Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 38 (18.5.1903)
- Date
- 1903-05-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^2- Jahrgang. Jg 38« m* \ GenLrat-Hrgan für das orlyodoLe IudenLßum. Begründet vo« Br. Uzfymutin ta Mo ntag, den Das Hamburger „Isr.Mamilienblatt" als Dekunciant. Mainz, 15. Mai. Das Hamburger ,.Jsr. Familienblatt" ist nunmehr auf dem Stadium angelangt, wo man nicht mehr gegen es polemisirt, sondern mit einem gewissen Ergötzen seiner Weiterentwicklung zuschaüt. Wir sind, wie unsere Leser wissen, im Allgemeinen sehr dankbar dafür, wenn man uns auf begangene Fehler, aus Verbesserungen in unserem Blatte anfmerksam macht, wir haben stets ein offenes Ohr für Ermahnungen, ja selbst Zurechtweisungen, einerlei, von welcher Seite sie auch kommen mögen. Als Voraussetzung gilt indeß, daß die Mahnung eine Berechtigung habe, Mahner und Zurechtweiser es auch ernst mit seiner Sache meint, daß der Mahner selbst vor allen Dingen ernst zu nehmen ist. Die Mahnung darf keine anderen Beweggründe haben, als die vorhandenen Mißstande abzustellen. Hat sie aber nicht den geringsten Schein von Berechtigung, oder gar unlautere Motive, dann merkt man die Absicht und wird — nicht verstimmt. Uns hat es deßhalb auch die Galle nicht weiter erregt, als das Hamb. „Jsr. Familienbl." in seiner neuesten Nummer in einer Weise über uns herfällt, die auf den ersten Blick jeden Leser erkennen läßt, daß es den Faiseuren des Blattes nicht um die Sache, sondern um ganz andere Dinge zu thun ist. Nichts ist ihnen eben heilig genug, um es nicht für ihre Reklamezwecke auszüschlachten, und so muß, so unsagbar traurig es ist, die Kischinewer Katastrophe dazu herhalten, damit von dem Hamburger Familienblatt geredet werde. Wäre die sittliche Entrüstung einer Zeitung ohne jede Grundsätze nicht gar zu humoristisch, so müßre einem bei einem solchen Gebühren ein unsagbarer Ekel > 21. Jjar 5663 18. Mai 1903. erfassen; es ist uns nicht gegeben, das entsetzlicheUnglück zu einer Reklamezänkerei auszunutzen, und wir beschränken uns deßhalb aus die einfache Feststellung der Thatsachen und die objektive Widerlegung der widerlichen Angriffe. Das Hamburger Blatt macht uns nämlich den Vorwurf, wir wollten die Spenden den unserer Richtung nicht Angehörigen entziehen und nur Orthodoxe unterstützt wissen. Darauf sei kurz an Folgendes erinnert: 1) In unserer Nummer 34, vom 4. Mai, gaben wir den Inhalt eines Telegramms wieder, das un§ von der „Alliance Jsr. Univers." in Paris zugesandt wurde und in welchem um Einsendung von Spenden ersucht wurde. Wir haben die Aufforderung warm befürwortet. 2) In unserer Nr. 36, vom 7. Mai, gaben wir den Inhalt eines Telegramms wieder, in dem um eine Sondersammlung sür einige nothleidende fromme Kischinewer Familien ersucht wurde. Wir haben auch diese Aufforderung warm befürwortet und gebeten, etwaige Spenden hierfür den. orthodoxen Rabbinern zukommen zu lassen. 3) Am 10. Mai haben wir von dem Hilfsverein der „Deutschen Juden" eine Anfrage erhalten, was wir für das Beilegen eines Aufrufs für Kischinew berech-. nen würden, und wir haben selbstredend uns freudig bereit erklärt, den Aufruf kostenfrei unserem Blatte beizulegen. Der Aufruf erschien gleichzeitig mit dem Hamburger Famrlienblatt in unserem Blatt, und in einer Redaktionsbemerkung forderten wir die Leser dringend auf, dem Aufruf Folge zu leisten. 4) In unserer Nummer vom 14. Mai erschien! ein Aufruf verschiedener Rabbiner, unter den wir ebenfalls auf Wunsch unseren Namen setzten. '