Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 60 (28.7.1904)
- Date
- 1904-07-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1269 die im Finsteren wandelt, daß es die am Boden hängende Menschheit von diesem Hängen am Irdischen erlöse, das; es die Seelen wecke, die in schmachvoller Knechtschaft dahinstechen, daß es den Geist von der Herrschaft der Materie befreie. Als nun Zion hörte, daß in der ganzen Weissagung von rrrc "jSo *s nichts i anderes verheißen wird, als daß die Heimkehrenden «nicht mehr hungern und dürsten werden", als sie gcsehen, daß nicht ihrer, der Mutter Zion in erster Reihe gedacht wird, daß die Erlösten nicht in Zion, von wo Wahrheit hinausströmt unter die Völker, den Sinn und Zweck ihrer 7fr« erblicken, da bemächtigte sich Verzweiflung des treuen Mutterherzens und sie will die j heimeilenden Kinder nicht als ihre Kinder anerkennen, denn nicht nach Zion kehren sie zurück, nicht die Sehnsucht nach Zionsgeist beflügelt die'Schritte der zurücktebrenden Söhne und darum freut sich Mutter Zion der Heimkehr ihrer Kinder nicht. — Doch nein tröstet Haschern. Ich vergesse dein nicht. Siehe auf meine Hände habe ich dein Bild gezeichnet und deine Mauern sind mir stets gegenwärtig. Ich weiß, daß du lediglich mit deiner nwn dein Volk zu schützen verstehst, ich weiß. daß du Zion allein Mauer bist. 7,-2 **nc. Viele deiner Kinder eilten, sie wollten die äußere Erlösung erzwingen, ohne auch nur den Versuch gemacht zu haben, sich innerlich von allen ihrem Leben anhaftenden Irr- und Mahnlehrcn zu erlösen. Diese ■p'V.ai 721NL •ss* *jcc werden als diejenigen, die dich einst zerstörten und deine Herrlichkeit niederrissen, erkannt, und sie müssen wieder hinaus aus deinem Kreise. Aber nun erhebe deine Augen und blicke um dich, die jetzt sich versammeln. '»z '*zp: 1:bz. Diese kommen zu dir und dieser deiner Kinder darfst du dich freuen, Mutter Zion, “nm pm fjrcswi Tmrm '2. Denn siehe, heute finden sie ja doch nur Trümmer, Einöde und ein Land, das niederaetreten ist. Nicht deine Ueppigkeit, dein Wohlstand lockt sie. denn du bist ja zu enge geworden für deine Bewohner und deine Zerstörer kebreu dir den Rücken. Die heute ehrliche Sehnsucht hiehec gelockt, sind deine echten Kinder Mutter Zion; diese sprechen rztnn cpcn 'V ir ist der Ort auch enge, so bleiben wir doch hier. Diese haben in der Fremde deinen wahren Werth erkennen gelernt, diese haben die Völker für dich erzogen, die Völker, d i e nun durch deine Kinder für dich erzogen sind. Die Völker haben diese deine Kinder unterdrückt, deine Kinder haben geschwiegen — und dieses Schweigen war beredter als alles Poltern deiner unechten, von dir abgefallenen Kinder. Auch ich hatte ein Ohr und hörte die Schmäh-. ungen ruhig mit an, ich murrte und widerstrebte nicht •reea nb tt« rt xb e;xi six fr nra 'jfrx -tu Auch ich empfand die Wucht der Schlage, auch meine Wangen fühlten den Schlag, auch ich erröthete, wenn man mich beschimpfte und doch hielt ich Stand, nw *3 pn mtfra: vnnen rfr *:c in Lwrfr. Und warum dies Alles? Weil ich wußte, daß ich durch diese Standhaftigkeit allein siegen werde, daß ich dadurch meinen Peinigern zum Bewußtsein bringe, daß ich doch ein unverwüstbares Gut in mir trage, für das es der Mühe werth sein muß, zu dulden, daß ich ein reiches i Innenleben mein eigen nennen muß, wenn ich mich zu einer derartigen Gleichgültigkeit gegen alle äußere Schicksale durchringcn konnte, daß ich eine Welt in mir tragen muß, wenn ich gegen eine ganze Welt in scheinbar stumpfer Teilnahmslosigkeit verharren kann. Diejenigen, die für nichts zu leben hatten, die schrieen auf. diejenigen, die in ihrem Innern keinen Ersatz 1 fanden für die Mißachtung der Welt, lehnten sich gegen sie auf. Wir aber standen fest '2 mm «rcAro 'w w unsx rfr «felsenfest schien mein Angesicht, denn wir wußten, daß wir nicht zu Schanden werden." Und waren wir auch tvenig, lvaren wir auch klein an Zahl, so cntrnuthigte uns dies nicht. Denn wir blickten zurück auf unsere Vergangenheit, vaex cmax bx wan nrnw rarem ^nx-ip -mx e *iai. Auch unser Stammvater Abraham war allein und er siegte, er war Einer, aber aus diesem Einen wurde ein Volk, und so kann auch aus einzelnen Gliedern des Volkes das Volk, — und aus dem Volke die Menschheit werden. Dies ist unser Trost und diesen Trost senden wir, — sendet Gott an Mutter Zion, die auf ihre echten Kinder in Treue wartet. Man mag sie Antizionisten nennen, sie sind die wahren Kinder Zions, die auch diesen herbsten Schimpf geduldig hinnehmen, denn sie wissen, daß sie Zions echte Söhne und Mutter Zions einziger Trost sind. Zudem kann es uns wirtlich gleichgültig sein, wie man uns zu nennen für gut befindet. EinK'önig wird darum noch kein Bettler, w e i l sich die Bettler Könige nennen. Wir wurzeln in .Vien, Zion iss die Quelle unserer geistigen Kraft unv wir werden niemals Zions Gegner, auch wenn sich seine Feinde mit diesem Namen zieren. Wir li'ün Zion, wie ein Kind seine Mutter liebt, mit einer tüscn und heiligen Liebe nnd wir spähen sehnsüchtig nach dem Augenblicke aus, in dem wir der Heimkehr würdig werden und wir werden heimkehren als Zions würdigste und liebste Söhne. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mainz. Auf Wunsch eines Freundes, der immer noch glaubt, die Misrachipartei auf richtige Wege leiten zu können, legen wir eine Extrabeilage unserem Blatte bei. worin dieser Herr seine Ansichten auseinandersetzt. Für die Ausführungen übernehmen wir keine Verantwortung. unsere Leser kennen unsere entschiedene An-