Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1903-05-11 · Heft 36 (11.5.1903) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 36 (11.5.1903)
Date
1903-05-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2449890-2449924--58198-2522561
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Berlin, 7. Mai. Nach dreijähriger, überaus erfolg- und segensreicher Thätigkeit hat sich das „Jsr. Krankenheim" genöthkgt gesehen, aus seinen bisherigen Räumen in der Prenzlauer Allee, die sich in Folge des Zuspruches in der letzten Zeit als viel zu klein erwiesen, in die bedeutend größeren und vollständig allen Anforderungen der Neuzeit entsprechenden Räumlichkeiten 46 a überzusiedeln. Damit ist einem für eine so große Gemeinde, wie sie die Reichshauptstadt in sich birgt, längst gefühlten Bedürfniß. der Errichtung eines zweiten, auf der Höhe der Neuzeit stehenden jüdischen Krankenhauses, endlich Genüge geschehen. Das „Jsr. Krankenhaus" ist eine Gründung der Berliner Chewra Kadischah. In dem neu eröffneten Institut ist bis in's kleinste Detail alles auf das glänzendste für die Aufnahme und Versorgung der Kranken eingerichtet. Auch die Verwaltung liegt in den besten Händen. Das Kuratorium besteht aus neun Personen. Vorsitzender ist Herr A. Goldschm'idt, stellvertretender Vorsitzender Herr Oskar Berlin, Rendant Herr Sal. G'insberg, Schriftführer Herx Dr. Meier Hildesheimer, Beisitzer die Herren Aron Hirsch, Saling Lewin, G. Rosenberg, Dr. Struck, R. Wolfssohn. Hamburg, 6. Mai. Der Bericht und Abrechnung des „Jsr. Unterstützungsvereins für Obdachlose" pro 1902 ist soeben erschienen. Derselbe besagt, daß die Auswanderung und somit die- Thätigkeit des Komitees sich fast auf gleicher Höhe wie im vergangenen Jahre gehalten habe, und dementsprechend auch die Ausgaben von ca. 28,500 Mk. Betreffs der Unterstützung mittelloser Rückwanderer hat sich die im Jahre 5901 in Bresau begründete Organisation als zweckentsprechend erwiesen; auch haben sich die lokalen (Hamburger) Einrichtungen, insbesondere diejenigen der Auswandererhallen, mit ritueller Verpflegung, als vrrzüglich bewährt. Zur Bekleidung armer Durchreisender und Auswanderer wurden dem Vereine auch aus dem Jnlande mancherlei Zuwendungen gemacht, so daß 1672 Personen mit Kleidung versehen werden tonten. Der Gesundheitszustand der Auswanderer war ein recht guter; die Zinsen der hierfür vorhandenen Fonds wurden in diesem Jahre nicht vollends beansprucht, während sonst Zuschüsse nöthig gewesen. Dankend wird der Unterstützung der Armenkommission der hiesigen Deutsch-Jsr. Gemeinde gedacht, die durch ihren Fremdenpfleger, Herrn H. Elkeles, als Nachfolger des sel. Herrn Weinheim, die Bestrebungen des Vereins materiell sehr wesentlich und ideell anregend gefördert; die hierbei in Betracht kommenden Beträge gehen jedoch nicht durch die Kasse und Abrechnung des Vereins. Erfreulich für den Verein ist, daß seine Bestrebungen und Leistungen auch von manchen Gemeinden des Inlandes durch Beiträge anerkannt und unterstützt werden. Nicht wenig hat die jüdische Presse dazu beigctragen, indem sie wiederho'lt über den Verein berichtet und seine Thätigkeit als eine die gesamm'te deutsche Judenschaft interessirende bezeichnet habe. Mögen recht . viele Gemeinden dem edlen Beispiele folgen und dem Verein mit größeren oder kleineren Beiträgen zur Seite stehen. . : - : Die hiesige Henry Jones-Loge sowie der Humanitäre Frauen-Verein haben recht tapfer zur Erreichung 'des schönen Resultates beigetragen, auch der Vereinsarzt, Herr Dr. Lanskron, der ehrenamtlich und unentgeltlich sungirt, empfängt im Bericht die ihm vollends _ gebührende Anerkennung. Einen großen Verlust hat der Verein durch das. Hinscheiden des Gemeindevorstehers, Herrn M. W. Hinrichsen, erlitten, dem der Bericht einen lvarmen -. Nachruf widmet. Wie immer, gedenkt der Verein auch seiner Begründer, Daniel Wormser s. A. und des Ba- , ron Hirsch und Gemahlin, deren Andenken stets hochgehalten wird. Der Kassebericht schließt mit Mk. 28,874.99 in Einnahmen und Ausgaben. Interessenten erhalten den Bericht auf Anfordern gratis von dem Schriftführer. Herrn Leo Mendelssohn hier. Vereinsbureau: Elbstraße 40. , H. B. - Uehlfeld (Mittelfranken). Von einem tiefen und . schweren Verluste wurde unsere Gemeinde wie auch die. Gesammtheit betroffen. Am Morgen des 24. April (24. Nissan) ist unerwartet schnell Herr Julius Dingfelder, eines unserer allgemein hochgeachteten Gemeindemitglieder, im Alter von 63V4 Jahren in das bessere Jenseits abberufen worden. Ein Schlag- - an fall hatte sein edles Herz zum Stillstände gebracht.' : d'ppx v.x nps '3 ' Weit über die Grenzen unseres Ortes und Bezirkes hinaus erfreute sich der Name des Verewigten eines besonders guten Klanges; denn er wurde als sehr erfahrener und rechtschaffener Geschäftsmann in allen Kreisen des vollsten Vertrauens gewürdigt, und war wegen seiner bescheidenen Führung und seines Bieder-./ sinnes allerseits geehrt und beliebt. , . - Die Prophetenworte: .To:n; cz~ bx. 'T, rryr vry „Nicht rühme sich der Weise seiner Weisheit und der Reiche nicht seines Neichthums," waren stets seine Lebensprinzipien, in denen seine Demuth und Bescheidenheit wurzelten. Und darum pflegte erauch mit seinen Glücksgütern die edleren Seiten des Lebens mit umso vollerer Hingebung. Als np-sa bvz an in- und ausländische Arme war er vielbekannt, und, hat er vs: gar manche Thräne getrocknet. In seindm Hause fanden Arme ausnahmslos Unterkunft und'Un; tcrstützung. Nicht minder, wie gegen seine.Nebenmest^ schen, erfüllte er gewissenhaft die Pflichten gegen feisten himmlischen Vater. Seine aufrichtige Religiosität ermöglichte ihm, die Dielen Entbehrungen. ( zu^ ertragen, welche das Gottesgesetz auf seinen früheren, vielen, und. oft langen Geschäftsreisen, von ihm. erfyrherse;,-.Aber

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.