Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 38 (18.5.1903)
- Date
- 1903-05-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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850 Wie unsere Leser hieraus zu ersehen belieben, haben wir jede an uns ergangene Aufsoderung zur Hilfeleistung in unserem Blatte wiedergegeben, einerlei, von welcher Seite sie auch gekommen sein mag. und jede Aufforderung haben wir energisch unterstützt. Gegen die Lächerlichkeit eines Vorwurfes, wie ihn das Hamburger Blatt in den gemeinsten Ausdrücken gegen uns schleudert, brauchen wir unwohl überhaupt kaum zu vertheidigen. Wir waren s. Z. Mitbegründer des Frankfurter Hilfsvereins für auswärtige Juden, das Hunderitausende nach Rußland sandte, wir stnd hier in Mainz in sämmilichen Komitees für Rumänien. Russen etc. etc., und noch nie ist es uns in den Sinn gekommen, zwischen frommen und nichtsrommen Nothleidende? einen Unterschied machen zu wollen; erst vor einigen Togen stnd wir von einem Komitee, das einen größeren Fond besitzt, um unseren Rath gefragt worden, an wen es eine größere Summe senden sollte, und wir empfahlen, der „Alliance" den Betrag einzusenden, was auch geschah. Aber wenn es nicht unsere Ausgabe sein soll, einigen durch Frömmigkeit und Gelehrsamkeit besonders hervorragenden Familien besondere Unterstützungen von einigen tausend Mark zu verschaffen, wo bereits Hunderttausende für die Allgemeinheit gesammelt wurden, so möchten wir fragen, wer von den jüdischen Blättern denn sonst hier in die Bresche getreten ist. Man hat noch nicht gehört, daß das Hamburger Familienblatt nothleidenden Frommen gegenüber ein besonders warmfühlendes Herz gezeigt hat. Aber wo es gilt, auf die Orthodoxen zu schimpfen und ihnen eins auszuwischen, da ist es bei der Hand. In einem Artikel des „Berliner Tügesolattes" vom 13. Mai heißt es: „Die ganze Thätigkeit des Komitees bestand bis jetzt nur darin, daß jede Familie etwas Brod und Thee erhielt." Wer wollte angesichts dieser Nachricht es nicht für gut finden, daß nicht alle Spenden an ein Komitee geschickt werden, daß vielmehr, falls das eine säumig ist, ein anderes auch Mittel zur Verfügung habe? Die Veurtheilung der Denunciation des Hamburger Blattes überlassen wir getrost der öffentlichen Meinung, sie kann zu nichts Anderem, als zu einer strengen V e r urtheilung eines solchen Gebahrens führen. ~ stimmtes Geflügel die Schechita ausgeübt haben, so machen wir namentlich die jüdischen Hotels und Restaurants der umliegenden Badeorte darauf aufmerksam, daß das Rabbinat der israelitischen Religionsgesellschaft dahier nur für solches Geflügel tue Verantwortlichkeit in Bezug aus Kaschrus übernimmt, das den Koscherzettel des Herrn Josef Fr redland. Schächter dahier, trägt. Der Wortlaut des Certincats kann auf Verlangen mitgetheilt werden. Viele Restaurateure beziehen auch aus den Nächstliegenden Dörfern geschächtetes Geflügel. Auf diesen Dörfern befinden sich oft SchochKm, die den Anfördecingen der a'x'v> keineswegs entsprechen. Tie Restaurateure feien auf diesen MißstaUd aufmerksam gemacht. Berlin, 10. Mai. (Repräsentanteni fitzung.) Sämmtliche Repräsentanten haben einen! Antrag unterschrieben, den Vorstand aufzufordern, für , Kischinew 10,000 Mk. zu bewilligen. Herr Oscar 'Berlin hat ein Schreiben an die Versammlung ge- I richtet, daß er sein Amt niederlegt, und bittet, seine « Person nicht mehr in die Debatte zu ziehen. — Zum j Neubau der Synagoge Rykestraße werden 530.000 Mark bewilligt, ebenso verschiedene Summen für die! Säle in den Festgottesdiensten. — Die Wahl dc-! Kuratoriums der Alierversorgungsanstalt wird einer! gemischten Deputation zur Vorberathung überwiesen,! die aus einem Aeltesten, drei Repräsentanten und drei! Mitgliedern des Kuratoriums besteht. Die Herren | E. Sachs, Aron Hirsch und Joseph Frankel, sind von i den Repräsentanten delegirt. Es folgt die geheime Sitzung. Berlin, 10. Mai. Am Dienstag. 5. Mai, feierte der „Verein jüdischer Studenten zu Berlin" seine Sej mester-Antrittskneipe. Cand. med. Leo Cohn eröffn neie ü? 1711+ einem l>nTfitnftnW ntif Zeitungsnachrichten und Correspondenzen« D e u t s ch f a n d. Mainz, 12. Mai. Da es wiederholt vorgekommen sein soll, daß Unbefugte an für nach außerhalb benete sie mit einem Salamander auf Se. Majestät den deutschen Kaiser und begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Als das Farbenlied verklungen war, entrollte Bbr. Witkowski in begeisterter Rede die Tendenzen des Vereins, schilderte die Arbeit im Innern, das Wirken nach außen, und betonte, daß alle jüdischen Studenten, welcher Parteirichtung sie auch angehören mögen, im Verein willkommen wären, sofern sie etwas (Zeit) für das Judenthum übrig hätten. Redner schloß mit einem Salamander auf die Gaste. Zeugniß für die Sympathien, die der Verein in weitesten Kreisen genießt, und die freundschaftlichen Beziehungen, die er zu anderen jüdischen Verbindungen unterhalt, bildete die stattliche Korona der Gäste, insbesondere die Vertreter verschiedener Korporationen, so der freien Verbindung der Hasmonaea und des Vereins Dibuk Chawerim. Nachdem diese und einige andere Gäste ihre Sympathien für fceji Verein in Ansprachen kundgegeben hatten, hielt eine fröhliche Fidulität alle Anwesenden noch lange zusammen.