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Der Israelit · 1903-05-20 · Heft 39 (20.5.1903) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 39 (20.5.1903)
Date
1903-05-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Herr Oberkantor Dubowski verlas für die Beamten der Adaß-Jißroel-Gemeinde eine hebräische Adresse, Herr Prager für den Talmud-Verein, an dem der Jubilar in der ersten Zeit seiner Berliner Wirksamkeit als Lehrer thätig war, eine deutsche. Rabbiner Dr. Eppenstein-Briefen schilderte als Vertreter der älteren Schülergenerationen, was Berliner's Persönlichkeit ihnen in der Vergangenheit gewesen, und was sie in der Gegenwart für sie bedeute: X2 tp* nicht die Tage sind über Abraham gekommen, er war in die Tage gekommen. Durch diese Kraft, die Berliner auch seinen Schülern einzuflößen wußte, vermöchten sie dem Zeitgeiste zu widerstehen. Er habe sie gelehrt, zu bethätigen den Satz rrsnc v.z> p2 r,;n:v run mru groß und unzerstörbar ist die Erkenntniß, die ihren Ausgangs- und Endpunkt nimmt in der Gottesfurcht. Der Midrasch wendet auf Abraham an das Wort: -p’ bv ■pv» inn gürte dein Schwert um die' Hüfte. So habe auch Berliner 38 Jahre gekämpft, das Schwert in der Hand, -p' 'svcz mcT» pxi \t möge die Herrlichkeit Gottes walten über dem Werk seiner Hände. Herr Dr. Holfmann erstattete dem verehrten Kollegen seinen Dank dafür, daß er die ersten Mittel zum Drucke seines Pentateuchkommentars beschafft. Das Werk, das wohl auf acht Bände anwachsen werde, und dessen letzter Band erst in einenr Jahrzehnt werde zu erwarten sein, hoffe er dem Jubilar zu seinen c’jiop als Ganzes mit Worten des innigsten Dankes überreichen zu können. Mit thränenerstickter Stimme pries dann am Schluß ein ehrwürdiger Greis, der Schwager Prof. Berliners, Herr Herzberg aus Filehne, Gottes Gnade, daß Er der Familie diese Zierde verliehen. Wenn wir je daran gezweifelt hätten, daß Pros. Berliner trotz seines Alters die ganze Spannkraft der Jugend innewohnt, dieser Zweifel hätte angesichts der Thatsache schwinden müssen, daß er bei all' der seelischen Abspannung, die dieser über zwei Stunden sich erstreckende Empfang der Deputationen im Gefolge hatte, es sich nicht nehmen ließ, auf jede einzelne Ansprache zu erwidern, frisch, lebendig, begeistert und mit inhaltsreichen Ausführungen. Wir können den der Berichterstattung so reichlich zugewiesenen Raum nicht noch mehr überschreiten durch eine Wiedergabe der Antworten in extenso. Einige geistvolle und innige Sätze sollen doch Platz finden. Wenn er sich auch als Grundprinzip seines Lebens das Wort gemacht: T“Rpa 'iLvb txt "va bzb ':x “cn. Ein Genosse bin ich allen denen, die Dich fürchten, die Deine Satzungen beobachten, so bemerkte er bei Ueberreichung der Jubelschrist, so habe er doch bei den wissenschaftlichen Forschungen sich mit Allen verbunden, nach dem Worte:' •fr n»T m«? min "robb TM pcn. Du sollst dich auch bemühen, solche Thora zu lernen, die . nicht dem Erbe, die nicht direkt Thora ist,' sobald du nur den Nachsatz nicht außer Augen laßt: zvb rrr 72*2 i: Herrn Gumperz gegenüber, der den festen Standpunkt gerühmt habe, den er eingenommen, müsse er erwidern, daß sein Leitstern immer der Satz gewesen sei: '.11x2 n\T emix wVsift npa srm 12 wer einen festen Standpunkt in seiner und für seine religiöse Stimmung sich erwählt, den wird der Gott Abrahams, des in zehnfachen Prüfungen Erprobten, immer stützen und fördern. Den Hörern des Rabbinerseminars, die ihm die Menorah überreichten, gab er die Lehre auf den Wc:: tx man' rrasa 12 ein Leuchter ist das Gebot und die Thora das Licht. Jede .11x2 ist ein 12 und die Thora in ihrer Gesammtheit das Licht. 12 ist der Lichjhalter, tx der Lichtstoff. Die neuere Zeit begeistert sich für das Licht, das die Thora aussendei, für die Ideen des Monotheismus, der Humanität und des Pflichtbewußtseins. die sie enthält. Doch was stammt das Licht ohne den Lichtkörper, den Lichthalter, es verfliegt und erlischt, vermag nicht dauernd zu erhellen und zu erwärmen. Darum sollten sie sich hüten vor jener Bahn, die eine mn* new nicht nur für den Sabbat verlangt, sondern für alle Zeiten, vor der Zweiseelentheorie, die den Leuchter auf der Kanzel wohl anerkennt, aber auf dem Katheder nichts von ihm Wissen will. . * * * Last uot ’least ist von der Feier zu berichten, die die Synagogengemeinde Adaß-Jisroel für ihren hochverdienten Ehrenbeamten am Sabbat, den 16. Mai, veranstaltete. Die mit Guirlanden und Blumen geschmückte Synagoge war überfüllt. Der Oberkantor Dubowski trug,- nachdem Prof. Berliner zu aufgerufen worden, einen -,122, '0 vor, in dem die zahllosen Errungenschaften, die die Gemeinde dem Vorsitzenden ihres Repräsentantenkollegiums und ihrem seit dem Bau der Synagoge fungirenden Synagogenvorsteher zu danken hat, geschildert waren. Rach dem Einheben wurde Psalm 111 22b *»d *rt rvrx rezitirt. und dann bestieg Herr Rabbiner Dr. Munk die Kanzel, um in einstündiger Rede das . Verdienst und die Bedeutung der Männer zu schildern, die in einer Zeit religiöser Indifferenz und reformlüsterner Zerstörungssucht, den Muth hatten, BTE21P ssra eine Minorität innerhalb der Minorität, die Israel an und für sich ist, zu bilden. Abraham Berliner stand immer in der Front, und darum ist ihm der Dank gesichert für alle Zeit, und darum vereinigt sich die gesammte Gemeinde in dem heißen Gebet 71.«' *n ftTOPI'TO*. , llnd mit diesem Wunsche wollen wir unseren Bericht schließen ivwen iw *px* *nl Zum Gluck und

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