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Der Israelit · 1903-10-26 · Heft 85 (26.10.1903) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 85 (26.10.1903)
Date
1903-10-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1854 Jüngeren, und hierauf der Gang der Diskussion von einem der älteren Zuhörer auswendig wiederholt. Auc r.:crr> und häufig der »"mna werden in den Bereich der Erklärung gezogen, und die freie Diskussion wird von fast allen Zuhörern auf's lebhafteste benutzt. Es war darum der Abschluß dieser Maßecksto für alle Theilnehmer ein wahrer Freudentag. Bei dem Festmahl, welches sich an das Beendigen von „Beza" und den Beginn von „Sucka" anschloß, und an dem ca. dreißig Personen theilnahmen, dankte zunächst Herr Rabbiner Dr. Cohn in bewegten Worten dem Allmächtigen für die Gnade, daß er ihm vergönnt habe, in Basel der Thora eine Heimstätte zu gründen und die Kenntniß unserer heiligen Religionsquellcn zu verbreiten, die zur Heiligung des Lebens führen wya n* .x'icn -rc^n bmi. Im Namen der Zuhörer brachten in sinnigen Toasten dem Vortragenden ihren Dank Herr Charles Nordmann, der wackere Präsident des Schomre-Thora- Vereins, Herr S. Teplitz, der den Zusammenhang der jüdischen Feste und Herr A. W. Rosenzweig, der die Verbindung des Endes und Anfanges der Thora erklärte. Großen Beifall fand eine äußerst witzige Rede von Herrn Oberkantor Drujan. der den Inhalt der fünf Bücher der Thora als identisch mit den fünf Abschnitten von „Beza" nachwies. Herr Lehrer Dr. Hausmann weihte sein Glas dem religiösen Fortschritte in der Gemeinde. Herr L. Eisenmann brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch den Beamten der Gemeinde. Nach einem launigen Vorträge des Herrn Birnbaum und einem prächtigen, herzerfreuenden Gesang des Herrn Kahn hielt noch Herr Rabbinats-Kandidat Braun eine feurige Ansprache, und mit dem von Herrn Rabbiner Dr. Cobn gesprochenen Tischgebet endigte das schöne Fest, welches allen Theilnehmern stets eine liebe Erinnerung bleiben wird. Rußland. Odessa, im Okt. Die Gerichtsverhandlungen in der Kischinewer Angelegenheit werden, wie bekannt wird, Mitte November in Tiraspol beginnen. Die Anklageschrift füllt 400 engbeschriebene Folioseit.em Die Angeklagten sind auf Grund der Feststellungen der Untersuchungsrichter in 22 Gruppen je nach der Schwere ihrer Vergehen eingetheilt. Von den 350 Angeschuldigten befinden sich nur 70 in Haft, die andern sind gegen Bürgschaft freigelassen worden. Die Verhandlung dürfte 15 Tage in Anspruch nehmen. Finnland. (Aufhebung des Schächtverbotes.) Die Ortsbehörden hatten den hiesigen Juden die Ausübung der rituellen Thierschlachtung verboten. Ueber die hiegegen gerichtete Beschwerde erging von Seiten der russischen Regierung der Befehl, daß die Juden wegen der Schechita nicht behelligt werden dürfen.; Sprechsaal. München, 16. Oktober. Sehr geehrter Herr Redakteur! Bor Kurzem kam mir Liebe's Buch über das Judenthum zur Hand. Dasselbe hat verschiedene Beurtheilung. auch in Ihrem gesch. Blatte, gefunden. Ich möchte daher nicht stillschweigend darüber hinweggehen. - Liebe will, wie er vorausschickt, objektiv fein. Das ist anerkennenswerth. Es ist aber auch das einzige Moment, das auf Objektivität in seinem Buche hinweist. In Wirklichkeit ist er von der einmüthigen Entrüstung, womit die Geschichte -die menschenunwürdige Behandlung der Juden während des Mittelalters verurtheilt. so unangenehm berührt und voreingenommen, daß sein thatsächliches Bestreben darin gipfelt, die moderne Sentimentalität über die Hunderttausende jüdischer Opfer zu trösten, und die Bestialität jener finsteren Zeiten von dem Blute reinzuwaschen, das keine noch so hochentwickelte Kultur der spätesten Geschlechter zum Erbleichen bringen wird. Seine Absicht ist Liebe vortrefflich gelungen — wenn man vorurtheilsvoll genug ist, an Borurtheilslosigkeit in seinem Buche zu glauben. Die Leiden der Juden eines Jahrtausends lassen einem da in der That sehr kalt. Man opferte sie eben, etwa wie eine Rotte Wilder, der Kultur, der sie nicht zugänglich waren und gefährlich wurden. Eine Anzahl gleichgestimmter, satyrischer und Spottbilder kommen dem Gesammteindruck willkommen zu Hilfe. Liebe kennt weder die Juden noch das Judenthum. Aus seinem Buche wird man beide nicht kennen lernen. -Dr. L. vermischtes. Wien. Seit dem 5. Oktober erscheint in der Leopoldstadt ..Der jüdische Arbeiter", Organ der jüdischen Arbeiter und Handelsangestellten. Briefkasten der Expedition. I. D. in I.: Der Weite Band der „Gesammelten Schriften von S. R. Hirsch" ist bereits im Druck begriffen und wird bald erscheinen. Wochen-Kalenöer.; ' Freitag, 30. Oktober, 9. Cheschwan. Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 4 Uhr 35 Min. Samstag, 31. Oktober. 10. Cheschwan. i> "p Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a.M. 5 Uhr 50 Min. — Berlin 5 Uhr 24 Min. — München 5 Uhr 39 Min. — Stuttgart 5 Uhr 45 Min. — Straßburg 5 Uhr 55 Min. — Bosen 5 Uhr 12 Min. — Stettin 5 Uhr 19 Miir. — Breslau 5 Uhr ' 10 Min. — Wien 5 Uhr 23 Min. — Paris 5 Uhr 20 Min» - Prag 5 Uhr 25 Min. ' r

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