Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 37 (14.5.1903)
- Date
- 1903-05-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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der unserer Talmudausgabe unter dem Namen des R. Schemaja beigedruckten Erklärung. S. 41—43 finden sich Zusätze zum Raschi-Commentar Genesis Kap. 47—49. die unter dem Titel n'zz-r, am Schluffe des ersten Buches der Thora, in der sehr seltenen Pentateuch-Ausgabe vom Jahr 1490 gedruckt wurden. Es würde den uns ' zugemessenen Raum übersteigen. wollten wir die zahlreichen, werthvollen Bemerkungen. vornehmlich zur Kritik des Raschi-Commentars zum Talmud, hier wiedergeben. Wir betrachten dieselben übrigens nur als Vorarbeiten zu einer umfassenden Behandlung des ComMentars zur Gemüra seitens des rastlos arbeitenden Verfassers. Eine Einleitung zu Raschi's Gemara-Commentar von seiner Hand würde mit Jubel allenthalben begrüßt werden. Es wäre die schönste Krönung und Vollendung seines großen Raschiwerkes, durch das er im beginnenden Mannesalter die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Wett auf sich gelenkt hat. Der gelehrte Verfasser wird es wohl nicht als unbescheidenen Wunsch ansehen, wenn wir ihn bitten, seinen Fleiß und sein Wissen in den Dienst der kritischen Herausgabe einiger Traktate des Gemara- Commentars zu stellen. Wir wünschen dem Verfasser und uns selbst zu seinem und auch unserem Freudentage. daß es ihm vergönnt sein möge, in ungeschwächter Kraft und in gewohnter Arbeitslust die stolze Reihe seiner wissenschaftlichen Werke, wie bisher, von Jahr zu Jahr durch köstliche Gaben gründlicher Gelehrsamkeit zu vermehren. Möge Herr Prof. Dr. B e r l in e r '"a das Glück haben, noch zu vielen zukünftigen Jubiläumstagen die Welt wie jetzt mit den Früchten flöhen Forscherfleißes zu beschenken. ZeltungsnachrichLen und Corresporr-enzen. Deutschland. Mainz, 12. Mai. ES dürfte unsere Leser interessiren, daß von der Schrift des Herrn Distr. - Rabb. Dr. S. Meyer, Regensbürg. ..Contra Delitzsch" I. Hest bereits eine zweite Auflage erschienen ist. Den Verlag hat I. Kauffmann, Frankfurt a. M. übernommen. Ein zweites (Schluß-) Heft soll in Kürze folgern Berlin, 10. Mai. (U n g ü l t i g e W a h l e n.) Für ungültig erklärt wurden vom PottzeiprästdiUm als Aufsichtsbehörde die Vorstündser'gänzungswahlen der. Berliner jüdischen Gemeinde vom 7. Dezember vorigen Jahres. Die Ungültigkeitserklärung erfolgte auf Einspruch eines Gemeindemitgliedes,, des Redakteurs Klausner, und zwar lediglich aus formellen Gründen. Es sollte bei der Wahl eine Bestimmung des Statuts, deren Deutung strittig ist, verletzt worden ein. Da das Polizeipräsidium die angefochtenen Wahlen bereits bestätigt hatte, erschien die Rechtslage zweifelhaft; der Vorstand beschloß, um allen Weiterungen aus dem Wege zu gehen, geschlossen seine Aemter niederzulegen. Die Repräsentantenversammlung billigte dies Verfahren und wählte fammtliche bisherigen Vorstandsmitglieder wieder. Frankfurt a. M., 11. Mai. Am vergangenen Sabbat starb hier Herr Moses Bergfeld an den Folgen einer schweren Operation. Heute haben wir ihn zu Grabe geleitet, einen braven Mann, der trotz feiner bescheidenen Stellung es verstanden hat, sich die Achtung aller derjenigen zu erwerben, mit denen sein Beruf ihn in Berührung brachte, und das war die gefammte Judenheit unserer Stadt. Zu feinen Obliegenheiten gehörte die persönliche Ankündigung freudiger Familienereignisse, weßhalb er. wie Herr Rabbiner Dr. H o r o - w 1 tz in seinem Nachrufe betonte, als re»c re überall ein gern gesehener Bote war, der durch sein freundliches Wesen;eden für sich zu gewinnen wußte. Er gehörte zu den seltenen Menschen, die das Wort der Weisen bestätigen "»220 Q-ixn dinh m “320 epcn jö rin „nicht die Stellung bringt dem Menschen Achtung, sondern der Mensch verschafft feiner Stellung dies verdiente Ansehen." Einer frommen Familie in dem durch den os bv2 berühmten Odenwaldstädtchen Michelstadt entstammend, hat er auch seinerseits feinen Kindern eine echt jüdische Erziehung gegeben, und als treubesorgter Gatte und Vater stets für den Unterhalt der' Familie fleißig gearbeitet. Ganz besonders hohe Verdienste hat er sich aber um das Aufblühen und Gedeihen des Vereins ivn rcrwt des hiesigen pm-Vereins, erworben. Seit dessen Be-, gründung im Jahre 1865, also 38 Jahre lang, hat er ihm als Vereinsdiener in peinlich gÄviffenhafter Treue seine besten Kräfte gewidmet und nicht wenig dazu beigetragen. daß derselbe von Jahr zu Jahr an Mitgliedern zunahm, so daß ihm heute über 1200 Personen angehören. Der Vorsitzende des Vereins, Herr B. S0nnende rg er, gab am Grabe dem tiefen Schmerze über den allzu frühen Heimgang dieses trefflichen Mannes wann empfundenen Ausdruck, sprach ihm den unauslöschlichen Dank für seine treuen Dienste aus, und hob hervor, daß es dem Vereine schwer fein werde, vollen Ersatz für einen so tüchtigen Mitarbeiter zu finden. Frankfurt <1. M., 12. Mai. (Für Kischine w.) Baronin Adelheid von Rothschild in Paris, die älteste Tochter des verstorbenen Freiherrn Wilhelm von Rothschild, hat dem hiesigen Hülfskomitee zu Gunsten der bedrängten Juden in Kischinew die Summe von 10,000 Mark überwiesen.