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Der Israelit · 1904-07-25 · Heft 59 (25.7.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 59 (25.7.1904)
Date
1904-07-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1262 noch eine große Zukunft hat — er wird das Volk herzlich lieben, von dem der Stifter der christlichen Rej ligion dem Fleische nach abstammte." Ungarn. Naab, 5. Aw.!csrin m-y rbc:. ..Gefallen ist die Krone unseres Hauptes!" Dieser Klageruf, der in den Tagen der Jeruscholaim-Trauer die Diaspora durchdringt und den Schmerz um Zions-Fall und Verlust zum Ausdruck bringt, durcheilte heute Früh unsere Stadt und kündete die Schreckensbotschaft, daß der vielgeliebte Rabbiner, unser Rabbi I. Snyders,- verschieden ist. Als vor einigen Monaten eine schwere Krankheit den so geliebten und geehrten Geistesführer heimsuchte, da richteten.sich Aller Augen und Herzen nach ihm. Man wiinschte, hoffte, betete und — Gott half; er konnte das Bett verlassen, leichte Funktionen seines Berufes versehen und die Gemeinde war glücklich, ihren Rabbi wieder mit gewohnter Pünktlichkeit als einen der ersten Morgens und Abends in Schul zu sehen. Was aber in seinem Inneren vorging, das ahnte keiner. In ihm nagte eine heimtückische Krankheit, der er nunmehr erlag. Herr Rabbiner I. Snyders wurde in Amsterdam geboren. Den grundlegenden Unterricht genoß er in der Talmud-Tauroh-Schule daselbst, besuchte hierauf die Jeschiwoth in Schwabach, Würzburg und Preßburg. Das mitgebrachte große Wissen kam in Letzterer zur Geltung. Man sprach überall von dem ..Deutschen Bacbor". von seinem Fleiße. von seinen Kenntnissen: er ward ein Liebling des großen Lehrers Vst td 270 und als Rabbi Mosche Bresowah b'rn einen wiirdigen jungen Mann für seine Nichte aus der Prcßburger Ieschiwoh wählen wollte, da konnte der Leiter derselben keinen würdigeren empfehlen, als Rabbi Jakob Snyders. — So trat denn der junge Gelehrte aus Holland in enges Familienverhältniß zu einem der größten Vertreter ungarischen Gelehrtenthums und zur maßgebendsten Persönlichkeit halachischer Fragen aller Länder. Zwei Jahre nach der Verheirathung berief ihn St. Jörgen zum Rabbiner; einige Zeit nachher bezog er den Rabbinerstuhl Ragy Magyar, und im Jahre 1872 ernannte ihn Györ und Györ Sziget zum orthodoxen Rabbiner ihrer Gemeinde und der hierzu gehörigen Bezirke. Die'Raaöer (Györ) orthodoxe Gemeinde war damals noch jung; sie hatte sich kurz vorher erst konstituirt. Von zweckmäßigen, der religiösen Richtung angemessenen Einrichtungen war nicht viel zu finden und der junge Rabbiner hatte dann reiche Gelegenheit, seine Kraft zu erproben, seine Schaffenslust und Schaffensfähigkeit in den Dienst einer segensreichen Arbeit zu stellen. Er zögerte nicht lange und es erstanden in erstaunlich rascher Aufeinanderfolge geregelte Schechita-Verhältnisse. eine mit peinlicher Sorgfalt konstruirte Mikwoh; eine Talmud- Tauroh-Schule wurde angebahnt, die vorhandene j Volksschule reorganifirt, allabendliche Thora-Vortrage i wurden eingerichtet. So entstand eine orthodoxe Gemeinde. wie wir sie in mustergiltiger Weise heute vor uns haben, mit allen Institutionen einer echten Khiloh Kdauschoh, und das ist das Werk unseres Rabb. Snyders. Es spricht ein solches Werk mehr als hundert ruhmvolle Nachrufe; es erzählt mehr als Biographen und Geschichtsschreiber. Wir aber, die Zurückgebliebenen. wollen dieses Werk wahren, hegen und pflegen, ausbreiten und vertiefen — zur Ehre Gottes und zum Heile der reinen Seele, die es geschaffen! Briefkasten der Nedaetta». S. M. B. in E.: Ihre Anfrage ist mit der Berichtigung in heutiger Nummer erledigt. Gruß! Berichtigungen. Auflösung des Flälhsets in jjfr. 53. ♦iOü #jöi ,jvr ,wir jon Auflösung des Aäthsets in Mr. 58. trip f*1p 0*0 "CT) «2 »2 pcxo PP Dip Haut. Dip Dip np_ Vkcksv8ey-l.jpe. (Bergleiche auch JnferaienttzeU). Elementarlehrer, die Anstellungsprüfnng i» Bayern bestanden haben, wollen unter Angabe ihrer Gchaltsansprüche und Beifügung von Zeugnitzabschrikten ihre Bewerbung biS zum 15. Augui an das Direktorat der Bambergerschen isr. Knabcn-Erziehungs- und Unterrichts-Anstalt einsenden. HilfSvorbeter auch Baal-Tokeah. für die hohen Feiertage in Bad-Nauheim. Honorar bei freier Station Mk. 1< V.—. Meldungen an den Vorstand der Synagogeugemcinde Leop. Adler. AuShilfSvorbeter für die beiden hohen Festtage in Brette» (Baden). Offerten zu richten an Eynagoaenrath Jsid. Laemle. HilfSvorbeter, mit guten Stimmmitteln auch Baal Tokcah, für die hohen Feiertage nach Biebrich a. Rh. Offerten an Kultusvorsteher M. Reifenberg. Lehrer an der israelitischen Realschule in Fürth zum 1. September. Anfangsgchalt 1200 Mk. Bewerbungen an Direktor Dr. A. FeUchenfeld. NeligiouSlehrer, Cantor. und Schochetstelle in Groda. Gehalt nebst freier Wohnung, großem Garten 700 Mk. und cii fa 400 Mk. Nebenverdienst. Reflektanten wollen sich an den Kultusvorstand M. Straus wende».

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