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Der Israelit · 1904-07-14 · Heft 56 (14.7.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 56 (14.7.1904)
Date
1904-07-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1178 eine große Trauerversammluny eingefunden und erhielten die Hinterbliebenen Zeichen der aufrichtigsten Theilnahme von Nah und Fern. Im Trauerhause widmete Herr Direktor S. Bamberger dem Verstorbenen einen warmen Nachruf, in welchem er dessen Frömmigkeit und Bereitwilligkeit für Thora und Mizwa allerlei. Opfer zu bringen besonders rühmend hervorhob. Dann setzte stch der Trauerzug in Bewegung nach dem alten zfrv ira auf dem auch die o^ro ruhen, denen er im Leben sich so gerne immer angeschlossen hatte. Neichenhall. Vielleicht dürfte es Sie. werther Herr Redakteur, und auch manchen aus Ihrem verehr!. Leserkreise interessiren, etwas vom schön gelegenen bayerischen Alpenbadeort Neichenhall zu lesen. Wohl dürfte es mancher andere Badeort in Bezug auf größere Prachtbauten an Villen und Geschäftshäusern übertreffen. wohl dürfte anderswo ein größeres Menschen und Völkergewoge herrschen, wozu sich eine bunte Fülle und Schönheit der Toiletten gesellt: trotzdem zählt Bad Reichenhall zu den herrlichsten Fleckchen Erde, welche die Natur wegen ihrer unvergleichlich schönen Lage bevorzugt hat. Eingebettet zwischen den himmelanstrebenden Bergen Hohenstaufen. Zwiesel und Untersberg. hat Neichenhall eine ziemlich niedrige (370 Meter über dem Meeresspiegel) Lage und. ist bestens vor rauhen Winden geschützt. Don den oft bis zu den höchsten Spitzen reichbewaldrten Höhen weht stets eine kräftigende, ozonreiche Luft ^rnieder in's Thal. Ein als Natur- und Kunstpark angelegter Kurgarten mit seinem sehr praktisch angelegten Gradierhaus lockt die Spaziergänger und Heilung suchenden Kurgäste an, wenn sie nicht vorzogen. Lungen- und muskelstärkende Bergpartien zu unternehmen. Darum darf es nicht wundern, wenn auch diese Perke der bayerischen Alpen von vielen Gästen ausgesucht wird, die mehr oder weniger an der Erkrankung der Athmungsorgane leiden. Auch hier stellen unsere Glaubensgenossen, namentlich die auS Polen und Oesterreich, ein hohes Kontingent der Besucher. Die Magenfrage, welche für den rituell lebenden Israeliten bei Auswahl eines Erholungsortes mitzureden pflegt, ist hier auf's beste gelöst. Zwei gut geleitete Koscher-Restaurants. die von Beermann und Kutz. laden den jüdischen Magen ein und befriedigen ihn auf's beste bei nicht allzu hohen Preisen. Leider frequentirt ein großer Theil der reichsdentschen Juden christliche Hotels, weßhalb es auch nicht möglich sein mag, am Samstag nach deutschem Ritus Gottesdienst abzuhalten. Gewiß ist die pDb ein festes Band der Vereinigung, das unsere Glaubensgenossen der verschiedensten Lander umschlingt. Trotzdem steht auch der orthodoxeste deutsche Jehudi mit einigem Unbehagen und Kopfschütteln bei Seite, wenn er die lauten Rufe und oft theatralischen Gestikulattonen bemerken muß. die in einem polnisch geleiteten Gottesdienste vorherrschen und dem stillen innigen Gebete hinderlich sind. Vielleicht geben diese Zeilen den Anstoß, daß sich die gläubigen reichsdeutschen Juden zu einem eigenen deutschen Gotteshause sammeln, wo auch sie nach der gewohnten Väterweise beten können. Selbstredend liegt dem Artikelschreiber jede beleidigende Animosität gegen unsere nichtdeutschen Glaubensgenossen völlig fern. R. Meinnrclsdorf.*) In Nr. 4 der Löwenstein'schen Litteraturbeilage zu diesen Blättern fügt Herr P. K. diverse Bemerkungen, bezw. Berichtigungen meinen geschichtlichen Notizen über die Juden von Memmelsdorf an. Ich bin selbstredend für jede Ergänzung und Bereicherung des Materials dankbar. Doch dürfte es immerhin richtiger gewesen sein, wenn Herr P. K. sich direkt an mich gewandt hätte, vielleicht wäre dies auch seitens der Redaktion vor Veröffentlichung am Platze gewesen. Jedenfalls sind mir während des Erscheinens meiner Arbeit in drei Nummern von verschiedenen Seiten solche Zuschriften zugegangen. Auf die einzelnen Punkte näher einzugehen, behalte ich mir für später vor. da ich z. Zt. für einige Wochen zur Kur in Bad Kiffingen weile, auch dürfte dann eben die Litteraiurbeilage der geeignete Platz dafür sein. Thalsächlich war mir seit dem Erscheinen meiner Artikel viel schätzbares Material weiter zugegangen, das ich zu weiteren Nachträgen verarbeiten wollte, u. a. namentlich über F. Lebrecht-Berlin durch Herrn Seminarlehrer Dr. Bamberger-Würzburg.' Die Angriffe gegen Martin Lebrecht Nürnberg richten sich durch ihre Anonymität selbst. Wenn dieser Herr schwarze Listen herausgibt, befindet er sich jedenfalls in guter Gesellschaft, denn der .Israelit" selbst stellt ja in seiner Rubrik »Armenvereine" solche Listen auf. Wenn aber Herr Lebrecht olS j Delegirter im D.-J. G.-B.. im Bayr. Landesverein, im Komitee des Hilfsvereins in Berlin, in der Verwaltung zu Ahlem, im Vorstande des Fürsorgevereins für jüdische Taubstumme etc. etc. fungirt. Mitglied unzähliger. gemeinnütziger Vereine ist, überhaupt seine ganze Thätiakeit nach Aufgabe aller Geschäfte in den Dienst der Gesammtheit stellt, so dürfte dies Beweis genug sein, daß er auch Positives leistet. Auch darüber später mehr. Bezugs. rh rrrp und nnsn m* verweise ich auf meine Verhandlungen ähnlichen Betreffs mit Herrn Bacharach-Hamburg im letzten Jahrgang deS »Israelit". Leopold Anfänger. Ungarn. Budapest. (Das Honorar im Tißa- E ß l a r e r Prozeß.) In einem soeben erschienenen Werke, das den Titel »Der große Prozeß, der seit, tausend Jahren anhält und noch immer nicht zu. Ende ist" trägt, schildert Karl Eötvös den Tißa-Eßlarer Prozeß mit allen Einzelheiten. Der Verfasser, der. all *) Durch Versehen der Redaction verspüret.

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