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Der Israelit · 1903-05-11 · Heft 36 (11.5.1903) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 36 (11.5.1903)
Date
1903-05-11
Page
– (sequence 19)
Language
German
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815 heutigen Lebenswittelpreisen? Urib' wer sorgt in Krankheits- und Sterbefällen? --Diese Kardinalfragen sollen hier noch zum Ueberflusse angefügt sein für die Neidhard'e, an denen der Lehr er stand stets Ueberfluß hat. Soll die Zukunft des jüdischen Lehrerstandes und — der jüdischen Schule nicht in*3 ungewisse Blaue steuern, so muß die „Statistik ihre eherne Stimme mahnend erheben." Mögen dies die Kollegen beherzigen und recht gewissenhaft ihre Fragebogen ausfiillen. Menachemsohn.. Ae ßllt'lßisße llekrßA her iiifiijeii LehmkoiiseWM uro 1800—1900—1901 von (ehrer A. Mannheimer, Dettelbach. Nachdem die statistische Ueb'erstcht der .jüdischen Lehrerkonferenzen, die im deutschen Reiche während der Zähre 1899 mit 1901 stattgefunden, abgeschlossen vor uns liegt, ist wohl ein zufammenfassender und vergleichender Ueberblick am Platze. Wie bereits früher angedeutet, ist eine solche vergleichende Betrachtung erst jetzt möglich, da die zu vergleichenden Glieder nebeneinander gereiht sind. Wohl hat ein aufmerksamer Beobachter alles dessen, was mit Schule und Lehrerstand, mit Schul- und Lehrerinteressen zusammenhängt, auch ein beiläufiges Bild von den Bestrebungen, die in den Jahresversammlungen der Lehrer zum Ausdruck gelangen. Allein die Wirklichkeit dürste mitunter nicht mit dem Bilde übereinstimmen, oder auch umgekehrt, wenn ntan will. Schon die Vielseitigkeit, mit der unser Geistesleben, unser Fühlen und Denken heutzutage in Anspruch genommen wird, wirkt zerstreuend, ablenkend und verflachend. Nicht in letzter Linie kann dies ein Grund sein, warum eine „statistische Uebersicht" erwünscht und zweckmäßig erscheinen muß. Sie soll die wesentlichen Erscheinungen sammeln, festhälten, vor Verdächtigung und vor Vergessenwerden schützen. Das gesammelte Material, sofern es auf Zuverlässigkeit und Vollkommenheit Anspruch machen kann, ist daher von Interesse. Ich gebe im Folgenden einige Nicht- und Gesichtspunkte, auf die sich dieses Interesse besonders konzentriren dürste. Zunächst die Zahl der Konferenzen. In den drei Jahrgängen — 1899 mit 1901 — wurden in Deutschland fast 70 jüdische LehrerverfamMlungen abgehalten! Wollte man kleinere Bezirkskonferenzen, sofern sie nach einem gewissen Programm arbeiten und auch mit periodischer Regelmäßigkeit stattsinden, ebenfalls in Betracht ziehen, so würde die Zahl 70 noch erheblich überschritten werden. Allein auch jetzt schon, da ich mich auf die. Hauptkonferenzen beschränkte, wirkt deren Zahl imponirend genug, um manche Gleichgiltigen zum „Nachdenken" anzuregen, um bei solchen, die aus Unkenntniß der Sachlage oder auch aus stolz herabschauendem Dünkel ohne jegliches Interesse für unsere Bereinsbcstreb'ungen blieben, eine andere, bessere Meinung aufkommen zu lassen. Daß es solche Elemente, wie die eben geschilderten, noch im Lehrerstande selbst gibt, muß bedauerlicherweise zugeskanden werden. Freilich bilden sie eine verschwindend kleine Minderheit. Das Erfreuliche, das in dieser Thatsache liegt, darf uns jedoch nicht 'abhalten, hier auszusprechen, daß auch diese Minderheit nicht existiren sollte. Darum: „Heraus aus dem Schmollwinkel!" „Immer strebe zum Ganzen, schließ an ein Ganzes Dich an," mahnt der Altmeister Diestcrweg. Vielleicht wirkt hier — wie gesagt — die bloße Zahl der Konferenzen schon anregend und aufmunternd auf die Lauen und Lässigen im „eigenen Hause". Den Nichtlehrern, den Gemeinden aber dürste die Zahl sagen: „Die jüdischen Lehrer Deutschlands, welche alljährlich in ca. 25 Versammlungen zum Wohle der Schule und zur Förderung ihrer eigenen Standesinteressen tagen, verdienen allfeikige Achtung, allseitige Unterstützung ihrer Bestrebungen. Das ist unabw'kiSliche Ehrenpflicht aller, die ein Herz haben für.das Wohl und Wehe des Judenthums überhaupt." Außer der Zahl der Konferenzen, die ja immerhin etwas Aeußerliches, einen leeren Begriff darstellen dürste, ist freilich das Hauptinteresse für uns dasjenige, was auf den Konferenzen selbst erreicht wurde, also die eigentliche Konftrenzarbeit. Von ihr und über sie sprechen, ist gleichbedeutend mit einer Betrachtung der Geschichte der jüdischen Lehrerkonferenzeu, ihre Ziele und Zwecke überhaupt. Und diese Ziele und Zwecke lassen sich nach zwei Gesichtspunkten scheiden: 1) Die materielle Besserstellung der Vereinsmitglied'er oder die Hebung ihrer sozialen Lage; 2) die Bestrebungen zum Ausbau der jüdischen Schule, zur Förderung alles dessen, was mit dem Unterrichte und der Erziehung der Jugend zusammenhängt, oder die Vor- und Fortbildung, also dir geistige Hebung des jüdischen Lehrerstandes. Betrachten wir zunächst die unter 1) fallenden Leistungen der Lehrerversam'mlungen. Nach dem Worte der Weisen: Im en kemach en toroh sind diese Leistungen gewiß höchst ideale, das „kemach" soll das Mittel sein und werden zu den heilig ernstesten Zwecken. Die traurige soziale Lage der jüdischen Lehrer, insbesondere der Rekigionslehrer, führte die Kollegen zusammen, auf Mittel und Wege zur Ab-

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