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Der Israelit · 1904-07-21 · Heft 58 (21.7.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 58 (21.7.1904)
Date
1904-07-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1222 Was die Wirksamkeit im Inneren betrifft, so ist hier in erster Reihe die „Subventionirung der kleineren Verbandsgemeinden" hervorzuheben. Es haben im Vorjahre an Beihülfen 12 Gemeinden 1550 Mk. erhalten. Diese Subventionen bilden naturgemäß eine stch alljährlich wiederholende Erscheinung unserer Derbandthätigkeit; ohne sie würde die Existenz der kleineren Gemeinden ernstlich in Frage gestellt sein oder doch werthvolle Kultus-Einrichtungen verlümmern. Neben den Beihülfen, welche den Bestand, der Gemeinden selbst und ihrer Kultus-Einrichtungen, insbesondere des Religions-Unterrichts, sichern sollen, haben wir unsere Aufmerksamkeit der Fürsorge für die Beamten zugewendet. Den meisten kleineren Gemeinden Mt es außerordentlich schwer, tüchtige, brauchbare Beamte zu gewinnen, da sie wegen ihrer schwierigen finanziellen Verhältnisse völlig außer Stande sind, die Zukunft der Beamten und ihrer Hinterbliebenen auch nur einigermaßen sicher zu stellen. Hier helfend einzugreifen, erschien uns als eine außerordentlich wichtige Aufgabe, die wir seit dem Vorjahre in der Weise erfüllen, daß wir denjenigen Gemeinden, deren Beamte sich bei der Lebens-Versicherungs-Gesellschast „Viktoria" versichern lassen, eine Beibülfe zu den Versicherungsprämien in Höhe von 50 Mk. gewähren. ' Dieses Beneiizium isi im abgelaufenen Berichtsjahre den Beamten von sechs Gemeinden zu Theil geworden. Zu unserer Freude können wir berichten, daß der Ausschuß des „D.-J.-G.'V." sich auf unseren Antrag bereit erklärt bat, den neu versicherten Beamten unserer Verbandsgemeinden auch seinerseits eine Prämienbeihülse von jährlich 50 Mk. selbst dann zu gewähren, wenn die betreffenden Gemeinden nicht Mitglieder des „D.-J.-G.-V." sind. Es bedarf hier keines besonderen Hinweises, daß diese Seite unserer Thätigkeit nicht nur für die betreffenden Beamten, sondern auch für die Gemeinden segensreich ist; denn nur aus diese Weise ist es möglich, den kleineren Gemeinden ihre Beamter? und dadurch das kultuelle Leben der Gemeinden zu erhallen. Von nicht geringerer Bedeutung für das religiöse Leben der Gemeinden ist die Fürsorge für die Heranwachsende Jugend — eine Aufgabe, der wir mittelbar durch die Inspektion des Religions-Unterrichts gerecht zu werden suchen. Dank der uneigennützigen Unterstützung, die die Herren Inspektoren uns zu Theil werden lassen, sind im Berichtsjahre die Schulen von 19 Gemeinden inspicirt worden. Die Berichte der Herern Inspektoren lassen einen erfreulichen Fortschritt sowohl in Bezug auf die zweckentsprechende und sachgemäße Ertheilung des Religions-Unterrichts als auch in Bezug auf die Theilnahme der Kinder an demselben erkennen. Die revidirten Schulen werden von 172 Schülern besucht; ohne Religions-Unterricht ist in den inspicirten Gemeinden anscheinend kein Kind mehr. Der Eindruck, den Schulen und Schüler machen, kann im Ganzen als günstig bezeichnet werden; ebenso ist das Interesse, welches die Mitglieder der VerbandSgemeinden an dem Unterricht nehmen, in erfreulichem Wachsen begriffen. Das Verdienst, zu diesem günstigen Resultate beigetragen zu haben, gebührt in nicht geringem Maße den Herren Inspektoren, was an dieser Stelle mit aufrichtigem Danke anerkannt sein möge. Um das Interesse der Eltern und der Schüler an dem Religions-Unterricht zu erhöhen, haben wir auf Anregung eines der Herren Inspektoren beschlossen, fleißigen Schülern Prämien zu gewähren und zu diesem Zwecke den Betrag von 50 Mk. in den neuen Etat eingestellt. Ilm die Abhaltung von Gottesdiensten an den hohen Feiertagen zu ermöglichen, haben wir acht Gemeinden Veihülfen von je 50 Mk.. zusammen 400 Mk., gewährt, durch die sie in den Stand gesetzt wurden, die Kosten für die Beschaffung eines Vorbeters zu decken. Mit vieler Freude und mit großem Danke ist ferner im vergangenen Jahre, wie stets bisher, die Entsendung von Predigern an den hohen Festtagen von den Verbandsgemeinden ausgenommen und empfunden worden. Es lagen zehn Anträge vor. von denen acht berücksichtigt werden konnten. Der lebhafte Anklang, den diese Seite unserer Thätigkeit im Kreise unserer Verbandsgemeinden findet, und der Wunsch, unserem Verbände immer weitere Wirkungskreise zu erschließen, hat uns im vergangenen Berichtsjahre veranlaßt, die Aussendnng von Wandervredigern auch zu anderen als an den hohen Festtagen in Erwägung zu ziehen. Am Wochenfefie predigten Eandidaten de? Breslauer jüd.-theol. Seminars in vier kleineren Gemeinden. AuS TüVdcntschland. (Wie der Großh. Oberratb der Israeliten zu Karlsruhe die jüdischen Lehrer behandelt.) Im Interesse aller Kollegen bringe hiermit zur öffentlichen Kenninißnahme, daß mir, obwohl ich am Kgl. Schuttehrerleminar in Würzburg mein Lehrerexamen bestanden und selbst vom Großh. Oberrath ein gutes Zeugniß über meine Unterrichtserfolge, als auch über meine religiös-sittliche Führung erhielt, nach drei Dienstjahren unverhofft „für ganz Baden" gekündigt wurde, angeblich, weil man. wie mir durch besonderen Erlaß eröffnet wurde, in die Rothwendigkeit versetzt

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