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Der Israelit · 1903-11-12 · Heft 90 (12.11.1903) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 90 (12.11.1903)
Date
1903-11-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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44. Jahrgang. ju «AS 90 ZI i f k npri naiem iex:e>? nunn jo v'inn rahA p» ♦(ttp 'iö ’jiyet? Bipb’2 xnn nba dg) „Woraus entnehmen wir, daß ein Segensspruch bei der Hochzeit zu verrichten sei? Denn also heißt es: (Gen. 24, 60.) „Und sie segneten Rifko!" Es dürfte an und für sich schon auffallend sein, daß aus dem Segen eines Laban eine Schlußfolgerung für uns gezogen wird. Geradezu unverständlich scheint aber auf den ersten Blick, der im 6*p *ts) wcv ttip^’ kurz darauf zitirte ^eti:» iy npei mpsj xb ne ':se : emo •nie nr>e»y «'nVan v'ieix e^ipn nieix in' xSt? pnar „Weßhalb wurde Rifko nicht mit dem Muttersegen bedacht, bis Jizchok für sie flehte? Damit nicht die Nationen der Welt sagen: unser Gebet hat Erhörung gesunden." Um den krassen Widerspruch zu lösen, in dem diese beiden ovno zu stehen scheinen, möchten wir vor allem versuchen, das Bild unserer Ahnmutter Rifko näher zu betrachten. Eine unbegreifliche Gedankenlosigkeit faselt und fabelt von einer orientalischen Herabwürdigung des Weibes im jüdischen Gesetz. Und doch dürfte auf keines occidentalen Minnesängers Laute also innige, liebliche Töne von der Wiirde und der Hoheit des Weibes erklungen sein, wie im Talmud — im ernsten, starren, düsteren, so viel geschmähten und so wenig gekannten Talmud. — „Wer ohne Weib lebt, ist ohne Freude, ohne Segen, ohne Glück — ist ohne Thora, ohne Frieden, ohne Mauer, denn also heißt es (Jirmija 31): 121 2212.1 .I2pi „das Weib umgibt den Mann." (Iebamot 62. 63.) . der selbst im Gewühle des Tages steht, und leicht vermengen kann Gut und Böse; denn im stillen Kreis der eigenen Häuslichkeit lehrt ihn der reine Sinn 'der Gattin, was recht u. was schlimm. Und hat der Mann die Kraft, das Weib gebe ihr die Richtung des Wirkens, das Weib erst lehrt den Mann, daß nur in der Reinheit, in der Göttlichkeit das „Glück" zu finden sei und die „Freude" blühe — sie erst ermöglicht seinem „Thora"lernen die richtige Betätigung, sie ist seine „Mauer", die ihn vor allen schädigenden Einflüssen der Außenwelt bewahrt. v Wie dem Säugling und. dem Kinde die treue Mutterliebe alles Schöne und Gute aus der Außenwelt vermittelt, aber die schützende Muttersorge auch alles Häßliche und Schlechte hinwegbannt, ebenso sei dem Manne das jüdische Weib, und es hüte ihn davor, durch die Bestrebungen außen das Innere zu vergessen, es sorge dafür, daß alle äußeren Bestrebungen im Dienste der inneren stehen, und also ist' im tiefen Grunde der Mutter und derGattin Lebensaufgabe ein und dieselbe — iex 'inn pnjp am Kein Weib aber hatte schon an und für sich, also die Fähigkeit und die Möglichkeit, dieser hohen Aufgabe nachzukommen,, wie Mutter Rifko. — Tochter des Bethuek. Schwester des Laban, aus heidnischem Hause, die Gattin des Abrahamsprosses, ist siedas vollendetste Ideal jüdischer. Weiblichkeit. Zum Segen verwirklicht sich erst der Völker Errungenschaft, wenn er sich harmonisch mit dem Abrahamsqeist vereint, deßhalb wurde Rifko nicht mit dem Muttersegen bedacht, bis auch Jizchak für sie flehte: . 7 '7 xbv n'by prts> bbzr\:v iy npei mpw xb ne 'ree . .wie nnt>*y irn^cn wiem c^yn nein w „Das Weib umgibt den Mann," das ist die dem Judenthum und nur dein Juden eigene Anschauung ' über die Bedeutung des Weibes. Nie suchte das jüdische Weib zü glänzen als Mehrer der Wissenschaft der Kultur auf Erden. Sein Haus war sein Reich, sein Heim sein Waltungsgebiet. Der Mann ist draußen in des Lebens Kampf-er tritt hinaus als Jude -er tritt hinaus in die Rennbahn, die man den Kampf um's Dasein nennt. Daß er aber auch zurückkehrt als Jude, daß er Jude bleibe, daß nicht Unglück seine Kraft knicke und nicht Glück Ihn vergessen mache den Geber des Glückes, - daß er unberührt von den -äußeren Einflüssen sich selbst' treu bleibe --das zu wirken ist Aufgabe des jüdischen Weibes/ 22‘cn nepi« Es ist ferner des jüdischen Weibes Bestimmung zu vermitteln, da wo das Neue auf den Mann einstürmt, Aber darin wurzelt des jüdischen Weibes Bedeutung, darum wird der Mensch ohne Weib kein vollendeter Mensch genannt (Iebamot 63), weil durch seine -Frau erst der jüdische Mann es vermag, in dem unter die Pflege des Weibes gestellten Kreis des menschlichen Seins und Waltens seiner Lebensaufgabe gerecht, zu werden. Und das lehrt vor Allem Rifko, eben indem sie den Segen aus dem heidnischen Haus, in's jüdische trug.. np2i 718 12121lexny?nii7N je 2'171N 51212b j"iv. trug. np2i 71U 12121lexip?_niyn je D'j/innaieb j«:e.

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