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Der Israelit · 1903-04-22 · Heft 30-31 (22.4.1903) · page 42

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 30-31 (22.4.1903)
Date
1903-04-22
Page
– (sequence 42)
Language
German
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Schön int elften und zwölften Jahrhundert sind Juden in Bromberg zu vermuthen. Aus dem Jahre 1484 findet sich ein Stiftungsbrief Kasimir I V., worin er den Juden bezüglich Abhaltung des Wochenmarktes Konzessionen macht. Auf wenigen Seiten ist das bis jetzt Bekannte aus der polnischen Geschichte der Juden Bromberg's erzählt bis zur Regierungszeit Friedrichs des Großen, d. h. bis Bromberg preußisch wurde. Von da an hat die Geschichte vornehmlich den Kampf um die Emanzipation darzustellen. Der Verfasser versteht es, uns diese Kämpfe, die wir ja genugsam aus anderen Städten und Ländern kennen, zu schildern. Eine merkwürdige Erscheinung ist es aber, wie vielgestaltig dieses Ringen der Juden um ihr Recht war. und wie verschieden der Weg. der zum Siege führte. Das Buch ist ein werthvoller Beitrag für die Geschichte der polnischen Juden unter preußischer Herrschaft. - " Tr. Paul Tornstctrcr. Abraham. Studien über die Anfänge des hedr. Volkes. Hetder'sche Verlags Handlung. Freiburg i. B. 1902. XII und 279 S. Preis 6 Mk. Diese tiefgründliche Studie eines hervorragenden katholischen Forschers verdient es, daß man Gelehrte und. Laien in warmen Worten auf sie aufmerksam macht. Der Kernpunkt des Buches ist eine eingehende Erklärung des 14. Kapitels der Genesis, das uns, wie bekannt, den Kampf Abrahams mit den Königen erzählt. „Die klägliche Rolle, 'welche die Pentateuchkritik in Bezug des 14. Kapitels der Genesis spielt, wird besonders zur Sprache kommen." Dem Verfasser ist es gelungen, durch Aufhellung der dunklen, geographischen und historischen Punkte bei der Darstellung dieser Kämpfe, meist' auf Ergebnissen von Ausgrabungen fußend, uns diese Jahrtausende zurückliegende Ereignisse in greifbare Nähe zu rücken. Wenn auch hier sehr Vieles geistreiche Kombination ist, das seinen Angelpunkt in der ° Gleichsetzung Amraphels mit dem in jüngster Zeit vielgenannten Hammurabi hat, so wird dessenungeachtet die Gesammtvorstellung dem Geschichtsfreunde viel Anregung und Belehrung gewahren. Den reichen Inhalt des Buches zeigt uns schon das Jntzaltsverzeichniß, das besonders die Episoden im Leben Abrahams nennt, die ihn mit fremden Völkern und deren Fürsten in Berührung brachten. Das Buch zerfällt außer > Einleitung und Anhang in fünf Abschnitte. . 1) Von Ur nach Hebron, S. 7—67; 2) Beziehungen zu Aegypten, S. 85—123; 3) Die Völkerschaften in Palästina zur Zeit AbrahamS, S. 130 bis 160; 4) einige Namen aus Mos., Kap. 14 (Amraphel, Arioch, Ehodörlchomor. Thadal, Melchisedech, Abraham), S. 161—183; 5) Amraphel (Hammurabi). S. 189—231. 'Der Anhang enthält eine umfangreiche, sehr schätzenswerthe, bibliographische Zusammenstellung in neun Kapiteln, S. 237—277. Sehr lesenswerth ist besonders der Nachweis des Verfassers, daß der Zusammensturz des elamitischen Weltenreichs und des Emporkommens Babyloniens unter Hammurabi eine Folge des Sieges Abrahams über die vier Könige gewesen sei. Das Buch ist nach verschiedenen Seiten hin sehr zu empfehlen, und wird auch derjenige, den die Ausführungen vielfach zu Widerspruch reizen, das werthvolle Buch Nicht aus der Hand legen, ohne mannigfache Belehrung empfangen zu haben. Tr. Moritz Rahmer. Hieronymus Commentar zu den kleinen Propheten. Erste Hälfte Hosea, Joel. Amos,' Obaja, Jona, Micha. Mt Unterstützung der Zunz-Stiftung. Berlin. M. Poppe laueres Buchhandlung. 1902. Das Buch hat unliebsames Aufsehen erregt, weil es einige Seiten übrig hat, um in recht kleinlicher Weise einem Magdeburger Lehrer nachzuweisen, daß er zu seiner Promotionsarbeit die vorliegenden Untersuchungen des Magdeburger Rabbiners in ungehöriger Weise benutzt habe. Es wäre noch besser für den Angreifer, als für den Angegriffenen gewesen, wenn der Verfasser von seiner vielleicht verzeihlichen Erregung nicht der großen Oeffentlichkeit Kenntniß gegeben hätte. Ueörigens enthält die Schrift Manches Werthvolle, und gibt uns dänkenswerihen Aufschluß sowohl über die Kenntniß der jüdischen traditionellen Litteratur bei den Kirchenvätern, als auch über deren Beziehungen zu den Rabbinen. Der Verfasser, der sich sehr vielfach mit der petristischen Litkeratur befaßt hat, wird viele Gelehrte durch Fortsetzung feiner Arbeiten zu Dank verpflichten. Sollte dann . aber der Fall eintreten, daß ein nach dem Doktorhut strebender Jüngling das neue Rahmer'sche Buch allzugut verwcrthet, so wird es dem Verfasser Niemand verübeln, wenn er die Geschichte einer solchen litievarischen Plünderung der Mit- und Nachwelt vorenthält. '2-.12 r&an *>3 an 'V'ben w pln nyia *a «aart nsva p"pn an ni>v vrr 'anna vrcia rm rnrra Selbstverlag des Verfassers: Rabbiner M. Friedman n in Tüth bei Raab (Ungarn). Der erste Theil dieser gründlichen Bearbeitung der Toßefta ist kurz nach seinem Erscheinen an dieser Stelle nach Gebühr gewürdigt worden. Der vorliegende zweite Band enthält: na« ,xa'.' ,c*pe> ,c*nce. Der dritte, Band umfaßt ,pp nzna ,n»n /«rin ,ns*a arrr. Es ist ein dunkles, oft schwer zugängliches Terrain, dessen Lichtung und Bebauung der Verfasser seine große Gelehrsamkeit und Belesenheit mit vielem

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