Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 52 (30.6.1904)
- Date
- 1904-06-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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45. Jahrgang. ■ ü "" ■■ ■ -i-g-si 1 - ■■ " .'"gLggaf-,; . britische Weltreich zu gefährden. M. Charles Tre » - beit)an: Ich kann dem Plan der Regierung nur. ,1. He Aeilage zu jf$ 52 des 'MM Das zionistische Ugandaprojekl im englischen Unterhause. Am 20. Juni kam es im englischen Unterhause unerwartet zu einer heftigen Debatte über das zionistische Ugandaprojekt und im Vereine damit zu einer allgemeinen Judendebatte. Mr. Cathcart Wason, Unterhausmitglied für Orkney und Shetland, fragte beim Unterstaatssekretär des Auswärtigen an, ob er irgend welche Proteste über beabsichtigte Landconcessionen aus Ostafrika erhalten habe und ob ein Bericht des Gouverneurs über. diesen Gegenstand. vorliegt?.. Earl of Percy erklärt, daß am 2. September 1903 vom Vereine . ostafrikanischer Plantagenbesitzer ein telegraphischer Protest gegen die. beabsichtigte Ansiedelung fremder Juden eingelaufen sei. .Sir Charles Elliot habe sich über den Gegenstand gleichfalls geäußert, jedoch kanfl. die Regierung die Ansicht des Gouverneurs nicht mittheilen, da die ganze Angelegenheit noch nicht spruchreif ist. Nunmehr stellte Mr. Wason den Antrag. das Haus möge sich zum Zeichen des Protestes gegen die Absichten der Regierung bis zum Abend vertagen. Radikale und Iren unterstützen den Antrag, worauf sich eine mehrstündige Debatte entwickelte. Mr. Wason: Cr hade in oftafrikanischen Angelegenheiten einige Erfahrung und wisse, welche Wirkung Landconcessionen auf die Eingeborenen haben müssen. Sie vermögen es absolut nicht zu begreifen, wie durch ein bloßes Blatt Papier ihnen weite Länder strecken entrissen werden könnten. Es handelt sich in Ostafrika um ein Land, das so groß ist, wie ganz Frankreich und dem eine glänzende Zukunft bevorsteht. Ein solches Land darf nicht russischen und rumänischen Juden ausgcliefert werden, die weder englisch noch irgend eine Sprache der Eingeborenen verstehen. Er wolle die Juden durchaus nicht angreifen, aber wissen möchte er doch, wer der Urheber eines Planes ist, dessen Verwirklichung zu gefährlichen und blutigen Aufständen der Eingeborenen führen dürfte. Keine Kolonie mit Selbstverwaltung würde sich's gefallen lassen, daß in ihr solche Elemente angesiedelt werden. . Major Evans G o r d o fl. gibt eine ziemlich richtige Darstellung der . anläßlich^des.Ugandaprojeltes im zionistischen Lager entstandenen -Zwistigkeiten. .Die Schwierigkeiten, die. der Verwirklichung d§s .Projektes entgegenstehey, seien - so groß, ^asi es Einstweilen fMlich. erscheinen muß, ob., auch nn^ine einzige,jüdische. Kqfliilie jn Ostafrika, ay» gesiedelt. werden wird.,.. JedhnfiM iji es ^i)^ Lächerliche Uebertreiönng zu behaupten, der Plan sei geeignet, das freudig zustimmen. Dadurch wird der Welt der . Be,..-^ weis geliefert, daß die englische Regierung» trotzdem sie : die Fremdenbill eingebracht hat, von Antisemitismus, ., dennoch verschont geblieben ist. Den ostafrikanischen'! Eingeborenen dürfte es egal sein, ob die in ihr .Layd ' eindringenden Weißen Christen oder Juden seien». : Der// Plan würde aber zur Entwicklung Ostafrikas mächtig^.. beitragen. Es sprach darauf der Jre.Mr. Burks,-; der sich bald als unverfälschter Antisemit entpüppte^.^ Er sei natürlich weit davon entfernt, die enormen' Ber- Vi dienste der Juden um Kultur, Kunst und Wissenschaft^ :rfrj verkennen zu wollen. Allein Judeblecht doch -Judel,,.,^^ Wo' die Juden auch hinkommen, Hilden sie,ejne,eigens. Rasse für sich und jede.jüdische Niederlassung, gleichpielr.f.^^ ob in Ostafrika oder sonstwo, bedeutet eine Bedrohnng^i der eingeborenen Bevölkerung. Ihnen . sei rm letzten^^)-^ . Grund auch, dasUngemach, in.Südafrika guk-s) Kgsssp.ü ri'i; :f zu setzen. Sie eignen sich auch die großen englische^, Blätter an und leiten sie in einem Geiste, als wären-s«; sie von Rabbinern redigirt und in einer Synagoge ,u druckt. Zum Schluß sprach der gelehrige Schüler . Pastor Cea ghs die Ansicht aus, daß es gegen itic Interessen Englands wäre, die Juden irgendwie, zu stärken, selbst wenn es nur auf Kosten der.Heiden wäre». - . - Nachdem Sir Gilbert Parker -den Antrag Mr., : Wasons, der auf bloßes Gerede begründet ist, frivol ge- , .. nannt hat, ergriff Earl of Percy nochmals das Wort, um den Antrag als Mißbrauch der Geschäfts- /. . ordung zu bezeichnen. Der ganze Antrag beruhe, aus. , , falscher Voraussetzung. Wohl hat Mr. Wason als Mitglied des Unterhauses das unbestrittene Recht, zu.:.- beantragen, dem Minister, weil dieser den Juden in.-5, r; Ostafrika ein Land abtreten wolle, das Gehalt zu - sperren. Aber Wason hat das Ostafrikaprojekt, mit der Frage der Eingeborenen verquickt und somit zwei; >7- Sachen zusammengebracht, die mit einander ahsolujt nichts gemein haben. Er hatte sich, bevor er hier im- Hause die Angelegenheit anschnitt, doch erst über.das Wo und Wie.erkundigen sollen^. . - Als im Juli vorigen Jahres ein Vertreter:-.desjüdischen Colonialtrust.sich beiniLord/Lansdownei er--:,; kündigte, ob er einer Landconcessiqn an^die.Judeyiln Ostafrika näher treten wolle,./waren; die.- .Nachfragen/ nach Land in .Ostafrika sehr, gering,' Dahes. WUvdtz^in.„),*>«r diesem Hause-immer wieder:Mb: wlederi darüher ivthud klagt.! daß das .oslofr.ikanische.ProtecLorot.! unrentabel -Mn* : feir und nicht einmal die.-Verwalt ungslosim; deckte ii«it Unter! solchen- UmsiMdtzN'rkynM ÄrdLansdown-ih.esdL zionistischen Wlanq; nicht, anders/aksrgünstigl seinr^vor^nn f«*a ausgesetzt, daß sich ein geeignetes Territorium finden