Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 89 (9.11.1903)
- Date
- 1903-11-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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aiBC!»t»B*K.»-3g»ggB!igaBg’ ™f*tw**K .nimm in iimmm > iTTTTT*™ framer noch die kleinen Kaufleute der Städte in Hinfifnft nicht mehr gezwungen seien, beim Juden einzu-! kaufen. Außerdem sollen große Magazine errichtet werden, durch welche das Getreide der Bauern zusammengekauft und direkt nach dem Auslande erportirt werden soll. Viele Juden werden hierdurch brodlos gemacht werden) schon seit Jahren betreibt die christliche Gesellschaft Galiziens dir PsliLik, welche darin besteht, den Juden den Erwerb weZunehmen. Erst wurde die „ßotta rolnicze" gegründete dann nahm man den Juden den Salz Handel weg. hierauf folgte die verschärfte Sonntagsruhe, und jetzt soll nun auch der Getreidehandel in den großen Städten, welcher Taufenden von Juden die Existenz mittel bot. monopolisirt werden. Die autonomen Behörden, deren Pflicht es wäre, auch die jüdischen Bürger zu berücksichtigen, unterstützen diese Politik.. Tie Juden selbst sind ganz blind gegen die Gefahr, die sie bedroht; sie vergessen, daß in sechs Jahren auch die Propination ein Ende nehmen wird. Die Zahl der Luftmenfchen wird immer größer, und cs muß zu einer schrecklichen Katastrophe kommen, wenn nicht bald für einen Abfluß der vielen Tausend beschäftigungsloser Juden gesorgt wird. Lemberg, 28. Oft. (Galizische Auslegungskunst.) ,Die Bezirkshauptmannschaft in Tarnopol hat eine große Anzahl jüdischer Kaufleute im vergangenen Jahr zu Geldbußen verurtheilt, weil sie am Rosch-Haschono-Fest ihre Geschäfte gesperrt halten. Diese aus religiösen Gründen veranlaßte, nach Ursache und Datum allen Betheiligten und Interessenten bekannte Schließung wurde als „unangemeldete Einstellung eines Geschäftsunternehinerrs" ausgelegt. Die aalizische Statihalterei, die höchste Instanz in solchen Angelegenheiten, .hat die Tarnopoler Auslegung gutgeheißem ttrakau. (Ein Verwandter Moses Mendelssohns.) Seit einiger Zeit weilt hier ein nach Ungarn zuständiger Greis Namens Meier Hirsch Mendelssohn, der durch amtliche Dokumente den Beweis erbringt, er sei ein Enkel des im Jahre 1831 verstorbenen Hirsch Mendelssohn, eines Bruders des Philosophen Mose? M»n'x'ssohn. Im Jahre 1803 wurde dieser Meier Hirsch Mendelssohn auf Grund der Aussage seiner damals minderjährigen Tochter Anna durch die Behörde in Leipzig für lobt erklärt und diese irrthümliche Todeserklärung ist in den Akten des Leidiger Armenrathes mit dem Bemerken eingetragen, daß Meier Hirsch Mendelssohn im Jahre 1893 im Krankenhavse \h Frankfurt a. M. verstorben ist; auf Grund dieser Todeserklärung wurde auch die Verlassenschafisabhandkunq nach demselben durchgeführk. Das königliche Standesamt in ^ranlsuri a. M. bestätigt jedoch unter dem.1. August 1899. Nr. 1838. daß ein Meier Hirsch Mendelssohn unter den in Frankfurt a. M. Verstorbenen vom Jahre 1889 bis 1896 nicht vorkommt, woraus erhellt, daß diese Todeserklärung irrthümlich erfolgte. Im Oktober 1899 wurde Mendelssohn, der damals in Berlin weilte, aus ihm unbekannten Gründen aus Deutschland ausgewiesen. Er beansprucht Unterstützung aus der für arme Verwandte der Familie Mendelssohn in Deutschland errichteten Stiftung, kann jedoch in Folge der Ausweisung nicht nach Deutschland kommen, um feine Rechte geltend zu machen. Sem Rechisfreund, Advokat Dr. Raphael Landau in Krakau, hat nun Schritte bei der königlichen Kabinetskanzlei in Berlin und bei dem österreichischen Ministerium des Aeußeren wegen Ausübung dieser Ausweisung. respektive Bewilligung eines, wenn auch nur kurzen Aufenthaltes in Berlin unternommen, um diese Todeserklärung als ungiftig aufzuheben und die Rechte Meier Hirsch Mendelssohn's bei der genannten Stiftung zur Geltung bringen zu können. Ungarn.' Eiscnstadt, 5. Nov. Unser verehrter Herr Oberrabbiner K u t n a hat einen unersetzlichen Verlust erlitten. Am Sonntag, den 1. November, ist seine edle, gute Gattin, die seit fünf Jahren kränkelte, im Alter von 69 Jahren, ohne den geringsten Todes kampf, selig entschlafen. Wer diese herrliche, seelengute Frau gekannt, wird es ermessen können, welch' bittern Schlag ihr Ableben für ihren Gatten, dem sie durch 52 Jahre eine treue Beratherin und Helferin seiner edlen Bestrebungen war. bedeutet. Eine würdige Tochter ihres großen, weithin bekannten Vaters, des n p'-ra b'purr mxvr£ eine würdige Gattin ihres großen, berühmten Gatten, war sie stets eine Mutter der otts gewesen, die zu den Füßen ihres Gatten gesessen. ein Engel der Armen, der hiesigen sowohl als derjenigen, die -ms der Ferne herkamen, um die hiesige Mildthätigkeit in Anspruch zu nehmen, eine Schwester und Freundin der Wittwen und Waisen, und unzählig waren die Fälle, wo ihr Gatte auf ihr Drängen und ans ihre Veranlassung hin größere Sammlungen zu Gunsten von Waisen- und sonstiger armer zu versorgender Mädchen einleitete. Die edle Dähingeschiedene hat die große rrara von nfe vesst wie selten ein Weib geübt. Welch' allgemeiner Verehrung und Beliebtheit sich die Verblichene in den weitesten Kreisen erfreute, gab sich bei dem am Dienstag stattgefundenen Leichenbegängnisse kund. Aus den Nachbargemeinden Oedenburg, Mattersdorf und Deutsch-Kreuz waren die Rabbiner. bezw. die Rabbinatsassefforen an der Spitze größerer Deputationen gekommen, um der Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Im Trauerhause, das in allen Räumen von den mittrauernden Gemeindemitgliedern gefüllt war, nahm der älteste Enkel. Herr M. A. F 2 rst aus Wien, von seiner Großmutter in innigen. tiefergreifenden Worten Abschied. Er schilderte ihre großen, mannigfaltigen .Vorzüge, sagte ihr. der selbst bis vor einigen Jahren in ihrem Hause exogen worden war, heißen Dank in seinem, im Namen semer