Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 30-31 (22.4.1903)
- Date
- 1903-04-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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erlennuntz daher m dem vertrauensvollen Schweigen liegt, mit dem Wir seine Fügungen hinnehmen, ran '« nbnn „Dir, o Gott, ist Schweigen die höchste Anerkennung" sagt in diesem Sinne der 65. Psalm, am M-rnist die Begründung und Erklärung des pnx m-m Wenn daher die Gedächtnißstunde wiederkehrt, in welcher unsere Lebenssonne mitten in ihrem Laufe erblaßte/so wollen wir sie nicht mit Klage und Jammer begehen. Nicht von dem Gerechten, von dem Gedächtniß des Gerechten ist es gefotzt: .12-2^ pns *et, daß es zum Segen werde. Und da ist es in der That eine merkwürdige Thatsache, daß dieses Gedächtniß sich um so reiner und klarer abhebt, je mehr Tage und Jahre über die Stunde hingegangen sind, -die uns den Gerechten entrissen. Den Schmerz mildert die Länge der Zeit, aber das Andenken, das Gedächiniß des Heimgegangenen Edlen, wird durch sie gefestigt und gekraftigt. Es dürfte diese Eigenthümlichkeit in der Natur des Gegenstandes ihre tiefe Begründung haben. Auch der vollendet Edle tritt, so lange er unter uns lebt, in erster Reihe nicht, durch seine Eigenschaften des Geistes und Herzens, sondern durch seine körperliche Persönlichkeit in die Erscheinung. Die höheren, inneren Vorzüge werden durch diese körperliche Beeinflussung ZÜruckgedrängt. Körperliche' Schwache. Krankheit. Affekte, kurz die Summe alles dessen, was d'en edlen, freien Geist vom Körper abhängig macht, trübt das reine, seelische Bild des gerechten Edlen, und läßt es nicht in seinem vollen Glanze zur Geltung kommen. Wenn aber mit dem Tod sich Körper und Seele scheidet, wenn das Irdische der Erde verfällt und in der Erinnerung immer mehr und mehr verblaßt, dann kommt das. was an dem Heimgegangenen unsterblich, ist, und daher den Tod überdauert, erst zu seiner rechten Geltung, und hebt sich von Jahr zu Jahr strahlender von dem körperlichen Hintergrund ab, je mehr dieser verblaßt und in der Erinnerung zurücktritt. - - Das dürfte der Sinn d'es tiefen Wortes der Weisen fein: crpmae jnma p'tzn,, das die Gerechten im Tode noch höher als im Leben feiert. Auch, in unserem Falle trifft das zu. Frei von den Gebrechen der Zeit, der Kleinlichket der Umgebung und der Widerwärtigkeit aller-äußeren Verhältnisse, frei von der Schwäche des Körpers, die seine letzten Tage trübten, . leuchtet das Bild unseres Vaters, des Begründers dieser Blätter, in seiner ganzen überirdisch verklärten Herrlichkeit vor uns auf, und mahnt und spornt uns, den lichten Spuren auch weiter zu folgen, die seine hohe- Seele gewandelt. Dieser stümmberedten Mahnung zu entsprechen, ist der Lebensborsatz unseres ganzen Wollens und Wirkens, den wiram Jahrzeitstage von Dr. Lehma n n - s. A. aufs neue geloben. Wir rechnen dabei, wie bisher, auf die thätigen Sympathien des großen Kreises unserer Mitarbeiter, Freunde und Leser, die gleich uns das 'Bild des Begründers des „Israelit* in sich immer verjüngender Frische im Herzen tragen. Wir hoffen dabei vor allem auf den Beistand Gottes, der dem Schwachen Kraft und dem Machtlosen Beistand gewährt. Wir vertrauen dem rr'vrr ncn ist, IN 'inmx 0*psi der den Kindern die Liebesthaten der Eltern gedenkt, und ihnen Seine Treue noch bewahrt, auch wenn die Eltern 'längst im Staube schlafen. Und wenn der ernste Gedächtnißtag sich an das heitere Peßachsest schließt, so klingt doch weit über das Fest hinaus die heitere Zuversicht, die es mit d'en Worten des Festdichters geweckt, daß Gott um der Väter willen der Beistand der Kinder bleibt und noch- Kind und Kindeskinder die ersehnte von allem Leid und Weh befreiende Erlösung bringt: ' 2^2 renn rax $32. ♦dtw2 sram .• ZeUrmssKachrlchLe« rmd Ssrresporr-euzen. D e u t s ch l a » L. Berlin, 20. Apri. (Das Gut Neuh0s.) Mit dem einsetz'enden Frühttng hat auch die.„Bodenkulturgefellschaft m. b. H.", die, als Organ des „Bodenkulturvereins", sich das Ziel gefetzt hat, Juden aus deutschem Boden der Landwirthschaft zuzuführen, ihre Thätigkeit begonnen. Vorläufig sind auf dem von ihr erworbenen Gute Neuhof bei Posen drei Zöglinge ausgenommen worden, doch soll die Zahl auf zehn erhöht. werden. " Es war viel zu leisten auf Neuhof, um es für den Zweck, dem es dienen soll, herzurichten. Unter der fachmännischen Oberleitung des Geschäftsführers im Ehrenamt, Herrn Mühlenbesttzer I. Rosenthal in Posen, wurde der Acker durch reichliche Düngung und Drainage erheblich meliorirt, das lebende und todte Inventar wurde durch Neuankauf auf die Höhe gebracht, die bestehenden Gebäude umgebaut und neue errichtet, genug, es wurde alles aus das sorgfältigste erwogen und ausgeführt, was erforderlich erschien, um Nruhof zu dem zu machen, was es sein soll, der ersten jüdischen Ackerbauschule in Deutschland. Die bisherigen (landwirthschaftlichen) Erfolge j lohnen die angewandte Mühe durchaus und lassen eine günstige Ernte erwarten. Gemüse und Gartenerzeugnisse finden in der Stadt Posen zumeist unter der, jüdischen Bevölkerung guten Absatz, die Milch wird zum größten Theil an das jüdische Krankenhaus dortselbst verkauft. - In dem Inspektor Metzer, dem der Gärtner Liebkg, zur Seite steht, ist eine tüchtige Kraft gewonnen wor-