Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 37 (14.5.1903)
- Date
- 1903-05-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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KenLral-Hrgan für das orthodoxe IudenLHum. . / . Begründet von . : / Ss TsHrnANN i» Donnerstag, den Aas Geschenk eines Iuöilars. * Mainz. 13. Mai. Die große Gemeinde der Schüler des Professor Berliner, und mit ihm die unabsehbare Schaar der Freunde und Bewunderer des reichverdienten Bibliographen und Geschichtsforschers rüsten sich, um am kommenden Freitag, dem 33. Omertage, die Feier des 70. Geburtstages des geliebten- und bewunderten Meisters zu begehen. Aus allen Himmelsgegenden laufen Telegramme ein. Das Berliner Rabbinerserstinar wird Donnerstag, den 14. Mai, Abends 6\A üfy eine Feier in der Synagoge der Adaß Jisroel abhalten. Um 9 Uhr findet in Dreffcl's Festsälen eine Feier statt. Freitag, den 13. Mai, findet die Überreichung der Jubelschrift statt. Samstag, den 16. Mai, Predigt in der Adaß Jisroel mit Bezugnahme auf den Jubilar. Doch für alle Ehrungen und Geschenke, die dem Jubilar zugedacht sind, hat er im Voraus schon nicht nur durch ein soeben erschienenes Schriftchen*) ein kostbares Geschenk gegeben, sondern noch mehr durch die Mittheilung, daß in einigen Monaten eine neue Bearbeitung seiner allgeme'in geschätzten Edition des Raschi- Commentars zum Pentateuch erscheinen soll, den schönsten Dank für die zugedachten Huldigungen erstattet. Das vorliegende Schriftchen ist ein höchst werthvoller Beitrag zur Geschichte und Kritik der „Raschi" zu Bibel und Talmud, und ein freudig zu begrüßendes Zeichen, daß der in Wort und Schrift unermüdliche Lehrer mit jugendlicher Frische immer weiter arbeitet, um möglichst viele Dunkelheiten unserer Literaturgeschichte aufzuhellen, immer neue Probleme aufzufin¬ *) Dr. A. Berliner. Beiträge zur Geschickte der Aasan- Commentare. Berlin. Eduard Rvsenstein 1003. IV. u. 51 3. 17. %iat 5663 14. Mai 1903. den, und dann durch 'deren Lösung die Kenntniß unserer Geistesschätze zu erweitern und zu vertiefen^ Jeder Kundige, der das dem Werkchen beigegebene Register überblickt, muß staunen ob der Fülle der Themen, die auf so kleinem Raume behandelt werden; das Staunen macht dann der Bewunderung Platz, wenn man in den Inhalt selbst eindringt und erkennt, wie ungeachtet der Knappheit des Styls die Gründlichkeit der Behandlung in keiner Werse Schaden leidet. Aus der Fülle des Gebotenen heben wir heraus, was über die in den Lehrhäuftrn von Worms, Bonn und beson-.. ders Mainz in der Zeit vor Rasch! zusammettgesteltten Takmud-Eommentäre gesagt wird, wie feinsinnig auf verschiedene bis jetzt ^verborgene Quellen Raschis hingew'iesen wird, und' mit welcher fr’iiifd^en Begabung auf die Zusätze und Veränderungen Spaterer in den verschiedenen Schriften Raschis hingewiesen wird. Allgemein interessiren wird, daß das Anfangszitat, in der Rasch! zum Pentateuch pnrt' "i nvrr aus dem von Salomon Buber heraus'ge'gebenen Midrasch Tanchuma stammt, daß Wir überhaupt erst durch die Midrasch-Edition von Buber und Grünhut für eine ganze Reihe von Raschi-Erklärungen die midraschischen Quellen kennen lernen. Zu besonderem Dank verpflichtet uns der Verfasser dadurch, daß er in sein Werk drei größere Veröffentlichungen aus Handschriften und Jnkunable» ausgenommen hat. SKte 18—22 werden aus einem Leipziger Kodex Hinzufügungen des Schülers und Mitarbeiters Rasches, R. Schemaja, zu dem Pentateuch-Commentar veröffentlicht. Ueber diesen R. Schemaja selbst hören wir bei dieser Gelegenheit Manches, was wir aus der werthvollen Abhandlung EpsiÄn's noch nicht wußten. S. 37—40 beschenkt uns der Verfasser mit einem Fragment des Talmudkommentars desselben Schemaja zu Traktat Mkdot aus einer Oxforder Handschrift, wesentlich verschieden von