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Der Israelit · 1903-11-05 · Heft 88 (5.11.1903) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 88 (5.11.1903)
Date
1903-11-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1928 der Minhag nach Verlobungen am Freitag Abend den ~pzrz zu singen, in dem das ~ jpz vorkommt, in Einklang stehe mit der Talmudstelle nnx yv r.rrr nrp’ er? ry~p:. Also auch hier mit Liebe und Eifer forschen und suchen! L. A. in M. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Breslau, im Okt. (Geschichte des jüdischen Friedhofes in D*yHernsurth.) Wie kürzlich berichtet, wird um den alten ehrwürdigen jüdischen Friedhof in Dyhernfurth eine massive Mauer errichtet. Aus Anlaß ihrer demnächst bevorstehenden Einweihung ist ein kleines Büchlein „Geschichte des jüdischen Friedhofs in Dyhernfurth" von D. W e i nbäum, im Verlage von W. K ö b n e r, hier, Schmiedebrücke 17/18, erschienen, dessen Reinertrag zu Gunsten des Mauerfonds verwandt wird. Der Inhalt der nur 50 Pfg. kostenden Brochüre ist nicht nur für die Angehörigen der in Dyhernfurth Beerdigten, sondern auch für die Breslauer Juden, die ihre Leichen bis zum Jahre 1762 zum großen Theile in Dyhernfurth beerdigten, von Interesse. Osterode, 29. Okt. Der seit 1878 hierorts aus 40 Mitgliedern bestehende jüdische Frauenverein feierte am 25. d. Mis. in den Räumen des Gesellschaftshauses das 2.5jährige Jubiläum. Herr Prediger Sturmann leitete die Feier nach verrichtetem Mariwgebet mit einer längeren Ansprache, unter Zugrundelegung des Textes Jerm. 31, 16, ein, in welcher auch der in der Zeit Heimgegangenen Mitglieder gedacht wurde. Frau Fanny L e w i n s o h n. die Begründerin des Vereins und von Anbeginn bis heute erste Vorsteherin desselben, wurde Namens aller Mitglieder von der zweiten Vorsteherin, Frau Nosalie Lewinsohn,' eine Adresse mit entsprechender Ansprache überreicht, und dem Rendanten und Schriftführer, Herrn Prediger Sturmann, der sein Amt ebenfalls durch 25 Jahre ununterbrochen versehen hat, überreichte Herr Max Lewinsohn mit Dankesworten cjn silbernes Schreibzeug mit einer Präsidentenglocke zur Erinnerung. Beide Jubilare dankten in tief bewegten Worten. Genannte Frau Lewinsohn. die noch heute zweite Vorsteherin ist. war es auch bei der Begründung. und die damals gewählte dritte Vorsteherin und Stellvertreterin gehören noch zu den Lebenden; es sind dies Frau Krause hier Und Frau Doris Rosenberg in Berlin. Ein gemüthliches Beisammensein. Theater etc. hielt die große, aus ca. 100 Personen bestehende Versammlung bis morgens 3 Uhr beisammen. L. W. Boa der Ruhr. An einer paritätischen Volksschule itr Mülheim a. d. Ruhr war seit dem 1. Oktober 1876 auch ein jüdischer Lehrer angesiellt. Ars später unter Putkamer die Schule wieder ihren evangeliscöen Charakter erhielt, blieb der betreffende jüdische Lehrer an der Anstalt wie bisher als vollbeschäftigter Klassenlehrer. Seitdem derselbe mit dem 1. Oktober dieses Jahres in den Ruhestand getreten ist, wurde die erledigte Stelle nicht wieder mit einem jüdischen Lehrer besetzt. Heber die Stadiverordnetenfttzung vom 7. d. M. entnehmen wir nun einem Bericht der Rhein- und Ruhrzeitung. Nummer 235, daß zu diesem Punkte verschiedene Anträge Vorlagen. Einer derselben ging dahin, die betreffende Stelle mit einem evangelischen Lehrer zu besetzen, den Religionsunterricht für die israelitischen Schüler der Volks- und höheren Schulen dagegen durch einen besonders anzustellenden Lehrer ertheilen zu lassen. Da diese Lehrkraft nicht vollbeschäftigt werden könnte, erklärte die Kgl. Regierung, diesem Vorschlag nur unter der Voraussetzung zustimmen zu können, daß die Stadt solche nicht vollbeschäftigte Lehrkraft auf ihr eigenes Risiko anstelle, das heißt ohne Gewährung staatlichen Zuschusses von Alterszulagen und Pensionsbeiträgen. .Einem Anträge, es bei dem bisherigen Modus zu belassen, wurde sowohl vom Vorstande der Dickwallsschule, als auch von anderer Seite widersprochen. Dagegen wurde seitens der Stadtschulinspektion, der Finanzkommission rnd dem Schulvorstande der Dickswallschule beantragt, die freigewordene Stelle mit einem evangelischen Lehrer zu besetzen, außerdem aber einen besonderen jüdischen Lehrer zu berufen. Dieser vollzubeschäftigenden Lehrkraft sollen außer dem Religionsunterricht an den höheren Schulen und Volksschulen (14 Stunden) noch 16 Unterrichtsstunden (Turnen und Rechnen) an j verschiedenen Systemen übertragen werden. Zu diesem,! von dem Stadtverordnetenkollcgium genehmigten Anj trage hatte ein Hanvtlehrcr Namens der katholischen j Schulvorstände erklärt, daß letztere für ihre Schulen! eine solche Theilung des Unterrichts nicht wünschten, j Eriheilt die Regierung zu diesem Anträge ihre Genehmigung. so wird damit eine Schulstclle zweiter 51 lasse geschaffen. Man wird doch nicht einwenden dürfen, daß der in Aussicht genommene „fliegende" jüdische Lebrer als ordentlicher Lehrer zu betrachten sei. Wenn sich nun dem aufmerksamen Leser unwillkürlich die Frage ausdrängt, warum die circa 700 Seelen zählende jüdische Gemeinde sich solches gefallen läßt, so fei zum besseren Berstandniß folgendes bemerkt: Als seinerzeit die öffentliche jüdische Schule aufgelöst und mit der paritätischen Schule vereinigt wurde, da beging der damalige Vorstand die Unterlassungssünde, von der Schulverwaltung keine Garantie zu verlangen, daß bei eventueller Neubesetzung immer ein jüdischer Lehrer als ordentlicher Lehrer berufen werden muß.

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