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Der Israelit · 1904-06-30 · Heft 52 (30.6.1904) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 52 (30.6.1904)
Date
1904-06-30
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Noch niemals ist eine so groß* artige, so gewissenhafte und so nach jeder Hinsicht der Anerkennung würdige wissenschaftliche Arbeit von solchem Umfange (bisher liegen ca. 500 Druckbogen in Quart, ü 8 Seiten gleich ca. 4000Seiten. fertig gedruckt vor) ungerechter und einseitiger beurtheilt worden! Ich wünsche dem mir wohlbekannten Herrn Referenten, daß er selbst niemals lo ungerechte, parteiische und übelwollende Kritiker finden möge?') Berlin, im März 1904. Hugo Bloch i. Fa. S. Calvary & Co. Apologetik. La Saint« Bibi« PoJIglotle etc. par F. Vigonroux, Piet!e de Saiut-Julpice. 4 Bände, Paris, A. Logger et F. Chei novitz, Libraizes-Editeurs, i90U—l903. Gegenwärtig hat in Frankreich die kirchenfeindliche Richtung bei der Regierung und der Volksvertretung die Oberhand. Man lehnt sich auf gegen den oft unheilvollen Einfluß, den besonders die katholische Ordensgeistlichkeit auf alle Zweige des öffentlichen Lebens — Regierung. Abgeordneten, Heer, Schule u. s. w. — auszuüben versucht. Man bekämpft die Mißbräuche in der katholischen Kirche mit allen Waffen der aufgeklärten Wissenschaft und sucht dem Klerus die Herrschaft über die Geister zu entreißen. Der französische Klerus, der sich in seiner Machtstellung ernsthaft bedroht sieht — die geistlichen Orden sind unterdrückt, ihre Schulen geschlossen, die Trennung von Staat und Kirche wird immer entschlossener begehrt — macht alle Anstrengungen, um sich in dem alten Besitz zu erhalten; kein Mittel wird unversucht gelassen: Gewalt (vergl. Dreyfusprozeß), List, Geschäftskniffe und last not least, die Wissenschaft. Praktisch, wie die Franzosen nun einmal sind, sehen die Geistlichen ein, daß man die verhaßte Wissenschaft am besten mit ihren eigenen Waffen bekämpft. Der verstorbene Papst Leo Xlll. hatte dem französischen Klerus selbst diesen Weg angewiesen. Das vorliegende Werk ist ein Versuch aus diesem Gebiete. Wir können es aber nur als einen wenn nicht untauglichen, so doch wenig nutzenden Versuch bezeichnen. Denn abgesehen von zahlreichen Anmerkungen theologischen Inhalts, beschränkt sich der Inhalt der Fußnote auf Notizen assyriolog-scheu und 36) DaS Vergnügen der Bekanntschaft. wenn cs für Herrn Bloch ein Vergnügen Nt. ist leider kein gegenseitiges; nichtsdestoweniger oder umiomebr bin ich Kr den liebenswürdigen Wunsch dankbar und, lassen, wünsche minderwertige möge- Xtxo um keine empfangene Wohlthat unocrgolten zu ich Herrn Bdaß lein Verlag sich nicht durch so Publikation seinen bis dahin guten Ruf «rdrrbeu Lgyptologischen Inhalts nebst recht mäßigen Abbildungen der entsprechenden Funde. Mit dieser popularisirten Wissenschaft läßt sich die ernste Wissenschaft nicht in's Bockshorn jagen. Der Text der Bibel ist in vier Sprachen gegeben: 1. griechisch, 2. hebräisch, 3. lateinisch und 4. französisch. Der griechische Text ist der durch Verordnung des Papstes Sixtus V. im Jahre 1507 veröffentlichte offizielle Text der katholischen Kirche. Obwohl man seitdem duldsamer geworden ist und auch andere griechische Texte zuläßt, so hat es sich der Herausgeber bequem gemacht, indem er einfach jenen Text wieder abdruckt. Der hebräische Text ist der mafforetische der Ausgabe Ban der Hooght-Amsterdam 1705. den man in den französischen Seminarien benutzt. Hier hat sich der Herausgeber übrigens die eigene Arbeit dadurch ganz erspart, daß er die Stereotypieplatten der Bibelausgabe von Velhagen und Klasing in Bielefeld zum Abdruck erworben hat. Selbstverständlich ist der lateinische Text derjenige der offiziellen Ausgabe der Vulgata (Konzil von Trient 1646), ohne jegliche Variante. Recht bedenklich für die Bildungsstufe der französischen Seminaristen ist die einzige Neuerung des Herausgebers: er hat bei jedem lateinischen Wort die Accentsilbe angegeben! Unsere deutschen Quartaner müssen sich ohne diese Krücke behelfen! Die französische Uebersetznng des Abb6 Glaire basirt auf der Vulgata, nicht auf dem hebräischen Texte. Als Grund dafür wird unter anderem angegeben, daß eine Uebersehung des hebräischen Textes in's Französische (von katholischer Seite) nicht eristirt, und die Neuanfertigung eine zu mühsame und zeitraubende Arbeit wäre! Für eine wissenschaftlich sein wollende. Ausgabe entschieden eine merkwürdige Entschuldigung! Aber die französischen Seminaristen können offenbar den lateinischen Text nicht selbst in's Französische übersetzen, wenn man ihnen sogar die lateinischen Accente angeben muß. Die Ausgabe ist vom Erzbischof Kardinal Richard von Paris approbirt. Sie umfaßt die fünf Bücher Mosis im ersten Band, nebst einem Anhang, der in acht Noten Erläuterungen gibt über folgende Gegenstände: die mosaische Schöpfungsgeschichte. Datum der Erschaffung des Menschen, das irdische Paradies, Lebensalter der Patriarchen, die Sintfluth, die Völkertafel, die Bundeslade. Der zweite Band enthält die Bücher Josua, Richter, Ruth und Könige. Einige Noten am Schluß behandeln den Stillstand der Sonne, die Ausrottung der Kanaäer. Jerusalem, den salomonischen Tempel. Im dritten Band finden wir die Bücher der Chroniken. Esra, Nehemia, Tobias, Judith (diese beiden gelten nicht für den jüdischen Kanon), Esther und Hiob. Auch hier werden zum Schluffe ein paar wissenschaftlich aussehende Noten gegeben über Jerusalem zur Zeit des Nehemja, die hebräische Poesie, Hiob , auf dem Misthaufen, die Bergwerke des Sinai und die

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