Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 30-31 (22.4.1903)
- Date
- 1903-04-22
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
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Erfolge zugewendet hat. Die vorliegenden Bände haben noch außerdem den bedeutenden Vorzug vor dem ersten Theile, daß der Verfasser viele bisher unbekannte Bearbeitungen der sr,zz?n und besonders werthvolle Manuskripte fiir seinen Commentar heranziehen und vcrwerthen konnte. Um den hohen wissenschaftlichen Werth dieses groß angelegten Werkes zu würdigen, genügt ein Hinweis auf die Approbationen der ersten zeitgenössischen Koryphäen der Thorakunde, die dem genialen Verfasser und seinem Kommentar die verdiente Anerkennung rückhaltlos aussprechen. Indem wir uns dieser anerkennenden Veurtheilung in allen Punkten anschließen, heben wir noch die handliche, gefällige, äußere Ausstattung des Buches hervor und bedauern, daß die Adresse des Verfassers nur in hebräischer Schrift und Sprache angegeben ist. Es erschwert dies den Bezug des Werkes, zumal es im Selbstverlag des Verfassers erscheint. Dieser Selbstverlag, in dem viele jüdische Gelehrte ihre Werke erscheinen lassen, ist deren Verbreitung nicht günstig. Die meisten sind viel bessere Autoren, als Verleger.. Dem großen Erfinder Vnson sagt man das Wort nach, daß es nicht so schwer sei, eine neue Erfindung zu machen, als sie an den Mann zu bringen. — Das gilt auch auf dem Gebiete der Thorakunde und der ganzen jüdischen Litteratür. Bedenkt man, daß Werke, 'wie das vorliegende, das durch die Schwierigkeit des behandelten Stoffes ohnedies nur auf einen kleinen Kreis rechnen kann, der ihm Verständniß entgegenbringt, so müßte von Seiten des Autors alles geschehen, um einen möglichst reichlichen Vertrieb zu erzielen. Das kann aber nur durch einen rührigen, guten Verleger geschehen. Auch eine gute Verbreitung wird schon viel erreichen, wenn ste nur die Herstellungskosten des Werkes deckt. Das sollte aber erreicht werden, um den Verfasser zu ermuthigen und in den Stand zu setzen, das begonnene große Werk fortzusetzen und zu Ende zu fuhren; was wir der Bearbeitung der Toßesta von Rabbiner Friedmann aus vollem Herzen wünschen. „Eontra Delitzsch, die Babelhypothesen, widerlegt von Dr. S. Meyer. Distriktsrabbi'ner in Regensbürg. (Druck und Verlag von I. Ka u ff - m a n n in Frankfurt a. M.) Das' „Regensburger.Morgenblatt", Organ des Zentrums, schreibt in Nr. 81 vom Samstag, 11. April: In den Streit um Babel und Bibel, der durch die Vorträge 'des bekannten Professors Delitzsch von neuem angefacht worden ist. greift mit dem eben angeführten Werk Herr Distriktsrabbiner Meyer ein. Dasselbe erscheint in mehreren Lieferungen, von denen Heft I vcrliegt. Soweit dasselbe ein Uriheil zuläßt, muß gesagt werden, daß dem Berliner Professor in Mever ein gefährlicher Gegner erstanden ist. Belanütlich hatte Delitzsch behauptet, der wesentliche Theil des alten Testaments sei babylonisch-assyrischen Ursprungs, als göttliche Offenbarung könne dasselbe nicht angesehen werden. Delitzsch stützte diese Behauptungen auf Täfelchen mit Keilinschriften, die bei Babel ausgegkaben wurden. Meyer geht mit den einzelnen Behauptungen Delitzschs kritisch in's Gericht, beweist mit einem Aufwand von großer. Sprachen- und Quellenkenntniß urtb logischer Schärfe die Willkür und die Unhaltbarkeit der einzelnen Hypothesen. Schritt für Schratt geht er mit seinem bedeutenden philologischen, geschichtlichen und theologischen Rüstzeug den Babeleien Delitzschs zu Leibe und wirft eine seiner Aufstellungen nach der anderen vollständig über den Hausen. Das Werk ist trotz aller darin angewandten Gelehrsamkeit klar und leicht verständlich geschrieben und wird dem Fachmann wie dem Laien gleich gute Dienste leisten. Dem gelehrten Verfasser muß man Glück wünschen zu dem Würfe, den er gewagt und der auch für uns Christen von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist." - - Beitrage zur Geschichte der .Juden in Bayern. 1. Die Bayerischen Parlamentarier jüdischen Glaubens. Don Dr. A. Eckstein, Bamberg. . Verlag der Handels-Druckerei Bamberg. 60 Pfg. ' Der verdienstvolle, in seinen Forschungen ebenso gründliche, wie in seiner Darstellung geschmackvolle Bearbeiter der „Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbisihum Bamberg", ist nun, wie man von ihm erwartet hat, von der Lokalgeschichte zu dem 'weiteren Gebiete der Landesgeschichte übergegangen. In dem vorliegenden ersten Hefte seiner „Beiträge zur Geschichte der Juden in Bayern" werden uns sieben Lebensbilder bayerischer Parlamentarier jüdischen Glaubens: Dr. Fische! Arnheim aus Bayreuth, Dr. David Morgenstern aus Fürth, Justizrath Wolf Franlenbürger aus Nürnberg, Simon Levi aus Landau (Pfalz), Hofrath Siegmund vcn Henle aus München, Justiz rath Wokfg. Gunzenhäuser aus Fürth und Kom'merzienrath Carl M'aison aus München, in markigen, charakteristischen Zügen entrollt. Unter Bezugnahme auf die Jüdendebatte, welche Ende November 1901 im bayerischen Landtage stattgefunden, äußert . sich der Verfasser rm Schlußwort. feiner vorliegenden Schrift folgendermaßen: „Da sind Aeußerungen gethan worden, die man sonst nur in gewissen Volksversammlungen zu hören gewohnt war, und Behauptungen sind unwidersprochen geblieben, die. von den bayerischen Israeliten geradezu ein abscheuliches Zerrbild gezeigt haben. Das Recht des letzten Nachtwächters im Lande und das untergeordnetste Kirchthurminteresse findet einen Vertreter und Für-