Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 37 (14.5.1903)
- Date
- 1903-05-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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(Maismehl), Mondamin (Reismehl), Merings Odda, Quäkeroats, Knorrs Tavioka. Als Repräsentanten derjenigen Gruppe, in welcher das Stärkemehl bereits zum großen Theit in Dextrin umgewandelt ist, in jene Form, welche den Verdauungsorganen besser zugänglich ist. sind zu nennen Laevulose, Malzextrakt, Malzbier, die Maltoleguminose, Rural, sowie die erst in der letz- . ten Zeit in den Handel gebrachte Force, welche eine Verbindung des Weizenmehls mit Gerstenmalz darstellt. Für Erwachsene hat zwar diese Umwandlung des Stärkemehls in Dextrin keine allzugroße Bedeutung. desto vorteilhafter erweist sie sich in der Ernährung von Säuglingen, wie sie nt den Krndermehlen von Kufeke, Liebe- Löfflund, Mellin, Muffler, Theinhard zur Darstellung gebracht wurde. Die aus den Leguminosen (Erbsen, Bohnen, Linsen) dargestellten Präparate enthalten, entsprechend dem hohen Gehalte dieser Pflanzen an Crweißstofsen, beträchtliche Mengen dieses Nährstoffes, etwa 23—25 Prozent. In viel höherem Maße sind durch ihren Reichthum an Eiweiß, etwa 83—85 Prozent, die beiden erst jüngst von der Industrie in den Handel gebrachten Nährmittel Aleuronat und Roborat ausgezeichnet, welche als die eigentlichen Vertreter der pflanzlichen Eiweißpräparte anzusehen sind und an Eiweißgehalt selbst den besten aus Fleisch zubereiteten Präparaten nicht viel nachstehen. Aber abgesehen davon ist das Pflanzeneiweiß in dieser Form ebenso gut verdaulich und ausnutzbar wie das Eiweiß der. Fleischpräparate und hat vor ihnen noch den Vorzug der Billigkeit und der geringeren Keimtzalkigkeit. Das Roborat, von der Fabrik Niemöller in Gütersloh aus Getreide gewonnen, stellt ein gelbwetßes, feinpulverisirtes, geruch- und geschmackloses Pulver dar, das .sich in warmen Flüssigkeiten leicht löst. Das Aleuronat. welches ein graugelbes Pulver von geringem Geschmack bildet und in Wasser nicht so leicht löslich ist, wird von der Firma Hundh'aufen in Hamm aus dem Weizenkleber fabrizirt; es enthält nur geringe Mengen von Kohlehydraten (etwa 6 Prozent) und große Mengen von K'leberekweiß (etwa 80 Prozent) und eignet sich darum sehr gut gleich den aus ihm gewonnenen Broden, Biscuits. Zwiebacks für den Genuß Zuckerkranker. Die Bäckerei von Hellmann-Nürnberg bereitet einen nach meinen Angaben hergestellten, wohlschmeckenden, ^nahrhaften Aleuron'atzwreback. der minni'g ist u. in ritueller Hinsicht keine Bedenken bietet. .Zu Backzwecken ist es freilich nokhwendig, das Aleuronakmehl mit gleichen Theilen Weizenmehl zu verwischen, wodurch der Gehali an Kohlehydraten erhöht, der Werth der Präparate für die Zwecke von Zuckerkranken aber nicht viel abgeschwächt Wird. Außer in der Form von Broden findet das Aleuronat- und das Roboratmehl als Zusätze zu Suppen, Fleischbrühen, Milch, Cacao oder zu Mehlspeisen Verwendung. Was den Quellen Standpunkt der aus den Pflanzen dargestellten und oben angeführten Nährpräparate betrifft, so gehören sie, weil von Pflanzen stammend, fammt und sonders in die Gruppe der MinnigNahrung. und ihrer Verwendung steht vom rituellen Standpunkte, insolange Garantieen für ihre reine Herstellung geboten sind, insolange sie keine fremden, religionsgesetzlich unstatthaften Zusätze enthalten, absolut keine Bedenken im Wege. Da die Fabrikation des reinen Aleuronats und Roborats eine derartige ist. daß sie fremde, rituell unzulässige Beimischungen, wie Fett nicht enthalten und auch nicht vertragen, so ist ihr Gebrauch für die Zwecke der rituellen Krankenernährung zulässig. Zeitrmg-rrachrichr M rrw- (Lorrefporrderrzerr. Deutschland. Berlin, im Mai. Seit kurzer Zeit haben im Auftrag des deutschen Pälästina-Vereins und mit Unterstützung der deutschen Orient-Gesellschaft in dem alten Legio-Megiddo in Palästina, dem heutigen Tel! el mutesselim-leddschon Ausgrabungen begonnen. Die „Köln. Ztg." berichtet darüber: Megiddo wird oft in der Bibel erwähnt. König Jossas starb hier nach seiner Niederlage gegen den Pharao Necho. Salomo befestigte den Ort wegen seiner beherrschenden Lage am Südrand der Ebene Jesreel. Auch Ahasja, der König von Juda, fand hier sein Grab; die kanaanitischen Könige wurden in der Ebene geschlagen, die der Kampfplatz Palästinas war, weil seit uralten Zeiten die Straßen von Mesopotamien über Damaskus Zusammentreffen. Die Ebene trug auch von der Stadt Megiddo den Namen, heute heißt sie Merdsch ibn Amir. Bisher wurde bei den Ausgrabungen der Oberflächenschutt beseitigt. Man fand jüdische Gräber mit Resten menschlicher Knochen, den Eckthurm einer jüdischen, wahrscheinlich salomonischen Burg, egyptische Götzenbikdch'en aus Ton und Porzellan, Wasserleitungen und Bauten aus getrockneten Lehmziegeln. Die Grabungen stehen unter der Leitung des Oberingenieurs Dr. Schumacher. eines der hervorragendsten Kenner Palästinas. der besonders durch seine Arbeiten über das Ofljord'anland in der wissenschaftlichen Welt sehr bekannt geworden ist. Oesterreich. Lemberg, im Mai. (Ein Judenfreund.) Der in ganz Galizien bekannte Menschenfreund Samtätsrath Doktor Jascinski, Ritter des Franz-Joseph-Ordens, Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften, ist am 28. v. M. verschieden. In seinem Testamente ordnete der Verstorbene an, daß bei dem Leichenbegängnisse keinerlei kirchliche Feier stattfind'en darf und die Kosten der CereMonie nicht mehr « als 5 Gulden betragen sollen. Der Mehrbetrag der