Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 35 (7.5.1903)
- Date
- 1903-05-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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776 und die großen Haufen von harten Goldstücken. Gar milde klang deßhalb seine Stimme, da er. unter allgemeiner Stille anhub: „Wer seid Ihr und was wollt Ihr?" _ Da trat David ben Sebulon aus der Reihe oer seltsamen Männer hervor, verneigte sich vor dem Herrscher und sprach: „Edler, großmächkiger König! Der Gott des Himmels und der Erde, der den Herrschern die Herrschaft verleiht und den Fürsten ihr goldenes Szepter, der durch das Meer einen Weg sich bahnt und der Fluthen Gebrauste bezähmt. Er verleihe Dir Leben, mehre das Reich. Er sende Dir Sieg gegen Deine Feinde. Der Gott, der Deinem Haupte die Krone gibt, Er hat sie genommen von den Nachkommen Davids, Seines Gesalbten, und Er hat Sein heiliges Volk wegen der Menge der Sünden verjagt, weithin über's Antlitz der Erde. Ein Theil dieses Volkes wohnt auch in Deinem Lande, o Herrscher, und es bittet Dich durch uns, diese Geschenke als Zeichen seiner Huldigung anzunehmen und ihm die Sonne Deiner Gnade leuchten zu lassen mehr denn Dein Vater. Und wenn der Herr einst Sein Volk wieder machen wird zum Fürsten der Völker, wird Er auch Deinem Volke mit Gutem lohnen." So sprach er und trat still in die Reihe seiner Gefährten zurück. Und des Königs Antlitz lächelte mild, denn herrlich blitzten die Ringlein. Schon öffnete er den Mund, um das Wort der Gewährung zu sprechen, da erhob sicki Balduin, der Erzbischof von Canterbury und trat dicht hin vor die Juden. Seine Augen leuchteten, schleichendes Feuer brannte in ihnen, weithin strahlte das Abzeichen an seiner Brust, wild wogten vom Haupte die Quasten. Mit einer Bewegung voll herrischen Befehls verschloß er den königlichen Mund, öffnete den eignen und sprach: „Wo ist Euer Sprecher?" David ben Sebulon trat vor. - „Welches ist Dein Name?" „David ist mein Name, David, der Sohn des Sebulon." „Erfüllst Du die Gebote, die Gott, Dein Gott, Dir geboten?" „Sie zu erfüllen ist all* mein Streben." „Hat Sebulon, Dein Vater, sie auch erfüllt?" „Ihm gleichzukommen ist mein heißer Wunsch." „Hat Deines Vaters Vater sie auch erfüllt?" „Mein Vater hat sein Andenken hoch gehalten, hoch wie das eines Heiligen.". „Bist Du der Einzige, der seinem Gott treu ist. oder kommen die andern Dir gleich?" „Die wir Englands Boden bewohnen, dienen alle unserem Gotte und nur klein ist die Zahl der Verworfenen." „Was hörst Du von Deinen Brüdern in Gallien, in Germanien und im fernen Hispanien?" „In Gallien,. Spanien, Italien und im Neoellande der 'Deutschen steigt in der heiligen Sprache zu Lob und Preise des Herrn das Einhriisbekenntniß empor." „Und wenn Ihr Juden so fromm seid, warum werdet Ihr in Italien, in den Ländern der Deutschen und im sonnigen Gallien verfolgt?" „Weil uns der Herr prüft." „Und prüft man wohl tausend Jahre?" „In den Augen unseres Herrn sind Tausend Jahre wie ein Tag, der vergeht und wie eine nächtliche Wache." Ein leiser Anflug von Spott lag in seinen Worten und Blonde!, der Sänger, konnte nicht umhin, ein wenig zu lächeln. (Fortsetz, folgt.) Der ..Israelit" erscheint wScheatlich zweimal, Montags und Bonnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Vuchhandrl vrrkrhvl durch V. Al. 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