Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 33 (30.4.1903)
- Date
- 1903-04-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449921--58130-2522490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Tunis 1× ep/1048155
OCR text
hntgen beanspruche er das Wort, und damit wahre er sich das Recht, langer zu sprechen, als dem einzelnen vielleicht — beim 5 Minuten-Betriebe — zukame. Herr Dr. Nathan, der geistesfrische, jugendliche Greis, sprach über' die Grundbedingungen der Herstellung einer ncbv nrro ,8 new? -ns’y ,2 -pes in***? ,'v ,1 .vnn n:s die er in Verbindung mit der Barmizwohfeier gebracht. Auf ihn folgte der Klausrabbiner, Herr Heinrich Weiß, dessen Vortrag, halachischen Inhaltes, zwar sehr geistreich, aber unter der ziemlich 'lebhaften Unterhaltung, die sich inzwischen entwickelt hatte, etwas beeinträchtigt wurde. Die nächste Pause durste Ihr Correspondent H. B. zu einer keinen Rede benutzen, wobei er zumeist den Gastgebern seinen Dank für die Ehre, die man ihm mit der Einladung erwiesen, abstattete, um dann die Verbindung der Doppelfeier in dem mx) -p:n 'brnb *u :pieo vcjjA und nx mun na» *a '3 zu finden, damit erinnerte er an das soeben vergangene Peßachfest, welches mit dem *ti{6 penn nx pp-ns nwy nysnx^ tx un eingeleitet werde^ das weise auf die Varmitzwohfeier, hin, die mit dem AbeNd des dreizehnten Lebensjahres beginne; da soll der Vater mit dem Lichte der Thora untersuchen, oh er den ns'Uew mxw aus dem Innern seines Sohnes, dessen Erziehung und Verantwortung dafür ihm obgelegen, hinweMeräu'mt habe, so daß er das 'nt:«* *pa frei ausrufen könne. Als Schluß wählte er eine schöne mit:» der drei n vy, die der nhtot crox auf die nso ns geistreich aNwende. Sein Glas galt dem Wunsche, die Gastgeber möchten recht oft Freudensfeste feiern, und namentlich Freuden in ihren lieben Kindern erleben. Herr Sal. Jacobsohn, ein gewandter Redner nun p toastete auf Herrn Gumpertz, Herr Jonas Bing erklärte eine passende tf'p'? Stelle, während Herr Benjamin, unser bewahrter XT,p bv2, in der Kohlhöfensynagoge mit schönen nun mi. den Reigen der Reden beschloß. Solche Feste, die Gott sei Dank hier nicht selten sind, zeigen, daß Hamburg noch immer eine nm *ry ^x'iw-e ist, und daß das Streben vorhanden ist, ihr diesen NuhM zu erhalten. Dem Gastgeberpa'are rufe ich auf diesem für mich nicht mehr ungewöhnlichen Wege nochmals ein herzliches v'm vvnv nw zu. ’ H. B. Afrika. Tunis, 27. April. Die Truppenschau, die Loubet an der Seite des Beys auf einem grünen Felde in der Nähe der Burg Bardo abnahm, bot ein neues, buntes Bild dar durch 'die Teilnahme der Leibgarde des Beys und den Vorbeizug der arbischen Bruderschaften und arabischen Stämme ganz Tunesiens mit ihren Chefs und Fahnen.-- Jede Gruppe verbeugte sich vor Loubet und'dem Bey unter dem arabischen Ruf: „Allah mehre den Ruhm Frankreichs und Tunesiens! Vielbemerkt wurde die jüdische Gemeindedelegation, die inmitten des arabischen Defilees in ihrer blauen Tracht vorbekzog. unter Hochrufen auf Loubet und die Republik in französischer Sprache. Diese Einreihung der Juden unter die Araber war der erste— öffentliche Ausdruck der Gleichstellung der Juden mit 'den Arabern, während die Juden vor dem französischen Protektorat von den Arabern als eine niedere Klaffe behandelt wurden. Der Truppenschau wohnte eine unzählige Menge bei. Besonders die Eingeborenen in ihren bunten Trachten belebten das Feld und die Straßen und verliehen dem Ganzen einen Farbenreiz, der selbst die Parade von Kreider übertraf. F e n 111 e t * t>. Jerusalem. Alflovifche VvrählllNvon Jsaae Breuer—Frankfurt a. M. Motto: Wächter der Zeiten, was ist'» mit der Nacht. Die alle Völker bedecket? Wächter der Zeiten, was iit'8 mit der Nacht.' Die Israel quälet und schrecket? Längst hat gesprochen der Wächter der Zeit: Es herrschet die Nacht, doch der Tag ist bereit! (Jes. 21,11—12.) Einleitung. Es ist schon lange her, zwei Tausend Jahre oder noch mehr, da waren die Juden ein einiges, großes und starkes Volk. Froh und glücklich lebten sie in einem herrlichen Lande, das von Milch Und Honig überfloß, in dem die Winde so milde wehten uNd die Cedern so sinnig rauschten, hoch oben auf dem Gebirge Libanon. Ruhig und ungestört bebauten sie ihr Land, Niemand mochte sie stören, weil sie Jeder fürchtete. Das aber kam daher, weil die Juden alle fromm waren, und deßhalb Gott der Herr selbst ihnen half und von allen ihren Widersachern Friede verschaffte. In ihrer Mitte wohnte der Herr, und sie dienten Ihm mit ihrem Herzen, wit ihrer Seele und mit ihrer Habe. Dreimal im Jahre zogen sie in hellen Schaaren zum Mittelpunkt der Welt, nach Jerusalem, der heiligen Stadt, hinauf, wo, hoch auf Quadern erbaut, in stolzer Pracht und hehrer Schöne der Tempel ragte, und sie bückten sich im Angesichte des Herrn und freuten sich Seiner Gegenwart. Ach, es war damals so schön und es sollte in kämmenden Tagen so fürchterlich werden. Die Sunde lockte, umstrickte sie und brachte sie zu Falle. Es kam der Feind, verjagte - sie, zerstreute sie über den Erdkreis. Seitdem essen sie das Brod der Fremde, und die Sprache'des Fremden ist auf ihrer Zunge. ' Voll Wehmuth aber gedenken sie Jerusalems, der stolzen Trümmerstatie, und weinen noch immer am Tage, der das Elend einst gebracht.