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Der Israelit · 1903-03-30 · Heft 25 (30.3.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 25 (30.3.1903)
Date
1903-03-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Verweigerung der Angabe von Beweismomenten zwecks Ermittelung des Sachverhalts und angesichts der klaren Angaben' der Schätzungskommiflion, die volles Vertrauen verdienen, war kein Anlaß geboten, auf ein non liquet zu erkennen, es war vielmehr der Anspruch der Kultusgemeinde gegen Joelsohn als begründet an-, zuerkennen.. Oesterreich. Wien, 24. März. (Hilfsverein für die nothleidende jüdische Bevölkerung in Galizien.) Die beträchtlichen Erfolge dieses Vereines in der Bekämpfung der Erwerbslosigkeit haben ihm auch in vielen Provinzstädten zahlreiche Mitglieder gewonnen. In Folge dessen konstituiren sich allmählig neue Ortsgruppen. Die Konstituirung der „Ortsgruppe Friedek- Mistek" fand am 1. März d. I. statt. Zum Obmanne wurde der Kultusvorsteher, Herr Hermann L ö w, gewählt. Um die Bildung dieser Ortsgruppe haben sich nächst dem genannten Kultusvorsteher die Herren Dr. Josef S t e k e l aus Bielitz und Se. Ehrwürden Herr Dr. I. Bergmann,. Rabbiner in Friedek am hervorragendsten verdient gemacht. An demselben Tage konstituirte sich auch die „Ortsgruppe M e l n i V. Zum Obmann wurde Herr Rabbiner Dr. Josef Stransky gewählt, dessen Eifer und Einfluß die Bildung dieser Ortsgruppe hauptsächlich zu verdanken ist. Am 7. d. Mts. konstituirte sich die „Ortsgruppe Lobositz a. E." Zu'm Obmann wurde gewählt Herr Fabrikdirektor Georg Dübsky. Am 11. d. Mts. konstituirte sich die „Ortsgruppe Smichow^ v. Prag. Zum Obmann wurde Herr Richard P e t s ch e k gewählt. Ein sehr nachähmenswerthes Beispiel haben die beiden Ortsgruppen Biel i tz und T r o p p a u gegeben, indem sie Unterhaltungsabende zu Gunsten des Hilfsvereins veranstalteten. Die „Ortsgruppe Bielitz" hat einen Reinertrag von K. 280, die „Ortsgruppe T r o p p a u" einen solchen von K. 650 an den Hilfsverein abführen können. Vielen Erwerbslosen kann der Hilfsverein durch einen so ansehnlichen Beitrag zu einem dauernden Arbeitseinkommen verhelfen. Wien, im März. (Die Sonntagsruhe in Galizien.) Dieser Tage sprach eine Abordnung der jüdischen Kaufleute aus Galizien und aus der Bukowina im Abgeordneterchause vor. Die Deputation machte die Abgeordneten Kolischer, Seinefeld, Ctwiertnia, Ellenbogen, Straucher und Breiter darauf aufmerksam, daß die jüdischen Kaufleute gegenüber den christlichen dadurch schwer geschädigt sind, daß sie neben dem Sonntag, auch am Samstag und an den jüdischen Feiertagen Ruhe halten. Sie haben in Folge dessen 117 Ruhetage im Jahre und verlangen, daß bei der in Berathung stehenden Novelle zur Sonntagsruhe im Handelsgewerbe jene Kaufleute, welche Samstagsruhe Hallen, von den Bestimmungen der Sonntagsruhe ausgenommen werden. Da nun die vorerwähnten Mitglieder des Polenklubs erklärten, für diese Forderung nicht unbedingt eintreten zu können, (!) entspann sich zwischen ihnen einerseits und dem Abg. Straucher, scwie den Mitgliedern der Deputation andererseits eine sehr erregte Kontroverse, welche erst durch die Intervention des Abg. Dr. Byk beigelegt wurde, welcher erklärte, daß sich, für die Forderung der Deputation im Abaeordnetenhause niemals eine Mehrheit finden werde. Dr. Byk vergißt, daß es seine Pflicht ist, wenigstens den Versuch zu machen und den guten Willen zu zeigen. Aber der Wille fehlt. Und die Polen mosaischer Konfession, wie Herr Kollischer und Byk, haben sich immer als die getreuen Faktoren her Schlachta, nie aber als Vertreter des jüdischen Volkes gerirt; es erging ihnen dabei nicht schlecht, das Elend der Juden aber verschlechtert sich, je länger diese Bykianer sie vertreten. Die Deputation wurde von d'em Mitglieds des „Jüd. Volksvereins", Dr. Lifczis, in's Parlament geführt. Die Abgeordneten Dr. Breiter und Dr. Straucher, die sich der Sache warm annahmen, werden die Deputation dem Handlcsminister vorführen. E n g l a n d. London, im März. Die „I. C. A." hat sich an das englische Parlament mit dem Ersuchen gewendet, ihre Thätigkeit dahin erweitern zu dürfen, daß sie in die Lage versetzt werde. Schulen. Seminarien, Musterwirthschaften, Vorschußkassen, Jndustrieen und Fabriken zu errichten, zu erhalten oder zu unterstützen, die geeignet sind, Juden zur Auswanderung zu befähigen und ihre Niederlassung in verschiedenen Theilen der Welt zu erleichtern. Ferner suchte 'die „I. C. A." darum an, ihr Einkommen zur Unterstützung der Juden auch in anderer Weise verwenden zu dürfen, als im Stiftsbriefe vorgesehen ist. London, 20. März. Die „Voss. Zeit." berichtet Folgendes: Die Erschwerung der Einwanderung unbemittelter Fremder nach England steht schon seit vielen Jahren zur öffentlichen Erörterung, ohne daß es bisher gelungen wäre, der Lösung der Frage einen Schritt näher zu kommen. An Material zu deren Beurtheilung ist kein Mangel; ein Ausschuß, der in den Jahren 1888 und 1889 mit der Einwanderungsfrage betraut war, hat genug davon zusammengetragen, und gegenwärtig tagt bereits seit längerer Zeit unter dem Vorsitz des Lotd James of Hereford, ein anderer Ausschuß, der ernstlich bemüht ist, Licht in diese nicht ganz klare Angelegenheit zu bringen. . Ob das Ergebmß seiner Bemühungen zu einer Gesetzesvorlage benützt wird, steht noch dahin. Herr Gerald Balfour, der Präsident des Händelsamtes, hat in der Erörterung von Sir H. Vincents Amendement zur Thronrede den Befürwortern von Einwanderungsbe-

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