Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 89 (9.11.1903)
- Date
- 1903-11-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1946 gton geschrieben habe, sondern nur gegen die Völker, welche in der Thora erwähnt sind, die den Schöpfer des Weltalls verlengneten und alle Greuel der Welt verübten." „Wenn dem so ist," entgegnete ein Richter, „wel? chcn Sinn und Werth hätte es dann für Euch, über T inge zu schreiben, für die zur Zeit gar kein Bedarf dorliegt. Denn jetzt glauben fast alle Völker an Gott als Schöpfer der Welt und an eine himmlische Ofienbarung Seines Gesetzes, besonderes gar in den von Inden bewohnten Ländern. Wenn Ihr also an die Völker dachtet, die zur Zeit der Offenbarung am Sinai lehten, von welchen aber heute Niemand existirt, . so kommt Ihr mir wie ein Arzt vor, der ein Werk verfaßte, wie man Menschen mit acht Köpfen und zehn Mägen heilen 'könne. Dergleichen thut doch nur ein Irrsinniger." „Ich halte mich nicht für verrückt." entgegnete ich. „und bleibe trotzdem der Wahrheit gemäß dabei, daß ich nur die Völker der früheren Zeiten im Sinne hatte. Denn die Worte der Thora gleichen nicht der Beschäftigung mit anderen Dingen. Unsere Weisen ' haben dies mit den drei Worten: Derosch wekabel Sqchor ausgedrückt, und darunter verstanden, daß auch die Beschäftigung mit Problemen der Thora, die zur Zeit nur theoretischen Werth haben, überaus lohnbringend in ihrer Anwendung auch für die Praxis sind. Deßhalb studiren und schreiben wir vielfach über Dinge, die zur Zeit keine praktische Geltung haben und tragen dennoch einen lohnenden Gewinn aus der Beschäftigung auch mit diesen Partien unserer heiligen Thora. Deßhalb studiren wir auch heute noch die Gesetzesbestimmungen über das Tempclbeiligthum und die Opferheiligthümer, über die Reinheitsgesetze, über das Erlaß- und Jobeljahr und andere, obwohl sie für unsere Zeit nicht erforderlich sind."*) - - - Jetzt konnte sich der Kanzler, der die ganze Zeit schweigend zugehört hatte, nicht langer züruckhalten und erwiderte mir: - „Euer Eid ist für uns ganz werthlos. Denn erstens habt Ihr geschworen, ohne dazu von uns aufgefordert zn sein, zweitens weiß'ich ganz genau, daß Ihr Juden tausend Ausflüchte habt, um gegen Christen falsch zu schwören, und drittens haben bereits ztvei hochachtbare Juden das Gegentheil von dem beschworen, was Ihr behauptet,. Ihr hättet nämlich in Euren Büchern gar keine anderen als gegen das Christenthum gerichtete feindliche Absichten gehabt."' Bon dielen Worten würde ich so betroffen, daß :ir Thränen in die Augen traten. *) Ec hätte vielleicht noch binznfügen können, dah es in Wirkli-l'keit — selbst heute noch, fast 300 ^ahre noch lener Zeit — m.br Anhänger des Heiden-' und Gotzenthums als Bekenner des monotheistischen Religionen giebt. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Kalenüev. Donnerstag, 12. November. 22.'Cheschwan. 's^an n'jjn Freitag, 13. November. 23. Cheschwan. Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 4 Uhr 15. Min. Samstaz, 14. November, 24. Cheschwan. n“na "n Sabbat-Ansgang in Mainz n. Frankfurt a. M. 5 Uhr 30 Min. — Berlin 5 Uhr 01 Min. — München 5 Uhr 20 Min. — Stuttgart 5 Uhr 25 Min. — Stratzbnrg 5 Uhr 35 Min. — Posen 4 Uhr 40 Min. — Stettin 4 Uhr 55 Min. — Breslau 4 Uhr 40 Min. — Wien 5 Uhr 03 Min. — Paris 5 Uhr 05 Mia. — Prag 5 Ubr 05 Min. Montag, 16. November, 26. Cheschwan..'Ht n'iyn. Der „Israelit" erscheint wiScheiitltch zweimal, Säontags nnd Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man nbonnirt aanzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr! drrrch V. W. § t rinarlrrv, Leipzig, Noßplrrtz JO. — Inserate 25 Pfennig die vlergrspaltene Nonparcrllezcile oder deren Raum. Preis der Zeile im Neclametheil 75 Pfennig— Tirccte Francozuscndung unter Streift and pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen östcrr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition frarco einsendcn. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchcnde und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag nnd Freitag erscheinende »Kleine AuSaabe deS Jöraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabelängere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indcß aus;L!'.cßlich bei der Post auf dieselbe unter Nr.3933 abonnircn Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnsertionSbetragS an außer Stelle Befindliche bis nack Erlangung einer solchen. 3nh<iH (Hauvtblatt)- Ein Geschäft. - Z«lt«ngSnnchrkchtentt.Corrervvnden;en: Deutschland.- Berlin. Accent. Oesterreich- W-n Lemberg. Krakau. Ungarn: EUcnstadt. Nuhland: Kcementschug. Mohilcw. Chma-. Charbnu Perunschtes. — Fenillcron- Rabbi Jom tot Lipman Heller lFoctsetznng). _ Inhalt vrr DtUage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Aus Bayern. Freibura. i. B. Unairn Kassa. Rusiland: Kikchinew. Amerika: Philadelphia. Palästina: Jana. - Vermachtes. J un»ini BellttristUch« Beilage: Der Jude «Fortsehungr. Btättrr für jüdisch« Grschicht« und Literatur. ■ ■_. Berantwortliche Redaction: OSear Lehmann in Main». — ELyedition des ^tSraelik'. Schottstrahe Nr. L Mains Druck und Verlag der Job. W lrtb'sLen Hofbuchdruckerei Acttrn-P-f'll chaft In Mi. Hierzu drei Veilageu.