Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 89 (9.11.1903)
- Date
- 1903-11-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1943 Geschwister und Verwandten, die fie in ihrem gastfreundlichen Hause erzogen hatte, sowie im Namen aller unm die ihn ersucht hatten, ihrem tiefempfundenen Dank Ausdruck zu verleihen. Als im der trauernde, greise Gatte *2 jam tick das Wort ergriff, um seiner, langjährigen, treuen Lebensgefährtin den Nachruf zu halten, blieb kein Auge thränenleer. An der Hand zahlreicher, sinnig erklärter und cV'-e entrollte er in seiner redegewaltigen, lichtvollen Weise, der die seelische Ergriffenheit, und der Schmerz keinen Abbruch that, ein. getreues Lebensbild der theuren Dahingeschiedenen, sie mit unserer Stammmutter nw vergleichend. Er schilderte in tieferschütternden Worten, welch' aufopferungsvolle, hingebende, treue Gattin, Mutter Und Großmutter, welch' selbstlose, zärtliche Verwandte sie war, wie sie buchstäblich in die Bedürfnisse Anderer aufging und sich selbst den Bissen vom Mund abkargte. Eine mächtige Bewegung ging durch alle Anwesende, als er den e>*no erklärte, welcher das Alter, die „Betagtheit" v^rr's erst von dem Hintritte n^c's da tirte. Alt, ein ipt war' oma« wohl schon früher gewesen, aber daß er die Last der Jahre fühlte, daß sich das'Alter bemerkbar machte, das ki ovr finden wir erst nach dem Tode nie 's verzeichnet. Sodann sprach der Schwiegersohn der Verstorbenen, der Rabbiner der Wiener „Schiffschul", tw mo pwn »•j bdyb. So viele Vorzüge und v'nee man auch der Verblichenen nachgerühmt hatte, er wußte in ' beredter Weise immer neue hervorzuheben. Den d'es: vksc rrb ntzrr *>32 npxi ’risio?,t>xc "hk enn zitirend, beklagte er die Dahingeschiedene als eine Frau, wie man sie mit einer solchen. Summe unvergleichlich herrlicher Tugenden unter Tausenden nicht finde. Er sprach ihr - seinen tiefgefühlten Dank für die - rührende Sorgfalt aus. mit der die Verblichene ihn während der im Hause seiner Schwiegereltern verlebten Jahre betreut hatte, wie sie es ihm in diesen Jahren ermöglichte, sorgenlos dem Lernen der yron obzuliegen, so daß er seine heutige Stellung zum großen Theile ihr zu verdanken habe. Es folgten noch die ergreifenden Nachrufe des Schwagers der Verstorbenen, des Oberrabbiners Fischer- Eperies und des Oberrabbiner Grünwald-Oedenburg, die den hehren Eigenschaften der edlen Verblichenen wohlverdiente Würdigung widerfahren ließen und den Allmächtigen baten, dem greisen, trauernden Gatten, dem bewährten Führer in Israel, Kraft zu verleihen diesen harten Schlag zu ertragen, s Nachdem der theure Leichnam zur Erde bestattet j worden war, begab man sich in dem niederbeugcnden Bewußtsein, eine der Edelsten, .Vesten und Frömmsten l verloren zu haben, heim. . 5 V7CN nt D'pV rnw utea yupt T.r "w P22" rGi .0^3 bs byo Ruß t a n d. '. E > t'r Krenrentschug.: Wie die „Nowosti"' melden, herrschte unter den Juden in Krementschug eine schreckliche Panik, weil das Gerücht von bevorstehenden Judenexzessen nicht verstummen, wollte. Die Behörde schien die Möglichkeit von JudenexzeffeN m Krementschug für wahrscheinlich zu halten, denn sie erwirkte die Entsendung eines Kösakenregiments nach Krementschug. Am Tage der Ankunft des Regiments fand in 'der großen Synagoge ein massenhaft besuchter Dankgottesdienst statt, wonach der' Rabbiner F r e u - denberg eine wirkungsvolle Rede hielt./- .‘V :• Mohilew am Dnjeper. Der. erste'WÜndarzt von Mohilew veröffentlicht in den „Nowosti" einen Bericht über folgenden Vorfall: Am 10. Oktober gegen 11 llhr Nachts erschien beim Wundarzt eine Dame mit einem 13jährigen Christenknaben Iwan Tarassow, der eine' verbundene Hand hatte.- Auf die' Frage des Wund-, arztes antwortete die Dame, der Knabe sei soeben von einem unbekannten Juden überfallen.worden/der ihn mißhandelte und nachher mit einem Dolche die Hand durchlöcherte. Durch diese Erzählung betroffen, besichtigte der Wundarzt die Wunde, mit doppelter Aufmerksamkeit. Als er um die Wunde einen schwarzen - Rand bemerkte, gewann er die Ueberzeugung, daß die Wunde von einer Schußwaffe herrühre. Nach vielem Drängen gestand Tarassow Folgendes: In Abwesenheit des im Hause Tarassows wohnenden Offiziers nahm der Knabe Iwan dessen Dienstrevolver und hantirte mit ihm so unglücklich, daß dieser sich entlud und die Kugel ihm die Handfläche durchbohrte. Aus Angst vor häuslicher Züchtigung hatte der hössnungsvolle Junge die Geschichte vom Ueberfall des Juden totalerdichtet.; ' '• / - CH in a. / Eharbin. (Die Juden in China.). Der bekannte jüdische Reisende und hebräische Schriftsteller Hirsch K osdai berichtet aus der zum Knotenpunkt der russisch-chinesischen Mandschurabahn erhobenen chinesischen Stadt C h a r b i n, daß daselbst binnen weniger Jahre eine große und wohlhabende jüdische Gemeinde mit einer prächtigen Synagoge, Bibliothek und Lesehalle entstanden ist. Die Gemeinde hat. sich aus Rußland Schächter. Lehrer und Thoraschreiber kommen lassen, so daß im fernsten und wildesten Osten allem Anscheine nach sich ein großes, jüdisches Cent,rum ausbilden dürfte, wie z. B. die Juden überall stets dabei waren, wo die Kultur sich anzuschicken pflegt, sich irgendwo auf Erden eine neue Heimstätte zu, errichten. Schon in Transbaikalien hörte Herr Kosdai viel, von eingeborenen chinesischen Juden, die fast mit jedem den Amur hinaufkommenden Schiffe nach Stretjensk/zu kommen pflegen; von. chinesischen .Kaufleuten in'Charbin .erfuhr der Reisende, nun, daß, diese chinesischen Juden aus Kai-Fing, Tschi-Fu und-Hunan stammen, wo sie zahlreiche Bethäuser besitzen,, zu denen jedem Andersgläubigen der Zutritts verwehrt, ist. Die Leute' entfernen ' die' Ädern äüs dem Hinterviertel jedes geschlachteten Ochsen und werfen sie den Hunden vor. Auch machen sie an ihrem Leibe unterhalb des Nabels einen Schnitt. jmijw mm* '.I‘ *y