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Der Israelit · 1903-11-05 · Heft 88 (5.11.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 88 (5.11.1903)
Date
1903-11-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1914 Hamburg. 2. Nov. Die „Gesellschaft für jüdische Volkskunde" hielt vorige Woche ihre diesjährige Generalversammlung in Gaffows Gesellschastshaus unter Vorsitz des Herrn Dr. Paul R i e g e r ab. Der Vorsitzende theilte mit, daß die Gesellschaft eine Sammlung von jüdischen Märchen und Sagen herauszugeben beabsichtige. Die Kassenverhaltnisse der Gesellschaft seien günstig. Dem Kassenführer wurde Decharge ertheilt. — Einen großen Verlust habe die Gesellschaft dadurch erlitten, daß ihr Begründer und langjähriaer Vorsitzender. Herr Dr. Max G r u n w a l d, als Rabbiner nach Wien berufen worden sei. doch werde er nach wie vor seine Kräfte der Gesellschaft widmen und auch die Redaktion der wissenschaftlichen Mittheilungen weiter führen. In Anbetracht der Verdienste, die Herr Dr. M. Grunwald sich um die Entwickelung der Gesellschaft erworben, beantragt der Vorstand, ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und der Vorstand beauftragt. Herrn Dr. Grunwald den Dank der Gesellschaft durch Ueberreichung einer Adresse zu votiren. Sodann wurde beschlossen, die Eintragung der Gesellschaft in das Vereinsregister und ihre Rechtsfähigkeit zu erwirken. Ferner wurde beschlossen, daß der Redakteur der „Mittheilungen" sämmtlicho Artikel vor der Drucklegung dem Vorstand zur Begutachtung unterbreiten solle. Die Sammlungen der Gesellschaft, die sich bisher im Museum für hamburgische Alterthümer befanden, sollen vom 1. Januar 1904 ab in den eigenen Räumen im neuen Logenheim an der Hartungstraße zur Ausstellung gelangen. Bei den Wahlen wurden Herr Dr. Paul R i e g e r zum ersten Vorsitzenden und die Herren Dr. Löwenthal und Gustav Tuch in den Vorstand gewählt. Cöln, 1. Rov. Am P»n unn swi feierte Herr Hermann Pütz, der frühere, langjährige SynagogenLiener der hiesigen Religionsgesellschaft, das Fest der goldenen Hochzeit. Welch' großer Beliebtheit das Jubelpaar sich hier erfreut, konnte man besonders an diesem Ehrentage beobachten. Die Nachbarschaft hatte es sich nicht nehmen lassen, nicht nur das Wohnhaus des Paares, sondern die ganze Straße festlich zu ' schmücken und im' Hotel Hofer eine öffentliche Festlichkeit zu veranstalten. Der Kgl. Polizeikommiffar und der Rabbiner überbrachten mit herzlichen Worten die von Sr. Majestät verliehene Ehejubiläumsmedaitte. der Synagogenvorstand der Religionsgesellschaft sandte eine Deputation, bestehend aus dem Vorsitzenden, Herrn Josef Wallach, den Vorstandsmitgliedern M. L. Munk.'Max Victor und dem Seminarlehrer Gut. Herr Wallach richtete an das Jubelpaar von Herzen kommende und zu Herzen gehende Worte. An- . knüpfend an das Gesetz der rmn: rapn w ras wies der Redner darauf hin, wie der Jubilar in seiner langen, dreißigjährigen Dienstzeit es verstanden habe, durch gewissenhafte Pflichterfüllung sich die Zufriedenheit seiner Vorgesetzten und die Beliebtheit bei den Gemeindemitgliedern zu erwerben. So sei zu hoffen und habe sich auch schon zum Theil erfüllt .n wra efyrw *k xrära was der Jubilar im Gotteshause gepflanzt, werde sich draußen im Leben zur herrlichsten Blüthe entfalten. In der Anerkennung seiner Leistungen hat der Vorstand beschlossen, wie aus dem überreichten Schreiben hervorgeht, die bisherige Pensionssumme um ein Beträchtliches zu' erhöhen. Möge es dem Jubelpaare vergönnt sein, noch eine lange Reihe von Jahren in Gesundheit und Zufriedenheit die Pension xU genießen. Erst in später Nachtstunde trennte sich die große Festverfammlung mit dem Wunsche an das Hochzeitspaar Dn»sn *ip! München. (Israelitischer Religionsunterricht an den städtischenVolksschule n.) Die israelitische Kultusgemeinde wiederholte ihre bereits im Jahre 1901 an das Gemeindekollegium gestellte Bitte, ihr einen weiteren Zuschuß zur Bestreitung der Kosten des Religionsunterrichtes an den städtischen Volksschulen zu bewilligen, nachdem ihr bis jetzt eine Antwort auf das seinerzeitige Gesuch nicht zugegangen ist. Der Vorstand des Gemeindekollegiums. Kommerzienrath Se y b o t h, bemerkte dazu, daß das Gemeindekollegium das Gesuch befürwortend an den Magistrat geleitet habe und es nach der Gemeindeordnung nicht angängig sei, daß das Kollegium mit Privaten direkt verkehre, es sei vielmehr Sache des Magistrats, der 'Kultusgemeinde Antwort zu ertheilen. Freiburg i. O. Der dahier bestehende Moses Mendelssohn-Verein hat die Abhaltung einer „Chanukahkeier" beschlossen. Als Leiter dieser Veranstaltung fungirt ein Vereinsmitglied, das anläßlich seiner am 1. Oktober d. I. stattgehabten Einstellung zum Militär die Ablegung des Fahneneides mit der Motivirung verweigerte. an keinen Gott zu glauben! Ehrenvräsident des Freiburger Moses Mendelssohn-Vereins ist der reformirte Bezirks- und Konferenzrabbiner Dr. Adolf Lewin. Ein Kommentar ist überflüssig. Oesterreich. Sarajevo, 26. Okt. (Die Einweihung der spaniolischen Schule.) .Die gestern Nachmittag unter überaus zahlreicher Betheiligung der vornehmsten-Kreise der Hauptstadt vollzogene feierliche Einweihung der neuen spaniolischen Schule in der Sulejmangasse war eine erhebende Illustration des ungetrübten konssefionellen Friedens, dessen wir uns erfreuen, und der hervorragenden Theilnahme, welche unsere leitenden Kreise an den kulturellen Fortschritten der einheimischen Bevölkerung nehmen. Schon lange vor Beginn der für 21/» Uhr angesagten Feier fiillten rtsstJc

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