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Der Israelit · 1903-05-04 · Heft 34 (4.5.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 34 (4.5.1903)
Date
1903-05-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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757 ' Hallen, das Düstere und Kafernenhafte eines Krankenhauses zu vermeiden. Diese Mrkung soll noch gesteigert werden durch reiche Berankung der Rohbauflächen mit Schlinggewächsen, sowie durch Anbringung weißer mit Pflanzen gefüllter Blumenbretter. Der ästhetische feine Sinn der leitenden Regierungsbaumeister Richard und Paul Ehrlich macht sich in allen Details der Ausführung des Herold'schen Entwurfes geltend. Die sechs Gebäude umschließen einen geräumigen, von dem städtischen Gartenbaudirektor Richter projektirten Garten, 'welcher, durch schöne Vaumgruppen belebt, geschwungene Wege und bewegte Rasenflächen aufweist, zwischen welchen Ruheplätze für die Kranken angeordnet sind. Die Aufgabe des alten und die Belegung des neuen Krankenhauses erfolgt am Donnerstag, den 29. April, die Eröffnung der Poliklinik am Montag, 4. Mai c. Die Leitung der chirurgischen und der medizinischen Klinik untersteht den bereits erwähnten beiden Primärärzten -Dr. Reinb'ach und Sanitätsrath Dr. Sandberg, die der gynäkologischen Abtheilung Herrn Dr. Fränkel, und die der augenärztlichen Abtheilung Herrn Dr. Jungmann. Alles in Allem betrachtet, darf gesagt werden, daß sich die neue Anstalt der großen Zahl der öffentlichen und privaten israelitischen Krankenhäuser Deutschlands als eine auf das Beste eingerichtete Anlage würdig anschließt. Bad Kissingen, 28. April. Rach dem Bericht des Herrn Distrikts-Rabbiners Dr. S. Bamberger, früher in Schrimm. jetzt in Bad Kissingen, über die rituelle Verpflegung der Insassen des Landarmenhauscs zu Schrimm, wurden vom 1. Mai 1902 bis zum 30. April dss. Jahres 2M* Monate zwei Personen, Monate je drei Personen verpflegt. Die Einnahmen betrugen Mk. 843, die bis auf Mk. 15 verausgabt wurden. Vom 1. Mai übernimmt Herr Lehrer G. Hopp in Schrimm die Verwaltung dieser Angelegenheit uns bittet man, auch unter dieser Leitung diesem edlen Werke das bisherige Wohlwollen zuzuwenden. Würzbnrg, im April. Am 3. ds. Mts. wurde der Kriegsveteran, Herr Raphael Fried von hier, unter zahlreicher Vetheiligung Seitens des Kriegervereins und unter militärischen Ehren auf dem hiesigen, isr. Friedhofe zur letzten Ruhe bestattet. Der Verstorbene hatte sich in dem deutsch-französischen Kriege 1870. durch Tapferkeit hervorgethan und wurde mit dem Verdienstorden ausgezeichnet. Fast vollzählig war obiger Verein bei dem Leichenbegängniß erschienen, um dem braven Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Unter Vorantritt der Trommler, den Trauermarsch spielend, begleitete derselbe die Leiche den . weiten Weg bis zum Friedhöfe. Am Grabe legte der Vereinsvorstand unter Worten der Anerkennung der Verdienste des Hingeschiedenen und feines biederen Charakters im Namen des Vereins einen Ehrenkranz nieder. Wer andere ehrt, ehrt sich selbst. Der Verein zeigte, daß er in dieser Beziehung keinen Unterschied der Konfession kannte. Karlsruhe, 27. April. Die hiesige HandelskaMmer hat sich bereit erklärt, die Eingabe des „Zentrakverbands deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" zu unterstützen, welche eine gleichmäßige Behandlung sämmtlicher deutschen Reifenden in Rußland anstrebt. Roöbcim (Elsaß). 27. April. Am 24. d. Mts. verstarb dahier Frau Melanie Blum, Gattin s des Fabrikanten Herrn Meyer Blum, in ihrem. 72. Lebensjahre. „Gefallen ist die Krone von unserem Haupte!" So wehklagen in kindlicher Ergebung in den heiligen Willen, in demuthsvoller Unterwerfung unter den unerforschlichen Rathschluß des Allmächtigen, der gebeugte Gatte, die untröstlichen Kinder, Schwiegersöhne und Enkelkinder über den herben, unersetzlichen Verlust, von welchem sie durch das jähe, unverhoffte Hinscheidcn der edlen, frommen, herzensguten, seelenrcinen, unvergeßlichen Gattin, Mutter, Schwietzermuttcr und Großmutter hart, sehr hart betroffen worden sind. Ein unübersehbares, nicht endenwollendes Trauergefolge fand sich am 26. zur Bestattung der edlen Dahingeschiedenen ein, um dieselbe zur letzten Ruhestätte, nach dem Friedhofe in Rosenweiler, zu geleiten. Mit dem Hinscheiden dieses Musterweibes ist nicht nur die Familie, sondern es sind auch viele Unglücklichen, deren Thronen-sie getrocknet, insbesondere die Armen 'des heil. Landes, hart betroffen. Dies haben auch die Herren Rabbiner Dr. Gold st ein - Mutzig, Dr. B l o.ch - Oberehnheim, in ihren ihr gewidmeten Nachrufen. welche einen tiefen Eindruck auf die Leidtragenden, wie auf alle Anwesenden gemacht Haben, hervorgehoben, und ihre echte und wahre Frömmigkeit als Beispiel hingestellt. Möge Gott den trauernden Hinterbliebenen lindernden Trost spenden und ihnen die Kraft verleihen, die schwere Prüfung zu überstehen, im Bewußtsein treu erfüllter Gatten- und Kindespflichten. Der frommen Dahingeschiedenen rufen wir nach: Dein Andenken wird ein gesegnetes bleiben. Oesterreich. Wien. In der Diskussion über die Wchrvorlage im österreichischen Abgeordnetenhause brachte der Abgeordnete Daszynski die seltsamen Vorgänge im Bereiche des zehnten Armeekorps in Przemysl zur Sprache, wo jüdische Soldaten schlecht behandelt worden sein sollen, und zwar blos deßhalb, weil sie Juden sind, wo jüdische Rekruten, um dem Antisemitismus zu fröhneN, zum Militär asseniict wurden, obgleich sie physisch zu schwach waren, wo man jüdische Rekruten chikanirte und mißhandelte. Der Landesvertheidigungsministcr hat alle

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