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Der Israelit · 1903-05-20 · Heft 39 (20.5.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 39 (20.5.1903)
Date
1903-05-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nach Abfingung des Dereinsliedes .12-- und einigen Musilpiecen, ausgeführt von einem Berliner Tonkünstlerorchester, folgte die Festrede des Herrn Dr. Isaak Stein. Lautlose Stille im gewaltigen Saale verrieth die Aufmerksamkeit der Zuhörer, welche die Ausführungen mit reichem Beifall lohnten. Der Jubilar war derart gerührt, daß er den.Festredner herzlich umarmte und unter Thranen küßte. Heben wir auch aus der Rede des Herrn Dr. Stein einige bezeichnende Sätze hervor: „Hochansehnliche Fest-Versammlung! Es ist mir von den früheren und gegenwärtigen Schülern des Herrn Prof. Dr. Berliner der ehrenvolle Auftrag ge- System erkennen. Die werthvollsten Funde für die jüdische Geschichtswissenschaft machte er in Italien. Dort, wo sich ewig blau der Himmel wölbt, wo das Auge schwelgt im Anblicke einer gottgesegneten Natur, wo das Herz rascher schlägt, schneller aufnimmt menschenwürdige Erregungen und Empfindungen, dort entfaltete er wiederholt eine Thätigkeif ohne Gleichen. Nicht römische Denkmäler, Zeugen von Roma's einstiger Größe und Macht, nicht griechische Säulenhallen, verkündend Formenschönheit und Pracht, machte er zum Gegenstände seiner Forschungen; nein, der Geschichte des kleinen, aber doch so bedeutsamen jüdischen Volkes wandte er seine Aufmerksamkeit zu. Ein Hauptver- C 'S : ‘ J Dv. D. Vevlinev. worden, am heutigen Abende das Wort zu ergreifen. Sie Alle sind aus nah und fern herbeigeeilt, um diese Festesstunde zu krönen. Denn sie gilt einem Manne, der, auf der Sonnenhöhe seines thatenreichen Lebens stehend, nicht nur eine Zierde unseres Rabbinerseminars ist, sondern des ganzen Judenthums. Doch ich will jetzt nicht von der Bedeutung des Jubilars für die Allgemeinheit sprechen, sondern ich will nur in Kürze verkünden, was er u n s ist. seinen Schülern. Wollen wir die umfassende, wissenschaftliche Thätigkeit Berliners verstehen, dann müssen wir die Sonnenstrahlen sammeln, die aus dem Spectrum seiner Forschung schimmernd prahlen, - d. h. wir müssen sein dienst darf bei Würdigung seiner Materialien nicht übersehen werden, der erste nachdrücklichste Hinweis auf die historische Verwerthung der Responsenwerke unserer Ahnen. (Berliner's Rabbi Jsserlein.) Berliner ist auch ein hervorragender Kritiker, da ist es sein talmudisch geschulter Geist, der Kritik übt und die Wirklichkeit bloslegt; es ist seine scharfsinnig tosafistifche Kombination, die Quelle gegen Quelle wirst und die Wahrheit der Urkunden klarstellt. Ob man . seine kritischen Raschiwerke betrachtet, oder ob. man die Geschichte der Juden in Rom mit Eifer studirt, immer wird man. den bedächtig urtheitenden Historiker wiedererkennen. .

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