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Der Israelit · 1903-04-22 · Heft 30-31 (22.4.1903) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 30-31 (22.4.1903)
Date
1903-04-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Indem dieses hierdurch zu jedermanns Wissenschaft bekannt gemacht und zugleich jeder dortige christliche Einwohner ernstlich gewarnt wird, sich nicht die mindesten weiteren Kränkungen'gegen die jüdischen Eingesessenen zu erlauben; so verhofft die K'önigl. Kriegs- und Domainen-Kammer, daß dieser Warnung Gehör gegeben und durch ein entgegen geseztes Beneh- , men. welches überdreh eine Widersezlichkeii gegen obrigkeitliche Verfügungen bezeichnen und den Grad . der Strafbarkeit erhöhen würde, nicht die Nothwendrgkeit werde veranlaßt werden, daß die. den Unterbehörden des Kreises wegen ihres Weiteren Verfahrens gegebenen ernsten Instructionen zum Vollzug gebracht werden müssen.- - Gegeben Bayreuth, den 25. April 1803. Königs. Preußische Kriegs- und Domainen-Kammer.. Das vorstehende - Publikandum verdanken wir Herrn Antiquar B. Sekigmann in Bayreuih, der uns außerdem die Mitteilung macht, daß in Bayreuth noch weitere Aktenstücke in dieser Angelegenheit vorhanden sind. ZeiLurrgArrachvichLen und Corresyörrderrzen. Deutschland. Mainz, 15. April. Am zweiten Jomtof-Tage konnten wir eine erhebende Feier begehen. Herr Heinrich Herz, eines der ältesten Mitglieder der israelitischen Religionsgesellschaft, der er seit ihrer Gründung angehört, feierte seinen siebzigsten Geburtstag. Herr Herz kann auf eine segensreiche Thätigkeit zurückblicken. Als Angehöriger der Chewra-Kadischd war er lange Jahre eines der eifrigsten Mitglieder derselben. Noch ist es in ViÄer Erinnerung lebendig, wie er in den Kriegsjahren 1866 und 1870, der Ansteckungsgefahr nicht achtend, in die von Epidemien durchseuchten Lazarette sich begab, um die vom Tode hingerafsten, jüdischen Soldaten v.öb zu sein. Viel Gutes stiftete er auch als Vorstand des III. israelitischen Krankenvereins (genannt Vretzenheimer Kippe), in dem er schon seit mehr als einem Menschenalter seine Wirksamkeit entfaltet. Alle diese Korporationen ließen es sich nicht nehmen, den verehrten Jubilar auf verschiedene Weise zu ehren, trotzdem dieser in seiner Bescheidenheit sich alle Mühe gegeben, sein Jubiläum nicht bekannt werden zu lassen. Möge der Allgütige 'in Seiner Gnade zulassen, daß der geistig noch überaus rege Mann noch lange in unserer Mitte weile, und ihm recht viel vergnügte Jahre im. Kreise seiner zahlreichen Familie beschieden seien. Bad Soden. Dem Jahresbericht der Verwaltung der „Kuranstalt für arme Israeliten in Bad Soden a. T." (1902) entnehmen wir: Wenn wir einen getreuen Bericht über die Aufgaben und Leistungen der „Kuranstalt für arme Israeliten" im Jahre 1902. geben sollen, so dürfen wir freudig konstatircn, daß wir das Höchste erzielt haben, was mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen war. 239 arme Kranke, gegen 214 im Vorjahre, erhielten liebevolle Pflege und Wartung und können wir die Erfolge als sehr befriedigend bezeichnen. Gerne hätten wir die Wohlthaten der Anstalt allen denen angedeihen lassen, die, von Krankheit verfolgt, bei uns Hilfe suchten, jedoch sowohl die beschränkten Räume, als auch die ^unzulänglichen Mittel. über welche wir verfügen, geboten uns Halt. Mt schwerem. Herzen mußten wir unter den vielen Unglücklichen Auslese halten und nur die allerdringendsten Fälle konnten Berücksichtigung finden. Wir hegen die Hoffnung, daß sich erneut wohlthätige Herzen finden werden, welche uns die Mittel gewähren, unser schönes Werk der-Menschenliebe zu heben und zu fördern. AnS den» Grosrherzogthum Oldenburg. Die Vorstands'wahlen in den Synagogengemeinden des Herzogthums, welche gesetzmäßig alle vier Jahre stattfinden müssen, haben eine Wiederwahl des' gesammten, jüdischen Landesgemeinderathes ergeben. Der Vertreter der Hauptgemeinde Oldenburg, Herr L. S. Weinberg, hat wegen seines hohen Alters von 77 Jahren eine Mederwahl abgelehnt, und statt seiner ist Herr Leopold Moses gewählt worden. , . Die Wahlprotokolle müssen von allen Gemeinden bis 16. April beim Großh. Ländrabbinat eingereicht sein, ebenso eventuelle Wahlproteste, worauf dann am 1. Mai die Vereidigung der neugewahlten Vorsteher und Beisitzer von Seiten des Herrn LaNdvabbiners Dr. Mannheimer stattfinden Wird. Oldenburg. Zu Ehren des Vorstehers der jüdischen Gemeinde, Herrn L. S. Weinberg, welcher wegen seines hohen Alters von 77 Jahren eine Wiederwahl abgelehnt hatte, veranstaltete am Sonntag, 5. April, der „Jüdische Landesgemeinderath" nach seiner letzten Sitzung in dieser Wahlperiode km Saale der Union eine Abschiedsfeier, an der sich auch eine große Anzahl Mitglieder der hiesigen Gemeinde mit ihren Damen betheiligten. Nachdem der Vorsitzende des Landesgemeinderaths, Herr Landesrabbiner Dr. Mannheimer, sowie das älteste Mitglied, Herr Vorsteher Heinemann Vechta, den Jubilar unter den Klängen der Musik in den Saal geleitet hatten, überreichten die Vorsteher Gustav Schwab-Varel und I. D. Josephs- Jever, im Namen des Landesgemeinderathes

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