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Der Israelit · 1903-11-09 · Heft 89 (9.11.1903) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 89 (9.11.1903)
Date
1903-11-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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44. Jahrgang. zu M M des Zeitungsnachrichter» und Corresporrdeurerr. ' D t u t s ich l an b; Berlin, 6. Nov. Ueber die Sträßenkrawalle in Warschau bringt die. offiziöse ruffische Telegraphenügenurr folgendes Dementi vom 3. d. Ms.: Die in uuswärtigen Blättern verbreitete Meldung, daß' in Warschau' bei' einem Zusammenstoß mit der Gendarmerie, der aus Anlaß der Rekrutenaushebung stattgesunden habe, vierzig Personen, darunter mehrere todtlich, verwundet worden seien/ist unrichtig. Der Sachverhalt ist, wie aus Warschau berichtet wird, folgender: Am 31. Oktober sammelte sich vor dem Gebäude der mit der Nekrutenaüshebung beauftragten Behörde eine Volksmenge an, - die theiüveise aus Wehrpflichtigen, theilweise aus Neugierigen, bestand, und 'in welcher Juden die Mehrzahl bildeten. Es kam-zu einem Siraf-.enkrawall; - als die' Polizei entschritt, leistete die Menge Widerstand. Vier Verhaftungen wurden vorgenonnnen, dagegen wurde Niemand verwundet. -Die meisten unserer Glaubensgenossen in Warschau haben, wie man uns direkt aus dieser Stadt mitrheili, von der ganzen Sache nichts gemerkt. Red. &- v'! -; Berlin. Als jüngst auf dem Parteitag der Freisinnigen Vereinigung der Berliner Lehrer Pantsch kernig imd kurz sagte: „Unsere Studenten können nur Hurra schreien und'auf die Juden schimpfen." — hat er einen großen Theil des deutschen Studententhums zutreffend geschildert. Im Trinken und im Antisemitismus erschöpft sich dermalen das geistige Leben und Weben dieser Art akademischer Jugend. Ihre über-' schlissige Kraft zeigt sich im billigen, ungefährlichen Kampfe gege'ndie Juden, obschon -diese Jünglinge vom Iudenthüm'nicht viel mehr wissen, als dies, daß cs zu der Studentenschaft' eine nicht unerhebliche Zahl Mllt, und 'daß diesevielfach recht begabten, besonders fleißigen und im ernsten Däseinsrmaen zähen jüdischen Studenten dort unliebsame Mitbewerber sind, wo die' begünstigten Gesellschaftskreisenoch nicht die Ällein- Nrschast-- beißest. -' Diese Jünglinge,-: die' von - dem ' - - der allgemeinen -- Menschenrechte' noch nichts'- l»' gleD^lh'em-Evässgölttüil-dor-'lsöchstett-Mte-rlMds-! liW. : Und'^dciün ^ontwenpolitische SpekulMieU-iütd' reötw-ihnen'wor^--'- LÄß sie-d'iel!nÄtiön8lt'-Führilüg!de^. uMke-nene'lÄei^tesärlstokratie empor. Ein schriftllelle'rischer Anwalt dieser Studenten sucht Herrn Lehrer Pantsch den Vorwurf mangelnden Verständnisses .zu machen und rechnet heraus, . daß m ,der „nationalen" Studentenbewegung Kraft, Arbeit -und Leidenschaft stecken und vor allem freiheitliches,'Nation, nalgefühl und nationales Freiheitsgefühl^der Frjeistn); freilich kenne das nicht. Das Freiheitsgefiihl.-hes.t3ereins der deutschen. Studenten, das- Freiheitsgefsthl ber; Stöcker, Treitschke und ihrer Verehrer!. Spotten. ihrer selber und wissen nicht wie. . -. Berlin. Die „Toleranz", das neue „Jüdische Wochenblatt für deutsch-nationale Politik" .schreibt: „Mit Genugthuung konnten wir konstatiren, . daß es fast ausnahmslos die Reihen der jüdischen Jittelligcnz waren, aus denen uns Anhänger und Mitkämpfer kamen, und heute hat. sich um die ursprüngliche Minderheit bereits eine ansehnliche Zahl deutsch-ngtionaler Juden geschaarl, die beständig im - Wachsen. -, begriffen ist und sich binnen Kurzem zu einer „Vereinigung deutsch-nationaler Juden" zusammenschließen,/ wird, um die Bewegung in immer weitere.jüdische Kreise.zu tragen und in geschloffener Organisation die Ziele- und. Ideen der Bewegung zu vertreten und zu. verfechten."! — Die „Oxford-Stipendien Cccil Rhgdes" .sind nunmehr zum ersten Male durch den Kaisex pertheilt worden. Bekanntlich hat - Cecil Rhodes -fünf.'Freiplätze an der Universität Oxford gestiftet,/ und.^ beut: deutschen- Kaiser die Bitte unterbreitet, de.r Monarch möge diese Freiplätze nach eigenem Gefallen an wür-. dige und. begabte, deutsche Studenten vertheilem' .Der Kaiser hat von diesem Rechte Gebrauch gemacht. Die mit dem Stipendium Bedachten sind: Graf Talleyran.d,. Sohn eines bekannten preußischen Staatsmannes von Schweknih. .Sohn des früheren Botschafters in- Peters-, bürg, v. Lindainer, v. Müller und Theodor.Erbe. :5.-‘ Die „Antis. Korresp." („Deutschsoz.Bl.") , .des. Herrn Licbermann von: Sonnenberg hat. seiner,-..Zeit-' (10. April 1902) geschrieben: „Es.ist zu hoffen,.-.-chaß, sich kein-deutscher Student, so weit entwürdigen-wird.,/! ein solches -. Stipendium -.anzunehmen.- -Deßwegen.! brauchen die Legate.nicht unbenutzt zu - bleiben, ^denst- ' wofür haben wir-in Deutschland Judenjungep.?";.;,:: .s. i Unter den obengenanntey fünf. Stipendiaten--be-< findet sich kein Jude^,i r »v-?V u-'< AuSBaperm Am Montag,- Z. -Novemher.sand,"! verdient:":-Bekanntlich geht.-.die jungliberale.VervGizngz darauf aus.::-kille-:frLigesmoien-MechenjekMsarnMnzg^, i fassen gegen die Gefahr des UmsturzeZ..-.ugd^Pjich-^ - schr'iftes: r Unter -'/diesem Ge stcht-sPU-nkjeiist.-^ekMutlich j auch dke'-Fustor^deL -s^eistnüigeni-VLreinlgUM UNd .der^ Mationalsozialen erfolgt. In Würzburg entfaltete.der, «Iungliberale Verein" im Kampfe gegen -das Zentrum.? besonders seit den letzten Reichstagswahlen, -eine rege... Thätigkeit. Nachdem nun seit fast drei Wochen in der

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