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Der Israelit · 1903-05-14 · Heft 37 (14.5.1903) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 37 (14.5.1903)
Date
1903-05-14
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Richtung weniger geeignet, dursten aber eine toillfommene Bereicherung des Repertoirs der Reformsynagogen bilden. Sämmtlichen Schöpfungen des Komponisten ist eine ansprechende, gefällige Art der Melodie eigen und entfaltet derselbe in dem vierstimmigen, zuweilen fugirten Satzbau viel Talent in der Kunst der Kontrapunktik. Der besonderen Beachtung empfehlen wir die Piecen zum Aus- und Einhcben der Thora zu ^chadschehu, Aschre und Hayom haras olom, die, von einem gut geschulten Chor zu Gehör gebracht, eine recht effektvolle Wirkung erzielen muffen. Wir denken uns diese Wirkung gleich der, die im Konzertfaale die Aufführung eines Oratoriums unserer Meister Bach, Händel u. s. w. hervorrust. Gefühle der Aridacht, wie sie in der Synagoge vorherrschen sollen, kommen bei diesem Ohrenschmaus kaum zur Auslösung. B e U c t t i ft i t. Fried, Vabette (Prag). Erlebtes und Erdachtes. 128 Seiten. Wien 1903. Die bekannte Schriftstellern, welche auch unsere Leser schon schätzen gelernt haben, hat unter obigem Titel eine Anzahl kleinerer Novellen vereinigt. Der streng-religiöse Geist, der in den Erzählungen weht, die fesselnde Schreibweise, die wir immer wieder bewundern muffen, die bilderreiche Sprache, in welcher die Geschichten abgcsaßt sind, all' dies zieht den Leser derart in seinen Bann, daß man sich kaum von ihnen losreißen kann und bedauert, daß das Merkchen nicht umfangreicher ist. Auch die Charakteristik der handelnden Personen ist meisterhaft durchgeführt. Alles in Allem — ein Buch, das in Wahrheit verdient, daß es dem frommen Israeliten und nicht zum mindesten seinen Kindern zur Lektüre empfohlen wird. I. L. Prosan-Lttteratur. Lchmarir^s Volkshochschule, Herausgeber Dr. Ernst Dannheitzer. 2 Bändchen. Jedes Bändchen ca. 10—12 Vogen klein 8°, eleg. gebd. Preis 80 Pfennig. Verklag von Fr. Lehmann, Zweibrücken. Bd. I. „Entwicklungsgeschichte der französischen Litteratur" (bis 1901), gemeinverständlich dargestellt von Dr. Ernst Dannheißer. Mit einer Zeittafel. Bd. II. Kurze Geschichte der englischen Litteratur von Dr. Rich. Ackermann. Zu den werthvollen Veröffentlichungen, die wir dem rührigen Verlage verdanken, gesellen sich die ersten Bändchen der vorliegenden „Volkshochschule". Schon sie sind trefflich gelungene Leistungen. Frei von althergebrachten, schulischen Meinungen lassen die in Gelehrtenkreisen rühmlichst bekannten Verfasser die französische und englische Litteratur vor unserem Auge vorüberziehen. Die beigegebene Zeittafel die erste dieser Art — ist eine hervorragende Leistung. So v werden die Bändchen dem gebildeten Laien nützlich sein und selbst dem Fachgelehrten eine Fülle neuer Beob- — achtungen bieten. Die Ausstattung ist höchst gediegen. Wir wünschen der „Volkshochschule" Glück auf die Mise. _ Bucklet», Arabella. B. Das Feenreich der Wissenschaft. Zehn Vorträge für die Jugend. Uebersetzt und bearbeitet von E. Kirchner. Mit über 70 Illustrationen. ÄltenbNrg. Stephan' Geibel. Das reizende Buch, das hier in deutscher Sprache zum ersten Male erscheint, enthält zehn Vorträge wissenschaftlichen Inhalts. Die Verfasserin hat dieselben vor einigen Jahren für die Jugend gehalten und dann im Druck erscheinen lassen. Miß Buckley besitzt ein wissenschaftliches Talent, schwierige Fragen in leicht faßlicher, klarer und dabei origineller und fesselnder Weise zu behandeln. Das Büchlein ist bereits in mehrere Sprachen übersetzet und in England, Schweden, Ungarn u. s. w. hat es sich einen bleibenden Platz in der Jugendlitteratur erobert. Möge es dies auch bei uns thun und die Jugend zum Studium der Natur und ihrer nie genügend bekannten Wunder anregen. I. L. Geheimnisse des Schnellrechnens mit Momentkalen« der von Otto Neuhaus, 2. Auflage. Verlag von Gebr. Vogt, Papiermühle b. Roda S.-A. Preis Mark jL Die allerorts günstige Aufnahme des vorliegenden Merkchens hat kaum vier Monate nach Erscheinen der ersten Auflage bereits jetzt, März 1903, einen Neudruck nöthig gemacht. Der Verfasser dieses Merkchens hat in seinen Geheimnissen eine Fülle eigener, für die praktische Rechenkunst angewandter, vortheilhafter Ermittelungen niedergelegt, es sind dies meist Rechenvortheile, die man selbst in umfangreichen Rechenbüchern vergeblich sucht. Um nur ein Beispiel zu zeigen, wie gewandt und einfach seine Rechenvortheile sind, mag ein Exempel aus der Multiplikation zeigen, welches man im allgemeinen nicht so zu rechnen pflegt. Er rechnet z. B.: 66X73; 6X8 -= 48, 6X3 18 4818. Finden die gebotenen Rechenvortheile vorwiegend bei Kaufleuten praktische Beachtung, so dürfte das „Wochentag-Auffinden" sich des besonderen Interesses der Juristenkreise erfreuen; denn der Jurist hat häufig genug Anlaß zur praktischen Anwendung, wenn die Feststellung des Wochentages irgend einer Strafthat etc. wünschenswerth ist. Als wirkliche Geheimnisse des Schnellrrchnens gebraucht das Schriftchen keine besondere Empfehlung, da es Jedermann 'interessant genug erscheint. --

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