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Der Israelit · 1903-04-22 · Heft 30-31 (22.4.1903) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 30-31 (22.4.1903)
Date
1903-04-22
Page
– (sequence 19)
Language
German
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eine von Kunstmaler Adels jun. angefertigte Adresse, auf welcher die Arbeiten des'Landesgemeinederathes allegorisch in hervorragend schöner Ausführung dargestellt waren. Während der Ueberreichung spielte die Musst ein Stück, worauf der Jubilar in bewegten Worten dankte. Hierauf begann das Festmahl, an dem Herr Weinberg bis zu Ende theilnahm. Als Nachfolger des Herrn L. S. Weinberg, der fast drei Jahrzehnte seines Amtes segensreich waltete, tritt Herr Leopold Moses sowohl als Vorsteher der Gemeinde, als auch als Mitglied des Landesgemeinderathes an seine Stelle. Twistringen (bei Bremen), 6. April. Ein seltenes Doppelfest wurde in unserer kleinen Gemeinde am letzten rripv 'ß feierlichst begangen. Während ein Sohn des Herrn B. Silberberg hier Var Mizwoh wurde, ist ein Söhnchen desselben an demselben Tage in den iäs btck *p nne eingesührt worden. Die erhebende 'Doppelfeier wird unserer aus nur sieben Familien bestehenden Gemeinde noch lange im Gedächtniß bleiben. Nachdem die Bemühungen des Herrn Silberberg, einen Moh'el aus Bremen oder Hannover, den hier zunächst gelegenen Ortenzu beschaffen, erfolglos blieben, war es Herr I. Salomon aus Hamburg, der die in Bezug auf Sabbat doch beschwerliche Reise antrat, um in uneigennützigster Weise ein Kind dem 'p N'iv zuzuführen. Der Gottesdienst am Samstag früh war für unsere nur eben Minjan zählende Gemeinde etwas seltenes, waren doch viele Glaubensgenossen aus der Umgegend mit ihren Damen erschienen, und erhöhte sich an diesem Sabbat die Zahl der Besucher auf 30—40. Nachdem der mxe 12 seine nera mit lieblicher Stimme geleint hat, ergriff unser Schochet und Lehrer, Herr P e r l st e i n, nach dem Einheben das Wort, um seinem Schäler, dem Var Mizwoh, in formvollendeter Rede die Bedeutung dieses seines Tages klarzulegen, und ermahnte ihn insbesondere zur Erfüllung der heute auf ihn mit eigener Verantwortung gekommenen Mizwaus. Ein Dank des Bar Mizwoh und Bittgebet für seinen Lehrer und seine Eltern, und hierauf - das Mussavgebet, beschlossen die erhebende, synagoaale Feier, der durch die üblichen mm eyiu n^o nna noch besondere Weihe verliehen wurde. Alsdann wurde im Hause des Herrn Silberberg, wohin sämmtliche Syn'agogenbesucher auf Einladung desselben folgten, dierfra durch Herrn Salomon vollzogen. Die hierauf folgende rrso ba rrnys wurde von Herrn Solomon nach dem Sprechen des t?’~'p mit einer schwungvollen Rede eröffnet. Durch Anlehnung an die heute verlesene Sidra legte derselbe die Bedeutung des Doppelfestes klar und führte an der Hand vieler und schöner 'Midraschim beide Feiern zusammen. Es herrschte sehr heitere Stimmung und würzten ernste und heitere Reden der Herren Perlstein und Goldschmidt das seltene Doppelfest. : ' ' Der Mohel, Herr Salomon. der allerdings nur mit seiner Person und seinen schönen, ausdrucksvollen Worten die Tafel zierte, sich jedoch nur mit den selbst mitgebrachten Speisen — seinem Prinzips folgend — begnügte, beschloß die großartige Feier mit heiterer Rede und endete solche mit dem Wunsche, daß die Eltern, die heute die war hatten, ihre Kinder an einem Tage in zwei Mizwaus einzuführen, erleben mögen, dieselben hdranzuz'iehen zur Erlernung und Befolgung der heiligen Schrift, zum Umgang Mit und Verkehr unter guten Menschen, und zu Thaten der Milde und der Barmherzigkeit vwbi ntmb. nnnb. DK schöne. Doppelfeier hatte sich bis fünf Uhr ausgedehnt; Wir gingen zu Mincha und verbrächten alsdann den' Rest des Tages noch in lebhafter Stimmung mit unserem Hamburger Gaste, bis das mb - Lied den Ausgang des schönen Tages verkündete. Um 10 Uhr Abends waren wir nochmals zum Abschiede von Herrn Salomon erschienen, um ihn zur Bahn zu begleiten. Möge es ihm vergönnt sein, die Jib’ö mo. noch lange auszuführen, und mögen sich seine Wünsche zur Freude der Familie Silberberg an ihren Kindern bewahrheiten. ' '-v': , -'Uiigat n. Grofr-Wardein, im Nissan. Auf die Worte wpenp'. itxrn, welche bei ibw stehen, bemerken unsere Weisen: das Scheiden eines Fro'mMeN, oder einer Frommen aus einem Orte, läßt einen Eindruck und eine Lücke erkennen. . Auch hier macht der. Tod einer Frommen, einer „Lieblichen" in ihren Handlungen, der Frau Gisela U l l m ä n n geb. Schreiber, die leider in der Vlüthe ihres Lebens, nach zweijähriger, glücklicher Ehe, nach kurzem Leiden, allzufrüh ihrem treuen Gatten, ihrem einzigen Kinde und ihren Freunden entrissen, einen tiefen, schmerzlichen Eindruck, und versetzte die Ihrigen und einen weiten Kreis von Freunden und Bekannten, in tiefe Trauer. Und mit. Recht; denn, wer auch 'immer nur Gelegenheit hatte, diese Frau kennen zu lernen, der mußte sie in ' ihrer SanftmUth und Freundlichkeit, 'in ihrer innigen Religiosität, und in ihrem Edelsinn, als eine patriachalische Erscheinung bewundern, und als den wahren Typus einer b'n rwn eines Biederweibes erkennen. Die Verblichene war eine , Urenkelin des ntno cm, von frommen, für ruiöKi rrtn begeisterten Eltern erzogen, und mit gediegener, weiblicher Bildung ausgestattet, zeichnete sie sich schon von Jugend auf in Tugend und Frömmigkeit aus,, und blieb diesem Streben treu bis an's Ende 'ihres so kurzen Daseins, sodäß man auch von ihr sagen, konnte n jd 0 N2-, wie in ihrer Jugend, so in reifem Alter zeichnete sie sich in Pflichterfüllung aus. Kein.Wunder, daß tfn 1 solches Leben sich das Wohlgefallen und die.Anerken-

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