Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 52 (30.6.1904)
- Date
- 1904-06-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1097 Am vergangenen Sonntag. 6. Tamus, hat nun die Einfügung des Schlußsteines in feierlicher Weise stattgefünden. In die Mauer des zur heiligen Lade hinaufsührenden Empores wurde eine Urne versenkt, welche neben den Statuten der Gemeinde und der mit ihr in Verbindung stehenden Vereine eine kurz gefaßte Geschichte der Gemeinde enthält und vor allem einen Beschluß der Verwaltungsbehörde über eine etwaige Umwandlung des Gebäudes. Dieser, in deutscher und hebräischer Sprache abgefaßt, hat nachstehenden 'Wortlaut: „Auf Anregung des Rabbinats haben Vorstand und Revräsentanten-Versammlung den folgenden Beschluß gefaßt: ..Unsere im Bau befindliche Synagoge Artilleriestraße N2 soll nur. so lange dieselbe dem heiligen Zwecke dient. re:2n ma rrrp behalten. Sollte aber im Laufe der Zeiten nach Ansicht der derzeitigen Verwaltung diese Verwendung nicht mehr zweckmäßig sein, so soll das Gebäude verkauft und auch zu profanen Zwecken verwendet werden dürfen, nyarr *pt «ir6 p-iata bmtn mynb icyc2 nwaen nea D'rpn ■pxity my -re ~y ,tpmc r.iz nazsn r~:zn d'z bi rr;rr6 nSnpn *2»:« ns'is awn n'Tin exp |£*.*c .r,c:rn rra nemp nSn eacn mzv 'i'z iirn rmnr .Tarrp tx nric n\T r6npn ’p:x tivüz nrsS cm cv'3 :rr> -.Vrr n^npn ’rs ."'C“ bzb :;mcr,y nrco .C!2'3C31 nyn» n:ctr Die Feier begann mit einem ihre Bedeutung erklärenden Gebet, welches Herr Dr. Meier Hildesheimer sprach. Der Stein solle dem Schlußsteine gleichen, welchen der Prophet Secharja geschaut und von welchem er verkündet hat: K*m pxn "J? r« 'w2'. mx w'2, er solle der Gemeinde Ansporn sein, die Schuld und die Sünden ihrer Glaubensbrüder zu sühnen; zugleich auch solle er das Bindeglied bilden der Frömmigkeit der Vorfahren und der Gesinnung der Gegenwart. — Hierauf sprach Namens der Verwaltung Herr I. R o s e n b l L t h den Bauleitern und der Baukommifsion Dank für ihre vielen und großen Mühen aus und versenkte die Urne in die für sic vorgesehene Oeffnung. Während diese vermauert wurde, widmete Herr Prof. B e r l i n e r. als Vorsitzender der Repräsentantenversammlung und des Synagogenvorstandes, den Heimgegangenen Begründern der Gemeinde Worte der Erinnerung und flehte Gottes Gnade für die Zukunft herab. Sodann vollzogen Mitglieder des Rabbinates und Vorstandes die üblichen Hammerschläge. wobei sie als ihre Wünsche aussprachen: np-nn rfmi nrrn; cHe» P «* ferner nr,zi .ra C">CN ttpen und der Dortrag eines Psalmes durch den Cantor beschloß die Feier. — Bei Gelegenheit dieser Schlußsteinlegung wurde an die Mitglieder ein Rückblick über die bisherige Entwickelung der Gemeinde versandt. auf welchen wir in einer späteren Nummer ein- | gehend zurückkommen werden. Diesem Rückblick wurde eine Aufforderung zum Beitrag von Spenden beigefügt. der das Motto trägt: mn man -naa "w Vro rxcs yn icx prtcnc p*nxn. „Größer soll die Herrlichkeit dieses zweiten Hauses sein, als die des ersten, spricht der Herr Zebaoth", und wie folgt lautet: „TaS große Werk des Neubaues unserer Synagoge reift unter Gottes Beistand seiner Vollendung entgegen. Mehr denn zwei und ein halbes Jahr haben die Baumeister gesonnen, die Pläne zu fertigen, haben arbeitsame Hände unerrnüdlich sich geregt, deren Entwurf zu verwirklichen. Nun naht die weihevolle Stunde, welche den Abertausenden von Bausteinen den Schlußstein anfügen soll. Aus diesem Anlässe überreichen wir Ihnen zu dauernder Erinnerung eine kurzgefaßte Darstellung der Geschichte unserer Gemeinde. In ehrfurchtsvollem Gedenken kündet sie von dem Wirken vergangener Geschlechter, zu dankbarem Gedächtniß erzählt sie von dem starken Wollen und dem opferwilligen Thun jener wackeren Streiter, jener hochherzigen Gönner. deren entsagende Vorarbeit uns zu diesem freudigen Gelingen geführt. — Aber auch die Gegenwart, auch die Lebenden sollen ihren Antheil suchen an heiligem Vollbringen; das Gotteshaus der Ge- ',-ieinde. — die ganze Gemeinde soll es erbauen helfen. Das Außenwerk ist vollendet, das Jnnenwerk schon begonnen. Doch noch harrt eine Fülle von Arbeit der schaffenden Hand des Künstlers. Je' weniger beengt er seine Kräfte fühlen wird, desto „größer wird die Herrlichkeit dieses zweiten Gotteshauses sein." Uno an den Mitgliedern unserer Gemeinde wird es sein, ihm diese freie Entfaltung der Kräfte zu verstatten. Wir richten an Sie. sehr geehrter Herr, sowie an den gesammten Kreis unserer Freunde, die herzliche Bitte, zu der inneren Ausschmückung der Synagoge, welche auf über 50,000 Mark veranschlagt worden ist, einen Beitrag zu leisten. Jede Gabe, sie sei groß oder klein, ist uns willkomnlen. Wir streben dahin, daß jedes Mitglied unserer Gemeinde, daß jeder ihrer Freunde sein Recht und seinen Anspruch nütze, Miterbauer zu werden des neuen Gotteshauses. Spende ein Jeder ..nach der Gabe seiner Hand, nach dem Gute, das Gott ihm geschenkt!" sm upx i'pbx n D2122 m wnoa Berlin, 26. Juni. Aus der heutigen Repralentantensitzung habe ich ganz besonders hervorzuheben, daß Frau Erna P a k s ch e r der Altersversorgungsanstalt 120,000 M. geschenkt hat. Die Versammlung nimmt dieses Geschenk mit besonderem Dank entgegen. Wie ich Ihnen seiner Zeit berichtete, hat diese edle Frau derselben Anstalt bei ihrer Gründung 200,000 M. zugewendet. — Bei der Abrechnung über den Neubau der Mädchenschule wird eine Remuneration von 5400 M. gewährt. — Für Reparaturen im Neichenheim'schen Waiscnhause, sowie in den Synagogen und Grundstücken, Oranienburgerstraße , Heidereutergasse