Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 90 (12.11.1903)
- Date
- 1903-11-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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durch diese Thatigkeit-machte er sich unsterblich, denn selbst nachdem seine Seele sich zu Gott emporgeschwungenlebte er im Geiste seiner Kinder weiter fort. Abraham konnte am Ende seiner Pilgerfahrt mit edlem Stolz auf sein Leben zurückblicken, und wenn, die Vergangenheit an ihm vorüberzog. konnte jeder einzelne Tag bleibende Werke des Verdienstes aufweisen, und darum sagt die Schrift von ihm:o'2'2 na, kein Tag war verloren, an jedem Tage hat er Gutes vollbracht, jeder Tag war ein Zeuge seines segensreichen Schaffens und Wirkens. Treffend bemerkt der Midrasch: Mancher hat ein Alter ohne Tage, wenn sie inhalts- und bedeutungslos sind, mancher besitzt Tage, ohne ein hohes Alter zu erreichen, aber bei Abraham bildeten alle Tage einheitlich ein glückliches hohes Alter. Das schönste Ehrendenkmal, das die Schrift Abraham errichtet, ist ein Hinweis, in welcher Art und Weise wir uns zu gleichem Wirken und Leisten emporheben können, und so sei er uns ein Muster, unsere Sprößlinge mit dem Geiste des wahren Lebens, mit dem Geiste der Erkenntniß und Gottesfurcht zu erfüllen, damit wir im hohen Alter, geschmückt mit der Ehrenkrone ß»;a »» jvwsn mtsy. einer beseligenden Zukunft entgegensehen können. Kempen (Posen). I. S t e r, Lehrer. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, im Nov. (Der Zar und die Kisch inewer Judenverf olgungen.) Der „Berliner Zeitung", welcher aus Petersburg berichtet worden war, der Zar sei in Darmstadt über die wahren Ursachen der Kischinewer Judenverfolgungen aufgeklärt worden und habe deßhalb die Absetzung Plehwes, der ihn systematisch getäuscht habe, beschlossen,' wird folgendes aus Darmstadt geschrieben: „Es ist bekannt, daß unser Großherzog, der Schwager des Zaren, sich mit einer namhaften Summe an den hiesigen Sammlungen für die Kischinewer Juden beiheiligt hat; Sammlungen, die von den Honoratioren beider christlichen Konfessionen in's Leben gerufen wurden. Ferner hat der Großherzog dem Rabbiner Dr. Marx zugesagt, den Zaren über die Ursachen der Vorgänge in Kischinew aufzuklären, und da der Zar bereits fünf Wochen hier ist, so ist doch anzunehmen, daß unser Fürst ihm gegenüber sein Wort eingelöst hat. Ihre Petersburger Mittheilungen entbehren also deß-, halb nicht der inneren Wahrscheinlichkeit. . "Berlin. Von dem Vorstande des Vereins „Freunde der Taubstummen-Jedide Jlmim" erhalten wir nachstehenden Aufruf „An die jüdische Lehrerschaft in Deutschland," den wir auf das wärmste empfehlen: Im vorigen Jahre wendeten wir uns zum ersten Male an Sie. mit der Bitte, uns' in unseren Bestrebungen zum Wohle der taubstummen Jugend zu- ' unterstützen. Allen geehrten Lehrern und. Lehrerinnen, die uns diese Bitte erfüllten, sagen wir hierdurch un-. seren verbindlichsten und tiefgefühltesten Dank. ... Die unseren Bestrebungen allseitig zu Theil gewordene Zustimmung läßt uns berechtigt erscheinen, nunmehr alljährlich in gleicher Weise unsere Bitte zu wiederholen, die dahin geht, bei Ihren Schülern und Schülerinnen, sowie bei deren Eltern für unsere Zog- . linge eine rege Antheilnahme wach zu erhalten. - \ In unserer Anstalt werden 44 jüdische taubstumme Knaben und Mädchen unterrichtet und erzogen.' . .Neben einigen zahlenden haben wir einen großen Theil armer Kinder zu versorgen. Allen wird die gleiche . Sorgfalt zugewendet. ... Aus diesen unglücklichen Kindern, welche den. Mangel der Sprache und des Gehörs schmerzlich . empfinden, und welche leicht unselbstständige und ver- . bitterte Menschen werden, nicht nur brauchbare und nützliche, sondern auch gute und fröhliche, und soweit es möglich ist, auch zufriedene Menschen zu machen, ist unsere Aufgabe. Die Erreichung dieses Zieles erfordert viel - anstrengende Arbeit bei Lehrern un i Schülern, denn das Thor der Seele, das Gehör, ist verschlossen und muß ersetzt werden. Die auf sie verwendete Mühe allein, macht aber die Kinder nicht glücklich! Nur wenn sie sehen, wie ihre Mitmenschen sich mit ihnen und mit dem von ihnen Erreichten freuen, fällt ein Strahl des Glückes in ihre Seele, und mit dankerfülltem Herzen blicken die Kinder auf die Freudentage, die ihnen von edlen Menschen bereitet werden. Auch das bevorstehende Chanukahfest soll mit Gottes Hilfe wieder ein solcher Freudentag für unsere Zöglinge werden, und damit die hierdurch und auch sonst in so hohem Maße an unsere finanziellen Mittel gestellten Anforderungen erfüllt werden können, rufen wir Ihnen zu: „Thue auf deinen Mund für die Stummen und für die Sache derer, die verlassen sind." nftn . 'n Sa }n Sx aSxS -j*b n.-v (Sprüche 31, 8.) . Erwecken Sie in Ihren Schülern und Schülerinnen das Mitgefühl für die unserer Anstalt anvertrauten, taubstummen Kinder, und verschaffen Sie ihnen, schon in früher Jugend das freudige Bewußtsein, durch eine kleine Gabe mitgewirkt zu haben an der Aufhellung und Erheiterung des Looses armer Unglücklicher! Postsendungen. werden gütigst an Herrn- Adolph S a l o.m o n, Berlin NW. 23, Flensburgers!r. 9, erbeten. ••. München, 6. Nov. (Das Blutmärchen aufder Po st karte.) Das Zirkular eines Münchener Kunstateliers, durch welches den Händlern ,