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Der Israelit · 1904-06-30 · Heft 52 (30.6.1904) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 52 (30.6.1904)
Date
1904-06-30
Page
– (sequence 18)
Language
German
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,104 Malerei in der Unterlimburger Synagoge vor die Zeit des 30jährigen Krieges legen, in die Vlüthezeit der Reichsstädte und der deutschen Kunst. Jammerschade wär's, wenn die geschilderten Kunstschätze nicht vor dem Zerfall gerettet würden. Zwar soll Herr Dr. Gradmann, würtemberg. Landeskonservator, vor Kurzem die alte Synagoge in Unterlimburg eingesehen haben und es besteht die Hoffnung, daß der Württemberg. Alterthumsverein sich für die Schätze intereffirt. Noch wünschenswerther wäre es, wenn die Vertäfelung, die sehr leicht abzunehmen ist. wieder in jüdischen Besitz käme. Die isr. Gemeinde Hall hätte hier Gelegenheit, ihre so oft bewährte Pietät und ihren Kunstsinn zu bethätigen. Wie herrlich müßte sich der alte Gotteshausschmuck an den kahlen Wänden und Decken des Haller Betsaales oder der altehrwürdigen Gemeindesynagoge des Vorortes Steinbach ausnehmen! Vielleicht könnte euch ein jüdischer Kunst- und Alterthumsverein nach der Sache sehm> und die seltenen Schätze erwerben. Hier gilt es schnell zugreifen. Also, auf zur rettenden Thai! Zweck dieser Zeilen ist, jüdische Alterthumsfreunde auf die alte, vergessene Synagoge in Unterlimburg-Hall aufmerksam zu machen. Eine Reise in die freundliche Stadt lohnt köstlicher Kunstgenuß. Herr Lehrer Hähnlein-Hall ist gerne bereit, Auskünfte zu geben und Freunden jüdischer Kunstalterthiimer als Führer zu dienen. Herr Moses Herz in Hall hat mir versprochen, von den Wand- und Deckenoerzierungen Photographien zu fertigen, die ich gerne dem „Israelit" s. Zt. zur Verfügung stellen will. Spatz. Lehrer. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. (Generalversammlung des Vereins .,E s ra".) Am 26. Juni fand in Cassels Hotel Hierselbst unter lebhafter Bethciligung Berliner und auswärtiger Delegirten die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins. „Esra" statt. Vorsitzender, Herr Moritz Dorn, erstattete den Bericht über das verflossene Geschäftsjahr und theilte mit, daß der Verein in 260 Gemeinden Deutschlands 4010 Mitglieder und Spender aufweist, tvelche zusammen über 16,000 Mk. für die Zwecke des Vereins beigesteuert haben. Auch in diesem Jahre hat der „Esra" seine Thätigkeit hauptsächlich auf hje transjordanische Kolonie Bneh-Jehuda konzentrirt, deren Bevölkerung er auf 30 Familien zu bringen hofft. Eine solcye große Kolonie würde ihre Gemeindeausgaben leichter bestreiten und auch den benachbarten Arabern mehr imponiren können. Herr Konsul Jul. F r i e d e m a n n erstattete den Kassebericht und hob hervor, daß . der Verein im Berichtsjahre den natürlichen Verlust an Mitgliedern und Todesfälle durch Zuwachs in Breslau, Hamburg und anderen Orten reichlich ersetzen konnte. Neu hinzugekommen sind die sächsischen Gemeinden Dresden, Chemnitz und Annaberg. Herr Rechtsanwalt Dr. Sternfeld - Stettin bittet um Zusendung von Rednern für die einzelnen größeren Lokalkomitees. Herr Goldschmidt - Hamburg verliest ein längeres Referat des Vorsitzenden des Hamburger Lokalkomitees, Herrn Moritz S. Wolfs, über die Ursachen des Rückganges des Vereins „Esra" in den beiden vorletzten Jahren, in dem ein Theil der Verantwortlichkeit dafür dem Zentral-Komitee zugeschoben wird. Dasselbe habe nicht genügend agitirt und der Vorsitzende nicht überall rechtzeitig eingegriffen. Referent exemplifizirt auf einige Fälle und stellt zum Schlüsse eine Reihe von Anträgen. Dr. S t e r n f e l d i beantragt, das Referat zu den Akten zu nehmen und die in demselben gestellten Anträge dem Zentralkomitee zur Prüfung zu überweisen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Es folgt eine lebhafte Debatte über das Hamburger Referat. Herr Dorn weist nach, daß die im Referat aufgestellten Behauptungen auf irrigen Voraussetzungen basiren, und verweist in Bezug auf den kleinen Rückgang in den Einnahmen des Vereins „Esra" auf die im Jahresberichte gemachten Angaben. Auch Herr Bambus vertheidigt die Politik des Zentral- Komitees, welches zu einer Zeit, da die Kolonisation Palästinas die bekannte nunmehr glücklich überwundene Krisis durchgemacht hat, sich abwartend verhielt und keine lebhafte Agitation trieb. Die Unterstützung der Kolonien erfolgt in sehr rationeller Weise, wenn der Verein „Esra" auch die Thatsache keinen Augenblick aus den Augen läßt, daß er einWohlthätigkeitsverein ist, der von den Mitgliedern das Geld zu Unter st ützungen erhält. Herr Goldschmidt-Hamburg betont in seinem Schlußworte die gute Absicht der Hamburger Herren. Auf Antrag der Revisoren wird dem Schatzmeister Decharge ertheilt. Bei den darauf vorgenommenen Wahlen wird Herr Moritz Dorn per Akklamation wiederum zum Vorsitzenden gewählt. Auch die Wiederwahl der turnusmäßig ausgeschiedenen Herren Rabb. Dr. Eschelbacher. Dd. Hirsch. Prost Dr. L. Landau und Dr. M. Sobernheimer folgte per Akklamation. Schweiz Basel. Dem Jabres-Dcrichte des Schomre- Thora-Vereins dahier, für das Jahr 1903. entnehmen wir: . Auch im vergangenen Jahre haben wir unserem Prinzip getreu das Studium der Thora gepflegt. Einen schönen Aufschwung hat der allwöchentliche Talmud-Vortrag.aufzuweisen, der sich nicht Nur in der

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