zu schreiten, unser Haus, das leider viel zu klein ist, zu vergrößern und die Zahl de: Pfleglinge entsprechend dem Bedürfnisse zu erhöhen. Um nur ein neues Zimmer zu gewinnen, haben wir im Hause die Veränderung getroffen, daß wir die Küche in den Souterrain verlegten, eine Veränderung, die auch deßwegen nützlich war, weil damit die Küchenanlage verbessert und vergrößert wurde. Dies erforderte einen Kostenaufwand von ca. 7000 Mark. Wenn trotzdem der Vaufonds keine Einbuße erlitten hat, so ist dies gütigen Zuwendungen von Wohlthätern zuzuschreiben, die Mk. 20,357 betragen. Es wurden verpflegt: 12 männliche und 28 weibliche Personen. Es verstorben: 4 männliche und 6 weibliche; entlassen wurden: 2 weibliche, so daß am 31. Dezember 1902 8 männliche und 20 weibliche Personen verblieben. Die Gesammtzahl der Pflegetage betrug 9188. Marburg. Dem ersten Bericht des Vereins „Jsr. Schüler- und Lehrlingsheim" zu Marburg a. L. entnehmen wir: Zwei Motive sind es. die unsere Stiftung in's Leben gerufen haben: sie sind beide innerlich verbunden. Das eine Motiv betrifft die soziale, die geistige, die sittliche Hebung derjenigen jüdischen Landbevölkerung, die von der Agitation am schwersten betroffen worden ist. Das andere Motiv bedeutet die religiöse Erziehung dieser Jugend. In dem schweren Kampfe der Zeit fordert die Erziehung der Jugend den religiösen. Unterricht, damit das Bewußtsein und die Ueberzeugung des Juden von der Wahrheit seiner Religion begründet und gekräfiigt werde. Weit gefehlt, daß dadurch die allgemeine Schulausbildung beeinträchtigt werden könnte, wird sie vielmehr geschärft und erweitert. Unsere bisherigen Erfolge bestätigen diese allgemeine Erfahrung unserer Geschichte. In dieser Einsicht wollen wir weiter streben, und unsere verehrten Mitglieder bitten wir angelegentlich um die Erhaltung ihrer Gesinnung und ihres Vertrauens. . ' Die Anstalt wurde am 16. April 1901 mit 13 Zöglingen, und zwar mit 11 Schülern und 2 Lehrlingen eröffnet. Im Laufe des ersten Schuljahres traten noch 7 Zöglinge hinzu, während 2 Schüler, davon einer wegen Erkrankung, und ein Lehrling, der mit gutem Erfolge seine Lehrzeit beendet hatte, theils während des Schuljahres, theils am Ende desselben, die Anstalt verließen. Bei Beginn des neuen Schuljahres 1902—03 wurden 20 Zöglinge, im Verlaufe desselben noch fernere 9 ausgenommen, sodaß die Zahl derselben gegenwärtig 46 beträgt. Für den Beginn des neuen Schuljahres 1903—04 sind bis jetzt noch 15 Zöglinge angemeldet. Die Zöglinge stehen ln einem Alter von 9 bis 17 Jahren. 15 Knaben besuchen, fast, alle zur Vorbereitung, die jüdische Volksschule. 23 die Oberrealschule. 6 das Gymnasium. Da das Heim nur für 25 Zöglinge berechnet war, waren wir genöthigt, am 1. April v. I. vorläufig in einem Miethhause eine Filiale zu errichten; für den April d. I. mußten wir ein der Filiale benachbartes Haus noch hinzu miethen. Eine große Zahl von Knaben, für die ganze Freistellen beansprucht wurden, mußten wir zu unserem großen Leidwesen abweisen. Rußland. Wilna. Der „Ssewero Sapadnoje Slowo" berichtet über einen Vorfall, der in seiner Rohheit vereinzelt dasteht. aber auf die Lage unserer Brüder merk- , würdige Streiflichter werfen dürfte. Der- Polizeiaufseher des vierten Bezirkes des Wilnaer Kreises, Putschkowskij, passirte auf einer Amtsreife das Gut Woronka. Hier erblickte er den Zimmermann Leib Golub, der dort