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Der Israelit · 1903-10-26 · Heft 85 (26.10.1903) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 85 (26.10.1903)
Date
1903-10-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1853 Herrn. Hirschberger und Bernh. Meyer dort über, . Dieses wirklich erstklassige Etablissement, welches über ca. 60 luxuriös eingerichtete Zimmer verfügt und mit allem Comfort der Neuzeit, wie elektrische Beleuchtung, Luftheizung. List, Konversations- und Leseräume. Billardsalon etc. ausgestattet ist, ist rühmlich bekannt, sowohl wegen, seiner heilkräftigen Thermalquelle, wie auch der zweckmäßigen, bequemen Anlage des Badhauses, welches außer den bekannten Thermalbädern noch Süßwasser-, Essenz-, elektrische Lichtbäder, Douchen etc. enthält. Die Gäste werden durch Lift von allen Etagen direkt in's Badhaus gebracht, so daß jedes unnöthige Treppensteigen vermieden wird. Das Hotel wird nach seiner, voraussichtlich am 16. November zu erfolgenden Uebernahme von den Herren Hirschberger und Meyer streng koscher geführt werden, und hat Herr Rabbiner Dr. Kahn-Wiesbaden die Aufsicht dankenswertherweise übernommen. Das gute Renommee, welches sich die neuen Besitzer in ihrem seitherigen Hotel, Nerostraße, erworben haben, bürgt dafür, daß auch in Bezug auf Speisen und Getränke das Beste geliefert wird. Oesterreich. Wien. In Wiener Theaterkreisen machen die Anklagen große Sensation, die ein antisemitisches Blatt - gegen den früheren Direktor des Jubiläums- - Stadttheaters, Herr Müller-Guttenbrunn, erhoben bat. In den einzelnen Bilanzposten, die nach der Uebernahme von dem neuen Leiter, Herrn Simons, geprüft wurden, sollen sich Fehlbeträge von mehr als 400.000 Kronen ergeben haben. Sogar der kleine Pensionsfonds von 7600 Kronen ist angeblich verschwunden. Gewiß steckt viel Bosheit in diesen Anschuldigen: denn die antisemitischen Zeitungen können es Herrn Müller-Guttenbrunn nicht verzeihen, daß er, der aus dem Kritiker fortschrittlicher Blätter zum Direktor ihres Parteitheaters wurde, nach dem Zusammenbruche seiner Direktion ungenirt zu seinem früheren Berufe zurückkehrte. Eine Klärung wird ia nicht ausbleiben. hoffentlich zu Gunsten von Müller-Guttenbrunn. Sei dem aber, wie immer, das Fiasco der antisemitischen Dichter, . des antisemitischen Publikums, des antisemitischen Direktors und der antisemitischen Theaterverwaltung ist vollkommen. Tteyr, 19. Okt. Die Familie des hiesigen Kaufmannes Herrn Heinrich Kronberger hat einen äus-ersi schmerzlichen Verlust zu beklagen. Ihr zu den schönsten Hoffnungen berechtigender Sohn beziehungsweise Bruder. Herr Dr. Emil Kronberger, k. k. Assistenzarzt-Stellvertreter, ist am Samstag, den 17. dss. Mts., um VS Uhr Abends viel zu früh im 28. ^abre dabingeschieden. Den Todeskeim holte sich dieser von Gesundheit strotzende Mann in Betätigung seines wissenschaftlichen Strebens durch eine Infektion in Ausübung seines Berufes. Nicht nur seine Familie trauert um diesen schmerzlichen Verlust, sondern auch seine zahlreichen Freunde, die er sich im Kreise seines Umganges, seines ärztlichen Berufes und in Ausübung seiner schriftstellerischen Thätigkeit erworben, beklagen das Scheiden eines treuen Freundes, eines selbstlosen, berufsfreudigen, sehr bescheidenen Mannes. Doktor Emil Kronberger praktizirte auf der Klinik des Hofraths Prof. Dr. Nothnagel und auf der Poliklinik des Professors Dr. Frühwald, um sich in seinem Berufe zu vervollkommnen. Dort holte er sich die oben erwähnte Infektion. Er suchte ein südliches Klima auf und schien sich bereits gut erholt zu haben. Hierauf wollte er eine weitere Erholung in Bad Reichenhall mit. wissenschaftlichen Forschungen in den pneumatischen Kammern des Professors Dr. Cornet aus Berlin verbinden. Bei diesen Forschungen ereilte ihn das traurige Schicksal einer Infektion zum zweiten Male. Noch auf seinem Krankenlager freute er sich der Herausgabe seines medizinischen Werkes, dessen Material er ordnete und sichtete. Er glaubte, seine jugendliche Kraft werde die Heilung herbeiführen, allein vergebens. Ehre seinem Andenken! Das Leichenbegängniß hat heute Montag, den 19. dss. Mts., um 2 Uhr Nachmittags, vom Trauerhause, Bahnhofstraße 7 aus auf den hiesigen israelit. Friedhof stattgefundcn. An demselben betheiligten sich außer der zahlreichen Verwandtschaft die Vorstehung der israelitischen Kultusaemeinde, die Herren Aerzte von Steyr unter der Führung des Herrn..Primarius Dr. Klotz, vier Herren Offiziere des k. k. 10. Feldjäger- Bataillons. mehrere Herren Gemeinderäthe und sehr viele Herren und Damen aus der Bürgerschaft Steyrs, ohne Unterschied der Konfession. Den Sarg begleiteten der hiesige Rabbiner, Herr Heinrich Schön, und der herzogliche Landrabbiner Herr F r ä n k e l aus Meiningen, ein Verwandter des Hauses Kronberger, welcher am Grabe eine tiefergreifende Trauerrede hielt. Schweiz. Basel, 20. Okt. Der hiesige Schomre-Thora- Verein feierte am jüngsten Simchas-Thora ein herrliches Fest, galt es doch, einen doppelten Sijum zu begehen: den Abschluß der kleinen Propheten, die Herr Rabbiner Dr. Cohn seit langer Zeit in seinen Vor-- trägen am Donnerstag Abend erklärte, und des Talmud Traktat „Beza". Vor bald drei Jahren hatte Herr Rabbiner Dr. Cohn mit seinen Talmud-Vorträgen begonnen, an denen anfänglich zwölf Mitglieder Theil nahmen, eine Anzahl, die sich seither mehr als verdoppelt hat. Herr. Dr. Cohn hat seine Lehrmethode und die Art seines Vortrages dem Verständniß seiner Zuhörer ängepaßt. Es wird ein Abschnitt mit Raschi erläutert, dann wird der Text von einem der

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