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Der Israelit · 1904-07-21 · Heft 58 (21.7.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 58 (21.7.1904)
Date
1904-07-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1829 Dr. Dessau s. A. ehrende Worte und schloß mit einem Hoch auf den Prinzregenten, das von den Anwesenden begeistert ausgenommen wurde. Rußland. Petersburg, 19. Juli. Die Gesetzsammlung veröffentlicht folgende Abänderungen der Bestimmungen über die Juden: In den westlichen Grenzgouvernements und in Beffarabien unterliegen die Juden in einem Rayon von 50 Werst von der Grenze allen Gesehen über den Aufenthalt der Juden in der Anfäffigkeitszone. Die Bestimmung, die den Juden verbietet, sich in einem Rayon von 50 Werst von der Grenze, außerhalb der Städte und Flecken festzusehen, und aus einem Dorfe in's andere überzusiedeln, bezieht sich nur auf solche Inden, die nach dem 20. Juli in den Dörfern des genannten Rayons erscheinen. Wilna. (Gute Nachrichten aus Palästina.) Ter bekannte Wilnaer Chowew-Zion, Herr Boris G o! d b e r g, de r vor kurzem in Palästina geweilt und die jüdischen Kolonien daselbst eingehend besichtigt hoi. hielt hier vor einem zahlreichen Zuhörerkreile einen interessanten Vortrag über die jüdischen Kolonien im Heiligen Lande. der darin gipfelte, daß die Kolonisten in Palästina weit besser leben, als etwa der bessere jüdische Mittelstand in Wilna. Diese günstige Ansicht, die schon vor Herrn Goldberg durch die Agronomen Sutzmann und Ettinger, sowie durch die Herren Gluskin Usischkin und Drujanow ausgesprochen wurde, wird auch von zwei palästinensischen Autoritäten, den Herren Michel Pines und Eisenstädt bestätigt. Letzterer schrieb vor kurzem, daß selbst der Kolonist, der nur 3 Ha. Weinberge besitzt, nicht mit einem jüdischen „Baleboß" aus dem Anstedelungsrayon tauschen würde. Im Einzelnen berichtete Herr Goldberg von der 2700 Ha. umfassenden Kolonie Chedereh, die wegen perniciösen Fieber bis vor kurzem unbewohnbar war, daß die Sümpfe daselbst durch umfassende Anpflanzungen von Eucaliptusbäumen unschädlich gemacht worden sind. Die Kolonie besitzt nun mächtige Eucalivtnswaldungen, deren Stämme demnächst eine reiche Einnahmequelle abgeben werden. Die sehr wasserreiche Kolonie liefert massenhaft Gemüse, das von den Händlern gerne und zu guten Preisen gekauft wird, um es direkt per Schiff nach Alexandrien zu transportiren. Auch Viehzucht wird in Chedereh im großen Maß stabe getrieben, da die Sümpfe überaus reichlich Viehfutter liefern. In Chedereh ist noch reichlich Platz für fleißige Ansiedler und die alten Kolonisten würden sich über einen eventuellen Zuwachs umsomehr freuen, als ihnen dadurch leichter werden wird, die Gemeindckosten zu bestreiten. Viele Kolonisten, mit sehr günstigen Existenzbedingungen, kranken schier unheilbar an ihrer Kleinheit, so die kleinen Kolonien Schweja und Em el Gamal,, aber auch Gadrah und Kastinjeh, welche wegen der geringen Zahl ihrer Kolonisten nie in der Lage sein werden, aus eigenen Mitteln einen guten Lehrer und einen Schochei zu unterhalten. Andere Kolonien, wie beispielsweise Sichron-Jacob, leiden wiederum an zu großer. Bevölkerung, die sich auf dem zur Verfügung stehenden Boden nicht ernähren kann. Aus diesen! Grunde sah sich die I. C. A. genöthigt, die Kolonie Sichron-Jacob stark zu evacuiren und mehr als 50 pCt. der Kolonisten nach den neuen Kolonien um Liberias zu verpflanzen. Die ca. 3500 Ha. umfassende Kolonie Rosch- Pinah ist die größte und zugleich auch landschaftlich die schönste jüdische Kolonie in Palästina. Die Lust.daselbst ist so rein und durchsichtig, daß man von dem Berge, an dessen Abhang sie gelegen ist. den Genezarethsee wie den Neromsee sehen kann, obgleich beide voneinander 24 Km. entfernt sind. Neuerdings haben sich die Kolonisten des in der Nähe gelegenen herrenlosen Berges -Kanaan" bemächtigt und so ihren Besitz wesentlich vergrößert. Sämn. > r uisten Palästinas klagen bitter über den Zehnten Dieser im Verein mit den großen Gemeindekosten verschlingt über 20 pCt. ihres Einkommens. Die Gemeindekosten lasten sich nur durch die Vergrößerung der einzelnen Kolonien erleichtern. WaS jedoch den Zehnten anbelangt, so denken die Chowaweh- Zion-Vereine auf Veranlassung des deutschen Verein- „Esra" die Zehnten selber zu pachten und so die Kolonisten von den Bedrückungen der räuberischen Steterpächter zu befreien. Mhelluoge» m de» W. ArseMlelM »od für dtrsrldr». lGLmmMche tüd Wauderbetlrlvrreine unv «affen für Durchreisende sind gebeten, u»S Mittheilungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thütiateit mache«, zukommen zu kaffen.) Dürnberg. Gustav Lewh und Frau aus Berlin und Rußland gebürtig, waren hier ca. sieben Jahre und wurden von Vereinen vielseitig unterstützt. Einen guten Posten, den L. hatte, gab er auf; in Folge dessen sah er ein, daß seines Bleibens hier nicht mehr sein konnte. Auf dessen Bitte ging man darauf ein, demselben einen großen Betrag, 140 Mark, zu verabreichen. unter der Bedingung, daß selbe, wie angegeben, nach Königsberg reisen würden; auch bei der Polizei wurde es als zukünftiger Wohnsitz angemeldet. Anstatt nördlich, reiste L. südlich, er besuchte die diversen Armen-Vereine u,ld wird wahrscheinlich diesen Coup forjsetzen. Die Vereine und Private werden ersucht, keinerlei Gaben an diese Leute zu verabfolgen. Martin Lebrecht, zweiter Vors. des. Jsr. Hilfsvereins, Nürnberg. "

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